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I’m Ms. Brightside

Frühlingsanfang: Man kann alles schaffen! Dieses Gefühl hatte Lena Anfang April und aus diesem Grund hat sie mit einer April-Challenge begonnen.
| Lena Assmann |

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Es ist Montag. Es ist der 1. April. Es ist Semesterbeginn. Drei äußerst gute Gründe um motiviert zu sein. Und hell yes, das war ich auch. Kennt ihr das, wenn man das Gefühl hat, montags ist der perfekte Zeitpunkt etwas Neues anzufangen und sein Leben so richtig umzukrempeln? (Viele schütteln an dieser Stelle wahrscheinlich vehement den Kopf). Dieses Gefühl hatte ich an besagtem Montag. Aus diesem Grund habe ich mit einer April-Challenge begonnen. Wie diese funktioniert und warum es manchmal wirklich challenging ist, erzähle ich euch jetzt.

Die April-Challenge setzt für jeden Tag im April eine kleine Challenge fest. Diese Aufgaben habe ich mir selbst alle auf einen Schlag ausgedacht und auf die verschiedenen Tage verteilt. Dazu habe ich sie in ein schönes Notizheft eingetragen (allein deshalb kam ich mir schon genious vor, weil ich endlich einen Sinn für das Notizheft gefunden habe) und habe darunter noch die Kategorien: (nicht) geschafftdo it againund Gedanken hinzugefügt. Demnach wird zur Visualisierung ein Häkchen oder ein Kreuzchen gesetzt. Ein Smiley oder ein Sadey (gibt es eigentlich einen Menschen auf der Welt, der dieses dubiose Wort verwendet?) markiert die Wiederholung der Aufgabe in der Zukunft. Unter Gedanken wird (wer hätt’s gedacht) ein Gedanke zu der Aufgabe an sich, ihrer Umsetzung oder ein Verbesserungsvorschlag notiert. In ihrer Art unterscheiden sich die Aufgaben komplett. Von Ernährung und Sport über Beauty und Lifestyle ist alles dabei. Um das Ganze etwas zu verdeutlichen, nenne ich euch mal ein paar Beispiele: Ein Workout zu Hause machen, mindestens 3 Liter Wasser am Tag trinken, einen Tag kein Netflix gucken, ein neues Buch kaufen und lesen, negative Gedanken in positive umwandeln, einen Tag nicht auf die Uhr gucken und so weiter. Natürlich habe ich bei der Verteilung der Challenges auf die Tage geachtet. So habe ich die Netflix-Challenge beispielsweise nicht auf einen Tag gesetzt, an dem ich sowieso den ganzen Tag unterwegs bin. Trotzdem sind natürlich manche Aufgaben einfacher umzusetzen als andere.

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Relativ einfach fiel mir beispielsweise die Buch-Challenge, da ich sowieso gerne lese und noch Unmengen an Büchern auf meiner next-to-read-Liste habe. Schwerer wurde es beispielsweise mit der Netflix-Challenge. Dazu muss ich aber zu meiner Verteidigung sagen, dass ich Netflix meistens als eine Art Radio-Ersatz nutze. Während andere ihre Spotify-Playlist rauf und runter hören, läuft bei mir eben eine Laberserie wie FRIENDS. Da ich die Serie eh in- und auswendig kenne, macht es auch nichts, wenn ich zwischendrin mal aus dem Raum gehe. Mein Freund kriegt zwar jedes Mal die Krise, weil er nicht verstehen kann, wie ich eine Serie gucken kann, ohne sie wirklich zu gucken – ich kontere dann aber immer ganz ausgefuchst mit: Ich gucke nicht, ich höre. Mehr als ein genervtes Kopfschütteln bringt mir dieser freshe Satz leider nie ein. Anyways, ich schweife ab. Mein selbst auferlegtes Netflix-Verbot gestaltete sich dann also – wie in der kurzen Ausschweifung oben erklärt – als wirklich schwer. Das morgendliche Netflixen beim Richten und Frühstücken habe ich durch einen nerdy Geschichtspodcast ersetzt. Das lief echt gut, vor allem, weil ich das Gefühl hatte, ich würde die Zeit sinnvoll nutzen. Während ich dann also mein Müsli in mich reingeschaufelt habe, lauschte ich meinem Bro Markus Dichmann von Eine Stunde History (hört das noch jemand und findet ihn auch viiiiel besser als Meike Rosenplänter?!) und lernte etwas über den Spanischen Bürgerkrieg. Als ich dann jedoch abends nach Sport, Uni und Arbeiten heimkam, konnte und wollte ich beim Kochen nichts Anstrengendes hören. Deshalb schaltete ich – zur Abwechslung aber mal BEWUSST – doch Netflix ein und entspannte bei einer schönen Folge The Bold Type. Demnach hatte ich die Challenge in dem Sinne nicht geschafft. Ich konnte kein Häkchen setzen, notierte mir aber, dass bewusstes Netflixen in Maßen echt okay ist, die alternative Ersetzung durch Podcasts aber eine gute Idee. Am Abend war ich richtig stolz auf mich, weil ich das Gefühl hatte, etwas Neues für und über mich gelernt zu haben. Die gute Laune hielt genau einen Tag an, dann kam der Dienstag, eingegangen in die Geschichte als der Technik-Fail-Dienstag des Jahrtausends.

Lena, bekennender Technikfuchs (nicht) lies erst mal morgens in der Vorlesung ihren Laptop auf den Steinboden fallen (bitte einmal Klatschen einspielen). Vorab: Die Challenge an diesem Tag war die Umwandlung negativer in positive Gedanken. Und Leute: es war verdammt noch mal nicht einfach. Nachdem mein Macbook dann also auf den Boden geklatscht war, dachte ich gemäß meiner Challenge: Naja, wenigstens ist nix kaputt, ge? Der Gedankengang war echt nicht so easy, aber hey. Im Laufe des Tages kam es dann zu 838.494 Technik-Fails, die ich hier nur kurz anschneiden will, um euch nicht zum Weinen zu bringen. Ausgangssituation war eigentlich ganz easy: Hausarbeit drucken und abgeben. Hier also die Fails in der Reihenfolge nach dem Laptop: Stick vergessen, Reifen platt, Stick wird von Bib-Druckern nicht erkannt oder Druckerpatronen sind leer (im Unigebäude ca. seit meinem ersten Semester und wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit), Drucker verschmiert das letzte Drittel der Seiten, Farbpatronen leer, Druckerpapier zu Hause leer, Stick verloren, keine Friends mit (funktionierendem) Drucker in der Nähe. Amen. Nach gefühlten 364 Wutanfällen, habe ich die Arbeit dann doch noch abgegeben. Positives Mindset war dabei jetzt eher so semi dolle vorhanden. Letzten Endes gab es dann wieder kein Häkchen für Tante Lena. Aber wisst ihr was? Wenigstens hab ich bei dem Laptop-Unfall nicht sofort geflennt und man darf auch mal schlechte Laune haben und sich aufregen. The killers sind auch nicht immer alle Mr. Brightside, deshalb reicht es auch, wenn ich mich langsam aber sicher in Richtung Ms. Brightside orientiere.

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Lena Assmann

Lena, 21, erkundet als Vollblutschwäbin mit einem Orientierungssinn von -7484 ihre Wahlheimat Münster. Falls sich jemand fragt: Den Akzent kann man hören, wenn sie daheim oder sehr wütend ist. Nebenbei studiert sie Deutsch und Geschichte auf Lehramt und falls das nicht klappt, wird als Plan B in Irland ein Teeladen eröffnet.

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