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Kultur und Lifestyle / Musik

Konzertrückblick und –ausblick: Faber, Von Wegen Lisbeth & worauf wir uns freuen können…

Faber und Von Wegen Lisbeth haben mich letzte Woche in Münster und Dortmund mehr als begeistert. Welche weiteren Indie-angehauchten Bands halten die nächsten Monate bereit?

„Genug, genug war nie genug für mich“, singt der 23-jährige Faber mit voller Kraft letzten Samstagabend in Münsters Skaters Palace. Ungefähr 1500 junge & weniger junge Fans genossen seine rauchige, starke Stimme – mal laut, mal leise, mal deutsch, mal italienisch. Das gemischte Publikum schuf eine außerordentliche Atmosphäre; die vielen Stimmgesänge trieben Faber sogar ein Tränchen in die Augen. Die teils sehr provokativen Texte bleiben im Ohr und sprechen einige tabuisierte Wahrheiten aus. Von Einsamkeit oder ungezügelter Leidenschaft bis hin zur Kritik am Spießbürger und der Gesellschaft ist alles dabei. Ironisch, multiperspektivisch, überspitzt, aber auch sanft – der Faber kann alles.

Letzte Woche durfte ich nicht nur Faber und seine Band genießen, sondern auch Von Wegen Lisbeth. Obwohl bei faberischen Posaunenklängen und verrückten Klaviersolos schon abgetanzt wurde, rastete die Meute in Dortmund bei VWL komplett aus. Happy Moshpits zu „Meine Kneipe“, „Chérie“ und „Sushi“ ließen das Freizeitzentrum West vibrieren. Wie die Titel anklingen lassen, geht es in den Songs der Berliner Jungs ums Stundenleben, die Liebe, aber auch um viel Politisches oder mal Belangloses. Fusioniert mit Xylophon-Geklimper und anderweitigen kreativen instrumentalen Effekten bringt die Band etwas Einmaliges auf die Bühne. Zum Tanzen und zum Zuhören perfekt; die Vinyl lohnt sich also sehr!

Ob man es nun deutschen Indie-Pop nennt, es in die AnnenMayKantereit-Schublade steckt oder bei Faber auch ein bisschen an Bukahara und Balkan-Musik erinnert wird, die beiden Bands gehen unter die Haut, sprechen aktuelle Themen an und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. Ihre Touren haben sie leider abgeschlossen. Letztes Jahr waren die Jungs jedoch auf verschiedensten Festivals vertreten (Haldern Pop, Appletree Garden, …) und ich bin mir sicher, ihr werdet noch die Gelegenheit bekommen, diese Talente im kommenden Jahr zu sehen. Verpasst die Chance nicht, denn es lohnt sich sehr.

Wenn ihr aber nicht auf die nächste Tour oder den Festival-Sommer 2018 warten wollt und die Indie-Pop-Sphären liebt oder kennenlernen möchtet, hier einige Konzerttipps für die nächsten Monate:

Giant Rooks

Auf Platz Nummer eins steht bei mir die Newcomer Band aus Hamm. Diesen Sommer durften die Jungs auf über dreißig Festivals spielen, unter anderem MS Dockville, Haldern Pop und dem Kosmonaut Festival. Keine Band verzaubert so wie diese. Frederiks Stimme zeichnet sich sowohl markant als auch sanft ab und die wundervolle Klangharmonie entführt. Die Texte laden zum Grübeln ein und sogar Shakespeare hat sich zwischen den Zeilen versteckt. Instrumental erinnert mich die Band an alt-J, stimmlich das ein oder andere Mal an The War on Drugs und ein Hauch Foals liegt durchgehend in der Luft. Ab Februar 2018 könnt auch ihr in diese ganz andere Welt eintauchen.

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alt-J

Wo wir eben schon bei alt-J waren: Auf dem diesjährigen Hurricane ließ alt-J ein zehntausende starkes Publikum pulsieren. Mit dem neuen Album Relaxer, aber vor allem mit An Awesome Wave beeindruckten die Engländer die Masse mit übernatürlichen Klängen, Melodien und aufgeladenen Texten. Im Januar könnt ihr euch in Berlin, München, Köln oder Hamburg selbst ein Bild von dieser höchst talentierten, ungewöhnlichen Band machen.

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Bilderbuch

Wer dann doch nicht ganz so auf der reinen Indie-Schiene fährt und lieber das außergewöhnliche Deutsche bevorzugt, dem empfehle ich Bilderbuch. Schrill, ausgefallen und trotzdem easy-going – mit Elementen aus Hip-Hop, Gospel und deutschsprachigem Indie-Rock. Songs wie „Maschin“ und „Bungalow“ könnten dem ein oder anderem bekannt sein. Die Österreicher verwirren vielleicht mit Prunk und Trash, provozieren aber dabei hinter die Fassade zu schauen. Vielfältiger geht es kaum, aber man muss sich drauf einlassen können. Ab April sind sie dann im Lande.

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Kakkmaddafakka

Hier noch ein absoluter Geheimtipp. Wer die Jungs aus Norwegen noch nicht kennt, schnell mal reinhören! Absolutes Tanzvergnügen, gute Stimmung und pures Glück sind vorprogrammiert. Auf dem Hurricane 2017 tanzte ein Jeder/eine Jede mit, so gut er und sie konnte – trotz des Regens. Ende Januar und Anfang Februar spielen die Sechs in verschiedensten Städten Deutschlands – da ist bestimmt etwas für dich dabei.

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Hör in die Alben rein, lass dich inspirieren, wegtragen und mitreißen, und hol dir eine Konzertkarte – es wird sich lohnen!

Wenn du noch weitere heiße Konzerttipps für die nächsten Monate hast, schreib gerne einen Kommentar. Ich bin gespannt auf deine Vorschläge.

„Mach es gut, Chérie!“

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Timea Wanko

...ist neu bei den Seitenwaelzern, studiert im schönen Münster, liebt Bücher, Musik, Konzerte, Reisen & Kultur.

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