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Kinovorschau 2020 – 1. Halbjahr

Neues Jahr, neue Filme. Daniel fasst die relevantesten Starts in der ersten Hälfte von 2020 für euch zusammen.
| Daniel Rublack |

Geschätzte Lesezeit: 9 Minuten

Collage von ©Bad Boys for Life | 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH – ©Sonic the Hedgehog | Paramount Pictures – ©Bloodshot | 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH – ©Jojo Rabbit | 2019 Twentieth Century Fox – ©21 Bridges | 2019 Concorde Filmverleih GmbH

Neues Jahr, neue Chance. War 2019 meiner Meinung nach ein wirklich schwaches Filmjahr, sind die Aussichten für 2020 durchaus vielversprechend. Aufgeteilt in beide Jahreshälften präsentiert euch die Kinovorschau die interessantesten und größten Streifen – los geht´s!

3 Engel für Charlie

Manches muss einfach nicht sein. Wie dieses Reboot etwa, basierend auf der beliebten Serie aus den 1970er-Jahren bzw. den Filmen vom Anfang der 2000er. Letztere sind schon höchstens als unterhaltsamer Unfug zu bezeichnen, aber das hier… Extrem aufdringliche Frauenpower in den Trailern – natürlich ohne ernsthaft für das Thema zu stehen – trifft auf nervigen Humor und die Effekte sehen auch wenig überzeugend aus. Mittlerweile seufze nicht nur ich hörbar auf, wenn der Trailer für dieses Machwerk erneut das Kino torpediert.

Mein Tipp: No one asked for it! Die Engel werden ebenso floppen wie zuletzt die Men in Black: International – finanziell und filmisch gesehen.

Kinostart: 02. Januar

Knives Out

Etwas Cluedo mit einem bombastischen Cast gefällig? Daniel Craig, Chris Evans, Michael Shannon, Jamie Lee Curtis, Toni Collette, Don Johnson… Hier geben sich die Stars wahrlich die Klinke – oder eben die Messer – in die Hand. Vorschusslorbeeren ohne Ende loben das Crime-Drama, dessen Humor sowie die Überraschungen.

Mein Tipp: Diese Mördersuche wird eine gewitzte und spaßige Angelegenheit. Außerdem ist Daniel Craig immer seltener auf der Leinwand zu sehen.

Kinostart: 02. Januar

Underwater

Der Start eines mittelmäßigen Horrorstreifens im Januar – gut erkennbar an seinem massentauglichen PG-13 – hat sich irgendwie eingebürgert. Man denke etwa an Escape Room oder Insidious: The Last Key in den vergangenen Jahren. Und so kämpft sich 2020 Kristen Stewart durch das Wasser oder eben darunter durch, gejagt von Kreaturen und Jumpscares. PG-13 natürlich!

Mein Tipp: Bleibt seinem Genre sowie dem Starttermin treu und bietet mittelmäßigen Horror mit jeder Menge Jumpscares.

Kinostart: 09. Januar

Queen & Slim

Eine ungewolltes Paar von Bonnie & Clyde. Beide sind Afroamerikaner, dunkelhäutig, ach, schwarz halt. Und diese Kombination in Zeiten von Genderdebatten, anhaltendem Rassismus und Fällen von Polizeigewalt. Wichtige Themen hier, politisch relevant dort – mir gehen die Schreihälse jetzt schon auf den Keks, denn sie übertreiben es. Immer!

Mein Tipp: Vom Drumherum abgesehen wartet hier ein spannendes Drama auf uns. Und Daniel Kaluuya ist ein absolutes Talent!

Kinostart: 09. Januar

Lindenberg! Mach dein Ding!

Das nächste deutsche Biopic wartet, schließlich werden hier die Kinokassen gestürmt. So etwa bei Hape Kerkelings Der Junge muss an die frische Luft 2019. Die Qualität ist dabei allgemein als solide zu bezeichnen. Und dieses Mal darf eben Udo ran – Cello, meine Freunde, Cello.

