Kino & Serie / Kultur und Medien

Filmtipp: Gangster-Drama

Filme über Menschen, die gegen das Gesetz handeln gibt es viele. Ob nun Serienkillerjagten oder smarte Gangsterkomödien à la Oceans […]
| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Yasir Eryilmaz | Unsplash

Filme über Menschen, die gegen das Gesetz handeln gibt es viele. Ob nun Serienkillerjagten oder smarte Gangsterkomödien à la Oceans 11, irgendwie kennt man sie alle. Aus diesem Grund wollen wir jetzt mal eine Auswahl von Gangsterdramen vorstellen, in der die menschliche Seite hinter den Verbrechern zum Thema wird.

Road to Perdition

In den zwanziger Jahren ist die irische Mafia in Chicago aktiv. Der Chef der Organisation adoptierte einen Jungen und erzog ihn zum Verbündeten und Killer. Als dieser, Vater in geregelten Verhältnissen, einen weiteren Auftrag annimmt, weiß er es noch nicht. Sein Sohn versteckte sich auf dem Rücksitz des Wagens und sieht die darauf folgende Hinrichtung mit an. Aus Angst, der Junge könnte etwas verraten, aktiviert die Organisation sämtliche Verbindungen um ihn zu töten, doch der Vater gibt nicht so einfach auf.

Was als Mafia-Epos beginnt, entwickelt sich nach einer Weile zu einer komplexen Vater-Sohn-Geschichte, die mit einer hollywood-untypischen Ruhe gefilmt ist, dass die Spannung fast greifbar zu sein scheint. Die Charaktere, vor allem Tom Hanks in einer seiner wenigen Rollen als Gangster, brillieren in den trostlosen Landschaften. Sam Mendes (Skyfall) führte hier Regie in einer Art und Weise, wie man sie auch im aktuellen James-Bond-Streifen finden kann.

Drive

Der Trailer wirkt wie ein Actionfilm, genauer gesagt, wie ein Teil der Transporter-Serie. Was er nicht zeigt ist, welch einfühlsames Drama sich hinter dem fälschlichen Image verbirgt, denn wenn dieser Film irgendetwas nicht ist, dann ein Actionfilm.

Der Driver ist ein junger Mann, er spricht nicht viel und fällt auch sonst nicht auf. Das kommt seinem Nebengeschäft zugute, denn nachts arbeitet er als Fluchtwagenfahrer für Raubüberfälle. Eines Tages lernt er eine junge Frau und deren Sohn kennen und es entwickelt sich eine komplizierte Beziehung zwischen ihnen, die sich zuspitzt, als ihr Freund aus dem Gefängnis entlassen wird. Doch als der Freund bedroht wird, verspricht der Driver ihm zu helfen und gerät in einen Strudel aus Gewalt, Rache und Geheimnissen.

Erneut haben wir einen Film, der mit den Erwartungen spielt. Doch gleich zu Beginn stellt man fest, mit welcher Ruhe und welcher Präzision der Film von Nicolas Winding Refn gestaltet ist. Die dramatische Beleuchtung und die regungslose Mimik von Ryan Gosling tun ihr übriges. Trotzdem ist der Film nicht gefühlskalt. Nur in Blicken und einem angedeuteten Lächeln schaffen es Gosling und Carey Mulligan (die schon in den Film „was wir geben mussten“ brillierte) ganze Bände sprechen zu lassen. Ein Highlight des Neo-Noir:

Die üblichen Verdächtigen

Den Namen kennen viele, aber wenige den Film.

Bei der Explosion eines Schmuggelschiffes nimmt die Polizei einen Kleinkriminellen fest. Im Verhör berichtet er, was sich zugetragen hat. Der gesamte Film wird dabei in Rückblenden erzählt, von den üblichen Verdächtigen, die sich in einer Zelle wiederfanden, bis zu dem Ding, das sie drehten und dem geheimnisvollen Gangsterbaron Keyser Soze, den noch nie jemand zu Gesicht bekam – bis jetzt.

Ruhige Kamera, das ist gar ein Ausdruck für dieses Meisterwerk. Manchmal glaubt man, das Bild sei eingefroren und die Spannung, die sich dadurch aufbaut ist phänomenal. Mehr soll über den Film nicht gesagt werden, denn die Spoilergefahr ist hier sehr hoch, denn der Gangsterfilm hält so einige Überraschungen bereit.

León der Profi

Einer der berühmtesten Filme auf der Liste. Wir werden mit dem Leben von León bekannt gemacht, einem einsamen Profikiller, der in einer Pariser Kleinwohnung lebt und außer einem Gummibaum und seinen Waffen keinen weltlichen Besitz hat. Als ein korrupter Polizist (eine brilliante Rolle von Gary Oldman) eines Tages die Familie in der Nachbarwohnung umbringt, lässt er die junge Mathilda in seine Wohnung. Das Mädchen ist verunsichert, taut jedoch schnell auf und schmiedet einen Plan: Sie will zur Killerin ausgebildet werden und sich rächen.

Sehr zaghaft und feinfühlig wird das Actiondrama erzählt, in einer Art, wie man sie von Luc Besson in jüngerer Zeit nie wieder erlebte. Die komplizierte Beziehung des zurückgezogenen Leon und der tatkräftigen Mathilda bekommt genug Zeit sich zu entwickeln, bevor die Geschichte sich immer weiter zuspitzt und mit einem Schlag zu entladen scheint. Was man hier an Klasse und Erzählkunst geboten bekommt ist unglaublich, man hat das Gefühl die Figuren zu verstehen. Respekt.

Kennt ihr ähnliche Filme? Schreibt sie in die Kommentare.

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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