Kino & Serie / Kultur / Meinung

Ein klassischer Nazi-Zombie-Kriegs-Splatter – Review “Operation: Overlord”

Diesen Ausflug in französische Nazi-Gefilde sollte man gesehen haben! Eine Menge WTF-Momente, blutige Gewalt und purer Wahnsinn machen Overlord zu einem unterhaltsamen B-Movie.
| Daniel Rublack |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Ganz schön zerfetzend! ©Operation: Overlord

Da haut´s einem glatt den Kopf weg! Im wahrsten Sinne des Wortes natürlich, denn Operation: Overlord (2018) geizt keineswegs mit heftigen Gewaltexzessen. Und so metzelt sich die Truppe der Amerikaner am Vorabend des D-Day fröhlich durch die Gegend, während die Nazis ihre Zombies erschaffen. Alles wie gehabt also, auch wenn die Story eher nach verdrehtem Videospiel, denn nach Spielfilm klingt.

Besonders die Deutschen werden dabei von ihrer besten Seite gezeigt: Treffsicher wie eh und je, sich laut ankündigend bei Patrouillen und mit gutem altem Nazi-Slang ausgestattet, fehlt selbstverständlich auch der behandlungswürdig dämliche Befehlshaber mit Allmachtsfantasien nicht. Gehirn? Bei Zombie-Freunden halt leider Fehlanzeige.

Die Amis trifft es da schon etwas besser, obwohl manche Kugel auch ins Fleisch geht. In Unterzahl werden ‚Krauts‘ abgeschlachtet, ausgetrickst und nebenbei wird das absolut Böse vernichtet. Fähigkeiten wie Charaktertiefe sind dabei kaum von Nöten, wobei zumindest Hauptfigur Boyce einen Hauch von Hintergrund erhält und somit die Sympathien auf sich vereint. Ansonsten werden die üblichen großkotzigen Sprüche gekloppt, die Gewehre Kaugummi kauend abgefeuert und Angst hat hier sowieso keiner.

Doch obschon die Klischees, die Unzulänglichkeiten im Script und auch der eher blasse sowie namenlose Cast Abzüge in der B-Note geben, ist eben B genau das Stichwort. Operation: Overlord will kein Meisterwerk sein, sondern nur ein unterhaltsames Nazi-Zombie-Horror-Fun-Blutbad. Und den Job macht der Streifen richtig gut!

Als Zuschauer sitzt man oft mit einem unausgesprochenen „WTF“ vor dem Bildschirm. So ist alleine die bombastische Eröffnungssequenz im Flugzeug ein krachendes Spektakel. Kurze Motivationsrede, dann direkt Flak-Beschuss. Der Himmel steht in Flammen, während der Protagonist in einen Wald voller Leichen fällt. Läuft! Weiter geht´s zur gar nicht mal so schönen französischen Kleinstadt mit Nazis, Nazis und natürlich Nazis. Allein die ständige Gefahr entdeckt zu werden sorgt für Spannung, richtig krass wird es dann aber vor allem im Labor. Hier gibt es ziemlich kranken Scheiß zu sehen und auch einige andere Szenen – #Verwandlung – erfreuen das Herz und verstören die Seele. Wenn die Tante stöhnt, gefriert einem das Blut in den Adern!

Optisch fängt der Film sein Setting sowie seine blutige Action in einem coolen Look ein, der trotzdem nie seinen dreckigen Faktor verliert. Die Kamera bietet dabei trotz starker Dynamik stets einen angenehm wackelfreien Überblick. Zudem scheut sie vor keinem unschönen Detail zurück, wobei die Altersfreigabe ab 16 Jahren für etliche wirklich brutale Inhalte und die gesamte Thematik extrem gnädig ausgefallen ist! Wer kein Blut sehen kann oder mit zerfetzten Körperteilen ein Problem hat, sollte hier definitiv nicht lange verweilen. Die handgemachten Wunden sind wirklich hervorragend und das Gesamtpaket wird von guten Computereffekten abgerundet. Musikalisch ist die Veranstaltung dazu passend mit ordentlich Druck unterlegt. Neben der heftigen Effektschlacht beim Ballern, Sprengen & Co., sind es besonders die feinen Soundeffekte wie Knacken oder Stöhnen, die ihre unheimliche Wirkung voll entfalten.

Dieser Kriegs-Horror-Fun-Splatter ist keinem Genre wirklich zuzuordnen und lediglich Titel sowie Rahmenhandlung basieren auf der echten Operation: Overlord von 1944. Ein Gewinner für Logik und Schauspielkunst wird diese Maschine zweifelsfrei auch nicht. Was den Streifen ausmacht, ist sein originelles B-Movie-Konzept, welches bombastisch aufgezogen wird. Das unterhaltsame Blutbad bietet krachende Action in cooler Optik und eine Menge Schock- & WTF-Momente. Die 110 Minuten Laufzeit sind kurzweilig genug, um diesen Ausflug in französische Nazi-Gefilde zu einem sehenswerten Film der etwas anderen Art zu machen.

7,5/10 zermatschten Zombieschädeln.

Dieser Artikel stellt nur die Meinung der AutorInnen dar und spiegelt nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von seitenwaelzer wider.

Noch mehr Stories? Folge seitenwaelzer:

Daniel Rublack

Wollte abends mit einem Kollegen nur kurz über Filme reden und wurde am nächsten Morgen vom Wecker ans Aufhören erinnert. Besonders stolz auf seine eigene Filmsammlung und zudem passionierter Gamer. Als Student bleibt für beide Dinge ja auch genügend Zeit.

I’m Ms. Brightside

Oh nein, schon wieder Semesterferien!

“Du chillst doch eh nur!” Gedanken einer KuSA- und Soziologiestudentin

Das seitenwaelzer DIY-Special

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies, mit der Nutzung unserer Webseite erklärst du dich damit einverstanden. Hier gibt's weitere Infos.