Mein Típp: Für Fans und den Kinogänger, der gefühlt nur deutsche Produktionen schaut, bestimmt ein gelungener Film. Meins ist Udo Lindenberg aber so gar nicht.

Kinostart: 16. Januar

Bad Boys For Life

Whatcha gonna do? Trailer ab und sie sind direkt da, die Vibes. Gefühlt hat sich seit 2003 nichts geändert, außer dass Martin Lawrence immer mehr Big Mama ähnelt vielleicht. Zusammen mit dem ewig jungen Will Smith sorgt ihre over-the-top-Action bei Captain Howard nach wie vor für Verzweiflung – wusa, Captain, wusa. Und während des Trailers bin ich fast vom Stuhl gefallen wegen der genialen Sprüche. Oh diese Sprüche, sie zerlegen mich jedes Mal auf´s Neue!

Mein Tipp: Endlich wieder Abrisskino vom Feinsten und Sprüche für die Ewigkeit. An Slow-Motion scheint es auch nicht zu mangeln. Yes, yes, yes!

Kinostart: 16. Januar

1917

Eine Mission in den Wirren des 1. Weltkriegs. Scheitert sie, sterben Tausende! Regisseur Sam Mendes – Kopf hinter Meisterwerken wie American Beauty, Road to Perdition und Skyfall – produziert zusammen mit dem 14-fach Oscar-Nominierten Kameraveteran Roger Deakins sowie Kompositionslegende Thomas Newman einen Kriegsfilm mit spannender Thematik in einer interessanten Zeitperiode – gibt es bessere Voraussetzungen?

Mein Tipp: Hier wartet eine wahre Perle auf uns, die vermutlich gute Chancen auf einige Oscars haben wird.

Kinostart: 16. Januar

Jojo Rabbit

Wer würde einen besseren imaginären Freund abgeben als Adolf Hitler?! Moment, was? Richtig gehört, diese Kriegs-Satire nimmt in ihrem absurden Konzept den Führer aufs Korn. Und so kommt es, dass ein Außenseiter eben mit jenem eine Freundschaft eingeht oder eindenkt, ach, keine Ahnung. Den Trailern nach zu urteilen scheinen dabei aber auch ernstere Themen in den Fokus zu rücken – vom fragwürdigen WW2-Slapstick einmal abgesehen.

Mein Tipp: Könnte gefallen, muss aber nicht. Die Idee bleibt für mich 50/50 und deswegen kommt es hier wohl auf den individuellen Geschmack an. Wie immer eigentlich ;)

Kinostart: 23. Januar

The Gentlemen

Nach einigen Flops – vor allem King Schnarcher: Legend of the Sword – begibt sich Guy Ritchie zurück in gewohntes Territorium. Sein neuer Gangsterfilm bietet viele prominente Namen wie Matthew McConaughey, Charlie Hunnam oder Hugh Grant. Ob der Brite damit an seine Erfolge von Bube, Dame, König, grAS und Snatch anknüpfen kann bleibt fragwürdig, die Zeiten haben sich geändert.

Mein Tipp: Solide Kost für Ritchie-Fans, dessen Werken ich persönlich wenig abgewinnen kann. Lediglich die Sherlock Holmes-Teile finde ich gelungen.

Kinostart: 24. Januar

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

Ach, Dr. Dolittle. Für mich gehören die Filme mit Eddie Murphy irgendwie zu meiner Kindheit – und den letzten VHS, die ich je in der Hand hatte. Das Original von 1967 habe ich übrigens nie gesehen. Robert Downey Jr. in der Rolle des Doktors, der mit Tieren sprechen kann, passt für mich aber. Dazu sehen die Tiere in den Trailern gut animiert aus und ein neuer Anstrich kann solch einem Franchise kaum schaden.

Mein Tipp: Ein Abenteuer mit Herz, sprechenden Tieren und RDJ sollte für Freude bei Groß und Klein sorgen.

