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Kinokritik: Birdman

„Birdman? Noch ein Superhelden-Film, der im Fahrwasser von Batman und den Avengers schwimmt?“ Das waren meine ersten Gedanken, als ich […]
| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

„Birdman? Noch ein Superhelden-Film, der im Fahrwasser von Batman und den Avengers schwimmt?“ Das waren meine ersten Gedanken, als ich irgendwo eine Ankündigung des Filmes las, doch schon schnell wurde mir klar, dass es sich um einen ganz anderen Film handeln musste. Angestachelt von den vielen guten Kritiken und neun (!) Oscar-Nominierungen beschlossen wir, uns den Film einmal anzuschauen und haben es nicht bereut. Um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen: Birdman ist DAS Kinoereignis des Jahres und ich habe schon lange keinen so guten Film mehr gesehen.

Die Story

Riggan Thomson (Michael Keaton) war einst ein großer Filmstar, als er mit der Rolle des „Birdman“ in den 90er Jahren Erfolge feierte. Doch danach blieben die Aufträge aus und um seiner Karriere neuen Schwung zu geben, inszeniert er ein Theaterstück am Broadway, heuert seine Tochter (Emma Stone), die gerade aus dem Entzug entlassen wurde, als Assistentin an und holt nach einigen katastrophalen Leistungen seiner Besetzung einen bekannten Broadway-Schauspieler (Edward Norton) an. Dieser entpuppt sich jedoch als äußerst schwieriger Zeitgenosse und stiehlt Riggan zunehmend die Show. Seine Angst, als ein unbedeutender Mensch sterben zu müssen, wird größer und größer.

Einfach genial

Wo soll man anfangen den Film zu loben? Zitat von Wikipedia: Lob richtete sich an nahezu alle Aspekte des Films, aber vor allem an die Regiearbeit, die Story, die Kameraführung, das Konzept, die Musik und an die Darstellung der Charaktere. Ich beginne einmal beim Offensichtlichen: Der Kameraführung, denn hier hat der Film seinen vielleicht größten Clou. Es scheint, als sei er in nur einer einzigen Kamerasequenz gedreht. Die Kamera folgt den Darstellern, ohne sichtbaren Schnitt, durch die Flure und Garderoben des Broadway-Theaters und nimmt so die Entfaltung der Story auf. Was sich vielleicht wie ein nettes Gimmick anhört, ist nach einigem Zuschauen einfach der Wahnsinn und definitiv einer der Hauptgründe sich „Birdman“ anzusehen. Durch diesen Schachzug ist es möglich den Darstellern bei ihrem famosen Schauspiel zuzuschauen, ohne durch sekündliche Schnitte abgelenkt zu werden.

 „Sie kann auch reden?“ „Sie kann sogar sitz und Platz machen, wenn du ihr ein Leckerli gibst“

Auch bei der Besetzung setzt sich das Meisterwerk von Regisseur Alejandro González Iñárritu durch. Michael Keatons Part ist gerade daher so ironisch zu sehen, da dieser in den 90er Jahren die Rolle des Batman innehatte und damit die Story auch ein Stück weit aus dem Leben gegriffen wurde. Die Art und Weise, wie er den verbitterten und ängstlichen Mann spielt, der versucht sein Leben aufzuwerten ist grandios. Auch weitere Darsteller hatten schon Erfahrung mit dem Genre des „Superhelden-Films“. Edward Norton, der hier in wenigen Minuten zwischen sechs bis sieben Emotionen hin und her wechselt und das volle schauspielerische Register zieht, war bereits in der Rolle des „Hulk“ zu sehen und Emma Stone, bekannt aus „The Amazing Spiderman“ liefert die beste Performance ihrer Karriere ab, dasselbe gilt für Zach Galifianakis! Dabei hat jeder der Darsteller genug Raum die jeweilige Rolle zu entfalten und sie gerade durch die langen Sequenzen voll auszuspielen.

 Ein wahrer Zitateregen

Diese schauspielerischen Leistungen werden untermalt von einem irren Soundtrack, der fast nur aus Schlagzeug-Rhythmen besteht und folgt einem spitzzüngigen Drehbuch, das einem „Pulp Fiction“ gleich einen wahren Dschungel an Zitaten und Anspielungen an die Popkultur bietet.

 

 „Hol mir Michael Fassbender“

„Nein, der dreht gerade das Prequel zum Prequel von X-Men.

 

Außerdem bekommt hier jeder Bereich aus Film und Theater sein Fett weg. Es werden die Filmschauspieler und Promis genauso ironisch betrachtet, wie die Film- und Theaterkritiker.

Fazit

Ich kann gar nicht in Worte fassen, was diesen Film so besonders macht, oder warum ich ihn für einen der besten Filme der letzten Jahre halte. Er bekommt von mir auf jeden Fall die Höchstwertung und eine absolute Empfehlung ausgesprochen. Das ist ein wahres Kinoerlebnis Leute!

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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