Bildung

Polizeigewalt an Schulen

| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

In einem Artikel vom 04.09.2011 schrieben wir darüber, dass es einen Fall in Deutschland gab, bei dem Schüler für das Schule-schwänzen ins Gefängnis kamen. In Amerika nimmt diese Art der Bestrafung, wie der Spiegel berichtet, Übermaße an. Wo früher noch die Lehrer für Ordnung sorgten, sind es nun Polizisten, und die greifen hart durch.

In Texas und einigen anderen Staaten der USA ist es längst zum Alltag geworden, dass uniformierte und bewaffnete Polizisten durch die Gänge patrouillieren. Täglich müssen hunderte Schulkinder im ganzen Land vor Gericht. Anklagepunkte sind: Unterrichtsstörung, Rauchen, Verspätungen, Prügeleien, lautes Rufen oder „unangemessene“ Kleidung.

2010 wurden über 300.000 Kinder, manche nicht älter als 6 Jahre, gerichtlich für kleinste Vergehen belangt, wie die oben genannten. Solche Kleinigkeiten wurden sonst von den Lehrern getadelt oder waren durch einen Anruf bei den Eltern spätestens aus der Welt. Nun geht das ganze vor Gericht, die Schüler bekommen eine Strafakte und sind von da an im Justizsystem der vereinigten Staaten. Da die Strafmündigkeit in Texas mit zehn Jahren beginnt, bedeutet das für viele Schüler, dass sie später keine Studienplätze oder keinen Job bekommen, da sie ja gesetzlich Aktenkundig geworden waren.

Kaum ein anderes Land hat so strenge Gesetze auf die Strafe von Kindern bezogen, wie die USA. Dort gibt es ein Gesetz, welches bereits Dreizehnjährige, wenn sie zur Beihilfe zum Mord angeklagt wurden, zu Lebenslänglicher Haft ohne Bewährung verurteilen kann. Diese extremen Maßnahmen werden jedoch nicht nur akribisch durchgeführt, teilweise wird sogar übertrieben und das ist der größte Kritikpunkt an dem System.

So kam es wiederholt zu Gewalt. Es wurden Waffen gezogen, wenn Schüler sich aufmüpfig verhielten, Streits wurden durch den Einsatz von Pfefferspray aufgelöst. Wohl am schlimmsten waren Fälle in Texas, Kalifornien und Florida. Dort brach ein Polizist einem Mädchen dem Arm, da sie Kuchenkrümel, die ihr heruntergefallen waren, nicht aufhob. Weiterhin wurde ein Schüler mit Elektroschocks dafür bestraft, einem Senator bei einem Schulbesuch unangenehme Fragen gestellt zu haben. Und erst vor kurzem, im Januar 2012, kam es soweit, dass die Polizei nun unter dem Vorwurf steht völlig über zu reagieren.

Ein Schüler in Texas hatte zum Spaß eine Luftpistole mit zur Schule gebracht. Als er damit auf einen Polizisten zielte, reagierte dieser sofort und schoss drei Mal. Zwei der Schüsse trafen den Jungen und töteten ihn. Nun stellt sich die Frage, in wieweit die Polizei richtig handelte, da sie natürlich einen Amoklauf fürchten musste. Das Verfahren ist zurzeit im vollen Gange.

Policeman at high school in Pharr, Texas, monitors students walking through courtyard between classes
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Bildquelle: Spiegel online

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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