Kinostart: 30. Januar

Birds of Prey

Wundertüte DC schlägt wieder zu. Aktuell zeigt die Tendenz nach oben, denn Aquaman und Shazam! wurden allgemein für gut befunden, von mir übrigens auch. Wohin die Reise der Antiheldinnen rund um Harley Quinn geht, bleibt in einem Gotham ohne Batman allerdings noch abzuwarten. Mit Margot Robbie sowie Ewan McGregor stehen auf jeden Fall zwei Stars an der Spitze des Projekts. Zudem soll diese Runde deutlich brutaler werden als die bisherigen Streifen des DCEU.

Mein Tipp: Vermutlich etwas überdreht, aber DC schafft drei gute Werke in Folge, bezogen auf sein Filmuniversum.

Kinostart: 06. Februar

21 Bridges

21 Brücken, 3 Flüsse, 4 Tunnel. Fern von Thanos, den Avengern & Co. ist das neue Projekt der Russo-Brüder ein guter alter Action-Thriller. Der Black Panther riegelt hier ganz Manhattan ab, um die Mörder von acht Polizisten zu finden. Dabei deckt er einige unschöne Dinge über die Helden in Blau auf. In den USA startete der Film übrigens schon Ende November 2019.

Mein Tipp: Keine Legende für die Ewigkeit, sondern angenehm unterhaltsame Kinokost. Passt.

Kinostart: 06. Februar

Sonic

Wurde verschoben, weil Sonic in den ersten Trailern aussah wie ein rennender Haufen Kot. Eine Überarbeitung später wirkt die ganze Nummer nach wie vor ziemlich abgefahren. Wirklich mehr kann man hier kaum zu sagen, es ist schließlich ein Film über einen schnellen, blauen Igel! Heutzutage wird auch echt alles verfilmt…

Mein Tipp: Das Projekt wirkt so abgefahren, dass es eventuell sogar Spaß machen könnte. Und Jim Carrey scheint zur Höchstform aufzulaufen! Wenn sie diesen Igel also noch entfernen würden…

Kinostart: 20. Februar

Bloodshot

Uns steht ein neuer Held ins Haus – ein komischer Satz. Kühlschrank Vin Diesel tritt gegen oder auch vielleicht für die Bösen an. Dabei wird es wohl weniger um große Emotionen gehen, sondern um deftige Action. Außer Dom darf “Familie” sagen – oh, ist ja gar kein Fast & Furious. Ob es hier allerdings familientauglich – da haben wir es – oder erwachsenengerecht zugeht, bleibt abzuwarten. Die Effekte im Trailer schwanken übrigens zwischen techno-cool und “Hallo” Green Screen.

Mein Tipp: Dürfte ein unterhaltsamer Actioner mit Vin Diesel werden, wird aber keine Bäume ausreißen.

Kinostart: 20. Februar

A Quiet Place 2

Das Original überzeugt mit einem innovativen Konzept, einer dichten Atmosphäre und starken Darstellerleistungen. Diese Fortsetzung stammt erneut aus der Feder von John Krasnici und somit wären die Voraussetzungen doch ziemlich gut. Daher sollte der fehlende Frischekick des Erstlings wenig problematisch werden.

Mein Tipp: Weniger atmosphärisch als der Erstling trotz erweiterter Welt, aber dennoch eine gelungene Fortsetzung.

Kinostart: 19. März

Mulan

Eins muss man Disney lassen: Ihre Realverfilmungen ziehen die Maushausbewohner knallhart durch. Manche gefielen dem Publikum, manche nicht. An der Technik wird es kaum scheitern, aber Zeichentrick hat einfach einen anderen Charme. Bisher haben mich diese Dinger null interessiert, das wird sich auch mit Mulan nicht ändern.

Mein Tipp: Die einen vermissen den Charme der Klassiker, die anderen mögen die neuen Versionen. So darf es sein.

