Gesellschaft

Bist du ein gelber Sack oder so?

Karneval naht und das richtige Kostüm ist noch nicht gefunden? Ein wenig Kreativität ist gefragt. Wie Lena ihr perfektes Kostüm gefunden hat...
| Lena Assmann |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Diesen Satz habe ich gestern von meinem Freund gehört. Ich merke gerade selbst, dass der Titel ohne Kontext dezent verwirrend wirkt, deshalb hier die Geschichte dazu: Es liegt nicht daran, dass mein Freund keine Komplimente machen kann. Wenn er will, ist er darin echt der Master. Es liegt auch nicht daran, dass wir uns gerne als Müll bezeichnen. Sondern daran, dass meinem Freund die gewisse Menge an Phantasie fehlt, zumindest wenn es um Karnevalskostüme geht.

Letzten Sonntag war ich mit meiner Freundin Lotta auf der Suche nach dem passenden Kostüm für die bevorstehende Karnevalssaison. Sonntag? Richtig gehört! Dieses Mal war es keine last-minute-amazon-action. Lotta ist kurz vorher auf einen interessanten Artikel in der ZEIT gestoßen. Dort wurde angekündigt, dass das Theater Münster seine Pforten öffnet und Kostüme und Accessoires verkauft. Da hierbei explizit der Verweis auf Karneval erfolgte, machten wir uns also auf den Weg ins Theater. Fun fact: Ich fragte am Morgen noch, ob wir uns nicht früher treffen sollten, falls es voll werden sollte… Lotti meinte jedoch, dass den kleinen Artikel wahrscheinlich so gut wie niemand lesen, geschweige denn bei dem Regenwetter auch wirklich erscheinen würde. Als wir dann um kurz vor zwei vor dem Theater standen, traf uns fast der Schlag. Eine riesige Menschentraube unterschiedlichen Alters stand vor dem Eingang. Wir waren gerade noch damit beschäftigt, unseren Prosecco zu öffnen, denn in unserer Vorstellung probierten wir beide mit einem Gläschen Sekt in der Hand die lustigsten Kostüme an, ganz gemäß unserer ultra unrealistischen Lieblingsserie The bold type, als die Türen aufgingen und die Menschen losstürmten als gäb’s was umsonst. 

Oben angekommen, waren wir erst mal maßlos überfordert. Man konnte circa 10 Kleiderstangen mit Kostümen sehen, bzw. besser gesagt erahnen. Darum herum quetschen sich nämlich unzählige Menschen. Als wir uns dann zu den Stangen durchdrängen konnten, wussten wir mit den Kostümen nicht sonderlich viel anzufangen: Meistens handelte es sich um dubiose Gewänder, die wahrscheinlich in einem Theaterstück aus dem 17. Jahrhundert zum Einsatz gekommen waren. Als wir gerade schon aufgeben wollten, um nach Hause zu fahren und unser Sektle in Ruhe auf dem Sofa zu trinken, entdeckte ich etwas. Etwas Gelbes. Ohne zu wissen warum, griff ich nach dem gelben, sackartigen Gewand (demnach ist die Bezeichnung gelber Sack leider echt gar nicht mal so abwegig). Bisher hatte ich keine Idee, was das Stück Stoff darstellen sollte. Aber da es in doppelter Ausführung vorhanden war, schnappte ich danach und suchte in dem Getümmel nach Lotti. 

Als ich sie gefunden hatte, begann der spaßigste Teil des Nachmittags. Wir setzten uns in eine ruhige Ecke (und kamen dabei doch noch dazu, unseren Prosecco zu schlürfen) und überlegten, was man aus dem gelben Sack zaubern könnte. Unserer Phantasie setzten wir keine Grenzen: Von Früchten wie Zitrone, Banane, oder Ananas, über Cleopatra, bis hin zu Sonne oder Biene war alles dabei. Problematisch war hierbei nur, dass wir bisher nichts außer einem gelben Sack hatten. Als wir jedoch nach gelben Kostümen googelten, kam uns die Idee für das perfekte Partnerkostüm. Demnach konnte eine als Ananas gehen und die andere als Spongebob. Als wir dann auch noch ein krawattenartiges, rotes Stoffding gespotted hatten, war es beschlossene Sache. Gut gelaunt machten wir uns auf den Heimweg, wo ich später meinem Freund voller Enthusiasmus unser wunderbares Kostüm präsentierte. Er konnte unsere Vision leider (noch) nicht teilen, aber wer Spongebob kennt weiß, dass man im Leben manchmal einfach „eine Meeeenge Fantasie“ braucht.

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Lena Assmann

Lena, 21, erkundet als Vollblutschwäbin mit einem Orientierungssinn von -7484 ihre Wahlheimat Münster. Falls sich jemand fragt: Den Akzent kann man hören, wenn sie daheim oder sehr wütend ist. Nebenbei studiert sie Deutsch und Geschichte auf Lehramt und falls das nicht klappt, wird als Plan B in Irland ein Teeladen eröffnet.

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