Auf ins Studium / Bildung

Biologiestudium in Münster – Hilfe, ich studiere im Schloss

| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Nun, vielleicht nicht immer direkt IM Schloss, aber die Biologie verteilt sich munter in den angrenzenden Gebäuden im Schatten des Bauwerkes zwischen Schlossgarten und Schlossplatz, aber daran gewöhnt man sich schnell, schließlich gibt es, gerade in der ersten Zeit viel zu entdecken:

Die vielleicht interessanteste Eigenschaft von Münsters Universität stellt sich gleich am ersten Tag auch als eine sehr lästige heraus: Die Uni ist über das gesamte Stadtgebiet verteilt und die Führung durch einige sehr nette Biologiestudenten daher kein kurzer Spaziergang, sondern harte Arbeit.

O-Woche, oder Orientierungswoche (auch Ersti-Bespaßung) nennt sich das Programm, das in allen Fachschaften in der Woche vor Vorlesungsbeginn angeboten wird und das dazu dienen soll den Studienanfängern, den „Erstis“, zu denen ich von nun an gehöre, die Universität etwas näher zu bringen. Dabei studiere ich gar nicht „nur“ Biologie, sondern habe mich mit dem Zwei-Fach-Bachelor für eine Kombination aus Biologie und Philosophie entschieden. Eine Mischung, die allzu oft ein Stirnrunzeln bei meinen Mitmenschen verursacht. Doch nun zuerst zu den Biologen:

Nach 5 Tagen bin ich kaputt, gestresst, aber so richtig weiter bin ich nicht. Nach einer knapp zweistündigen Begrüßung durch die Lehrenden (Den Fachbereich) und die Studenten älterer Semester (Die Fachschaft) ging es zu Beginn der Woche bei einer Tour quer durch die Stadt. Dabei lernten wir nicht nur etwas über die Anatomie von Münster (nicht auf den roten Wegen laufen, Achtung, Fahrräder haben IMMER vorfahrt und in den Aasee springt nur der hinein, der Interesse an aggressiven Mikroorganismen sowie unangenehmem Ausschlag an diversen Körperregionen hat), sondern auch über Verhaltensregeln an der Uni.

Die ersten Info-Veranstaltungen sind gut besucht. Rund 400 Bio-Studenten kommen neu hinzu.
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Die ersten Info-Veranstaltungen sind gut besucht. Rund 400 Bio-Studenten kommen neu hinzu.

Zum Aufbau des Studiums:

Die vielleicht schockierendste Erkenntnis der Woche war, dass man als Biologe wohl nicht um die anderen naturwissenschaftlichen Fächer herumkommt, wie Chemie und Physik. Doch auch hier wurden wir beruhigt, Chemie sei zu schaffen und in Physik handle es sich um ein Buch für die 5. bis  10. Klasse – Halleluja.

Nichtsdestotrotz scheint das Studium der Biologie zu Beginn recht öde zu sein. Grundlagenmodule in Physik, Chemie und Biologie stehen in den ersten Semestern auf dem Stundenplan und es gibt keinerlei Wahlmöglichkeiten, das zu umgehen. Aber angeblich gibt es Hoffnung, denn die „richtig coolen Themen“ kommen dann in den späteren Semestern (so hat man uns glaubhaft versichert. Ich glaube das einfach mal…)

Das ganze gilt nur für den Zwei-Fach-Bachelor, diejenigen, die Biowissenschaften studieren haben eine etwas andere Gliederung. (Also ausnahmsweise mal keine Garantie auf die Fakten!)

Neben einigen weiteren Programmpunkten, wie einer Kneipenrallye, Stadtrallye, peinlichen Kennenlernspielchen und der großen Biologieparty am Donnerstag, standen eine Einführung in die Computerbenutzung, ein Vortrag über den Aufbau des Studiums sowie ein kostenloser Zoobesuch inklusive Führung auf dem Programm.

Zitat aus dem letzten Jahr:

Zooführer: “Die Giraffen haben 50cm lange Zungen.”
Studentin aus der letzten Reihe: „50cm?? Geil!!“

Informatives Kennenlernen während der Zooführung.
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Informatives Kennenlernen zwischen Primaten. Die Zooführung war ein voller Erfolg.

Im Großen und Ganzen scheint das Studium der Biologie recht gut strukturiert zu sein und die Fachschaft, stellte sich als nette Ansprechpartner heraus. Dennoch wird es wohl ein Weilchen dauern, bis ich alle Anmeldeportale, Institutionen und Regeln durchschaut habe – also wer weiß, was noch kommt. Eine gute Hilfe und eine Pflichtlektüre für alle, die über ein Biologiestudium in Münster nachdenken, ist die sogenannte „Ersti-Wühlmaus“, eine Zeitung der Fachschaft, in der alle wichtigen Fragen beantwortet werden. Hier geht es zum PDF.

Das Studium scheint zwar anstrengend, aber machbar zu sein. Das Einzige, was mich noch nicht ganz überzeugen konnte, waren meine Kommilitonen und Kommilitoninnen in Biologie. Ausnahmen ausgeschlossen wirken sie irgendwie in sich gekehrt, oberflächlich, wie eine schweigende Masse. Dieser Eindruck ist in Philosophie ein ganz anderer. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass der Biologiestudiengang einfach viel voller ist und man sich nicht so familiär trifft, wie in Philosophie. Vielleicht ist es auch die Verwirrung und Verschüchterung der Neustudenten. Ich bin auf den weiteren Verlauf jedenfalls sehr gespannt.

Über die Philosophie werde ich noch einmal gesondert schreiben, denn das ist im Vergleich zu den Naturwissenschaften eine ganz andere Welt.

Das Schloss in Münster beinhaltet die Verwaltung der Uni und etliche Seminarräume.
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Das Schloss in Münster beinhaltet die Verwaltung der Uni und etliche Seminarräume.

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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