Kinostart: 26. März

Peter Hase 2

Basierend auf der Figur aus dem beliebten Kinderbuch ging es 2018 um die Möhre. Knackiges Wortspiel, check. Ein auf cool getrimmter und etwas rüpelhafter Peter Hase bekriegte – Krieg ist wirklich das passende Wort – sich mit seinem Nachbarn. Nun erweitert man das Setting, bleibt seinem Stil inklusive Slapstick aber offensichtlich treu.

Mein Tipp: Spaßiges Abenteuer für die Familie, wobei Eltern einige extremere Aktionen des Klopfers allerdings mit ihren Kindern besprechen sollten.

Kinostart: 26. März

James Bond – Keine Zeit zu sterben

Vor einigen Jahren wollte Daniel Craig sich lieber die Pulsadern aufschneiden als erneut den Doppel-0-Status anzunehmen. 2020 tritt er aber nun trotzdem noch einmal als Bond, James Bond, an. Mit von der Partie ist erneut Christoph Waltz, der für mich als Blofeld nicht funktioniert. Rami Malek hingegen erscheint mir als wahre Bereicherung. Der Ausstieg von Regisseur Danny Boyle wiederum könnte für ein schwaches Script sprechen. Allerdings ist Cary Fukunaga (Beasts of No Nation, True Detective) ein talentierter Ersatz.

Mein Tipp: Licht und Schatten sowie viel Stress hinter den Kulissen gebieten angemessene Skepsis. Der 25. Bond wird ok, jedoch nur ein durchschnittlicher Eintrag der längsten Filmreihe aller Zeiten.

Kinostart: 02. April.

Black Widow

Nach den Avengers gehen die Helden ihre eigenen Wege. Pardon, Helden und Heldinnen natürlich. Wenn davon eine Frau einen Solofilm tragen kann, dann definitiv Scarlett Johansson. Ob ihn das Publikum dann allerdings sehen will – Ghost in the Shell – ist eine ganz andere Frage. Auf David Harbour in voller Montur freue ich mich schon richtig!

Mein Tipp: Geht es in Richtung Captain America 2, erwartet uns ein cooler Action-Thriller. Ja, die Idee gefällt mir.

Kinostart: 30. April

Fast & Furious 9

Weiter geht´s mit der Familie und jeder Menge Over-the-Top-Action. In der mittlerweile 9. Runde – dem muss man wirklich Respekt zollen – darf wieder jeder selbst entscheiden: Totale Verblödung oder spaßiges Spektakel? Mit Größen des Genre wie Vin Diesel und Dwayne Johnson, die sich so gar nicht verstehen, geht es um die Rettung der Welt und Pferdestärken. Viele Pferdestärken.

Mein Tipp: Coole Figuren und bombastische Action fern aller Realität oder Logik, das klingt nach Hirn aus und Spaß ab.

Kinostart: 21. Mai

Artemis Fowl

Die nächste Bestseller-Verfilmung erwartet uns – juhu. Bereits mehrfach verschoben und bei Test-Screenings ziemlich schlecht weggekommen, sieht es für Artemis Fowl wenig rosig aus. Abgesehen davon, dass ähnliche Projekte wie Der Distelfink 2018 grandios untergingen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Mein Tipp: Die Vorzeichen sind eindeutige Warnsignale. Hier kentert erneut ein Buch-zu-Film-Treibgut, das nie zum Schwimmen gedacht war.

Kinostart: 28. Mai

Wonder Woman 1984

Weiter geht´s für Diana Prince aka Wonder Woman. Im Trailer sitzt der Look von 1984 auf jeden Fall und die x-te Variante von Blue Monday macht – erneut – richtig Spaß. Wie Chris Pine zurückkehrt bleibt noch offen. Ebenso, ob Pedro Pascal als Bösewicht endlich einmal funktioniert.

Mein Tipp: Sieht aus, als ob DC wieder etwas zu viel auf künstliche CGI-Welten setzt. Sieht aber auch aus, wie ein spaßiger und bunter Ausflug.

Kinostart: 11. Juni

Dieser Artikel stellt nur die Meinung der AutorInnen dar und spiegelt nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von seitenwaelzer wider.

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