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Kino & Serie / Spaß und Unterhaltung

Wer sind die Guten? Die düstersten Seiten der Comicverfilmungen

Wie im letzten Film-Tipp geht es hier um Comicverfilmungen, doch anstelle der typischen, heldenfixierten, Geschichten, stehen nun die eher düsteren, kritischen und philosophischen Comicverfilmungen im Mittelpunkt, bei denen nicht immer klar ist, wer die Gute Seite darstellt und ob überhaupt zwischen Gut und Böse unterscheiden werden kann.

The Losers

Anders, als bei einer typischen Heldengeschichte besteht die fünfköpfige Elite-Einheit „The Losers“ aus raubeinigen Soldaten, die es zu einer Aufklärungsmission in den Bolivianischen Dschungel verschlägt. Dort finden sie sich schon bald in einem gefährlichen Doppelspiel von Verrat und Spionage wieder, welches von einer führenden Stelle in der CIA geplant wurde. Angeblich tot versuchen die fünf auf recht rabiate Art diesen Maulwurf zu finden und auszuschalten. Dabei schließt sich ihnen die mysteriöse Alisha an, die wesentlich mehr zu wissen scheint, als sie preisgibt.
Diese Comicverfilmung besticht durch ihren trockenen Humor und die flotten Sprüche. Action und Spezialeffekte sind vorprogrammiert und wissen die etwa 89 Minuten gut zu unterhalten. Der Film ist ab 16 Jahren freigegeben.
Allerdiges ist dem Film erst nicht anzusehen, dass ein Comic zugrunde liegt. Sowohl das düstere Thema, als auch die sarkastische Aufmachung passen nicht in das typisch amerikanische Comic-Klischee. Einen Trailer gibt es hier.

The Dark Knight

Batman wird düster. Nach Tim Burtons bunter Batman Verfilmung aus den 90er Jahren, holt Regisseur Christopher Nolan den dunklen Ritter in das neue Jahrtausend. Das Thema ist die Vorgeschichte Batmans: Wie wurde aus dem Mann die Legende? Dabei ist es jedoch nicht so, dass Batman über allem steht. Der Film ist düster, teilweise trostlos und die wenigen Lichtblicke werden ebenso schnell, wie sie gekommen sind, auch wieder von der tosenden Dunkelheit des bösen überrollt. Das Böse, in diesem Batman-Film, der von dem verstorbenen Heath Ledger gespielte Joker, der für seine geniale Spielweise einen Oskar erhielt, setzt Batman gewaltig zu. Dieses neue Gewand steht Batman gut, denn der Film kann trotz seiner Länge von 152 Minuten überzeugen und allein die Darstellung des Jokers macht den Film sehenswert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass bereits eine Fortsetzung gedreht wird.

 

Hellboy

An dieser Stelle wird es immer schwieriger Gut und Böse zu unterscheiden. Der Held des Filmes, dem 2008 eine Fortsetzung folgte, ist ein 2 Meter großer, roter Teufel, der mit einem Team, bestehend aus einer Pyrokinetikerin und einem Wasserwesen, die Monster bekämpft, die der Hölle entfliehen und durch die irdischen Straßen schleichen. Dank seiner dunklen Atmosphäre und den mystischen Begebenheiten, macht der Film spaß und ist eine zugleich spannende und teilweise recht sarkastische Comicverfilmung. Diese 117 Minuten präsentieren den wohl bekanntesten Film des spanischen Regisseurs Guillermo del Toro und sind ab 16 Jahren freigegeben. Hier könnt ihr den Trailer ansehen.

V wie Vendetta

In dem, in einer nahen, dystopischen Zukunft spielenden, Film V wie Vendetta kämpft der maskierte Freiheitskämpfer “V” gegen ein autoritäres Regime. Bei seinem Plan die Regierung zu stürzen orientiert er sich an dem “Gunpowder Plot”, welcher 1605 von Guy Fawkes geplant wurde, ebenfalls mit dem Ziel einen Umsturz herbeiführen zu wollen. Daher ist das Markenzeichen von “V” auch eine Maske mit den Gesichtszügen des Freiheitskämpfers. Als die junge Evey in seinen Plan hereinstolpert und ihm helfen will, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Das Motto Frieden durch Chaos spielt dabei eine große Rolle.
Es lohnt sich diesen Film zu schauen, da er sehr gut die Folgsamkeit der Gesellschaft in einem totalitären Staat kritisiert, und wie kein anderer die Bewegung Anonymus geprägt hat, was man deutlich an deren Markenzeichen, eine Guy Fawkes Maske ist, erkennen kann. Der Film ist ab 16 Jahren freigegeben und ist in Anbetracht des schwierigen Themas mit 127 Minuten auch nicht zu kurz geraten.

 

Watchmen

Der geniale Film Watchmen spielt in einer alternativen Realität, in welcher Amerika unter anderem den Vietnam-Krieg gewonnen hat und der Kalte Krieg sich bis in die 80er Jahre hineinzieht. In dieser Welt gibt es eine Gruppe von Maskierten Rächern gibt, welche jedoch zum größten Teil normale Menschen sind und folglich keine Superkräfte haben. Der Film spielt einige Jahre nach der Glanzzeit dieser “Helden”, die aufgrund ihrer brutalen Vorgehensweisen von Präsident Nixon verboten und zu Verbrechern abgestempelt wurden. Nun wird einer der ehemaligen Watchmen tot aufgefunden, was die Gruppe wieder reaktiviert. Plötzlich sehen sie sich einem neuen Feind gegenüber: Sich selbst. Die Grenze zwischen Gut und Böse ist hier so dünn, dass man sie im Laufe des Filmes oft aus den Augen verliert. Moral und Verpflichtung werden ebenso thematisiert wie das Wesen der Menschen. Dabei schafft es der Regisseur Zack Snyder nicht nur nah an der Comicvorlage zu bleiben, er steht auch immer mit einem Fuß über dem Abgrund des “Visuellen-Overkills”, was dem Film jedoch in keinster Weise schadet. Optik, Atmosphäre, Filmmusik und Story harmonieren perfekt miteinander und bleiben bis zum Schluss spannend. Leider ist der Film an einigen Stellen extrem brutal, weshalb er zu Recht ab 16 freigegeben ist. Er ist einer der wenigen Filme, der von der Dichte der Story her auch mit 167 Minuten noch zu kurz ist.

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Quellen
Wikipedia und Moviemaze

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ein Beitrag von

Robin Thier
Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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