Abi - und dann? / Bildung und Karriere / Studium

Der Sinn und Unsinn von Hochschulrankings

Wenn es um die Frage geht, auf welche Schule man als Kind gehen soll, dann kommen meistens nur die zwei oder drei Schulen in der Nähe in Frage. Bei Hochschulen (Fachhochschulen und Universitäten) ist das Ganze jedoch anders und die Frage ist plötzlich, welche die beste Hochschule ist und in welcher Stadt man während seines Studiums leben möchte.
| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Robin Thier

Wenn es um die Frage geht, auf welche Schule man als Kind gehen soll, dann kommen meistens nur die zwei oder drei Schulen in der Nähe in Frage. Bei Hochschulen (Fachhochschulen und Universitäten) ist das Ganze jedoch anders und die Frage ist plötzlich, welche die beste Hochschule ist und in welcher Stadt man während seines Studiums leben möchte.

Die Auswahl ist dabei nicht einfach, lässt man sich einmal von den folgenden Zahlen erschlagen:

Es gibt in Deutschland über 380 staatlich anerkannte Hochschulen in 175 Städten. Davon sind 109 Universitäten, 216 Fachhochschulen und etwa 55 Kunst-, Film- und Musikhochschulen. Alles in allem hat man die Wahl zwischen 15.000 Studiengängen.

Dort die richtige Hochschule auszusuchen ist schwierig. Möchte man auf eine staatliche, oder eine private Institution? Uni oder Fachhochschule? Um den Wald vor lauter Bäumen wieder zu sehen, gibt es eine ganze Reihe von Rankings, welche von sich behaupten, die Qualität von Hochschulen messen zu können. Die Wirtschaftswoche zum Beispiel titelte vor einem Jahr: „Das sind Deutschlands Spitzen-Universitäten 2013“.

Nach einigem Recherchieren, es stand in dem Artikel nichts über die Auswahlkriterien, fand sich dann die „Methodik des Uni-Rankings“ auf einer anderen Seite. Also, wie wird bei diesem Ranking, als Beispiel, ermittelt, welche Universität auf den vorderen Plätzen landet?

„In den vergangenen Monaten beantworteten bundesweit 571 Personalverantwortliche die Frage, welche Universitäten und Fachhochschulen die Studenten am besten für ihre Bedürfnisse ausbilden…“

Sicher gibt es in der Fülle der Hochschulrankings auch solche, die ganz anders vorgehen, doch bleibt man einmal bei diesem Beispiel, so sagt diese Top 10 der „Spitzen-Universitäten“ überhaupt nichts über die Universitäten an sich aus. Weder wurden Studenten befragt, was sie von ihrer Uni halten, was zum Beispiel die Kompetenz der Lehrkräfte, das Lehrangebot, die Ausstattung der Universität, die allgemeine Stimmung unter den Kommilitonen, die Stadt und deren Angebote für Studenten angeht. Die Lehrenden wurde ebenso wenig befragt. Stattdessen betrachtete man das Endergebnis. Ein besserer Titel wäre hier wohl: „Welche Universität bildet die besten Nachwuchskräfte im Bereich X aus?“ Aussagen über die wahre Qualität der Universität sind hier so gut wie gar nicht vorhanden und das ist auch das Problem bei den meisten Hochschulrankings.

Wie soll man eine Universität bitte bewerten und alle Aspekte des Studierendendaseins berücksichtigen? Den Studenten fehlt der Blick auf das Ende ihres Studiums, die Personalchefs wissen nichts über die Universität, die Dozenten nehmen einen anderen Blickwinkel ein, als ihre Zuhörer. Kann man Hochschulrankings also komplett vergessen? Komplett sicher nicht, gerade, wenn sie feiner differenzieren und zum Beispiel nicht die ganze Universität, sondern nur Fachbereiche aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. So kann die beste Universität aus Sicht der Studenten vielleicht auch die sein, an der nicht besonders gut ausgebildet wird, niemand etwas tut und die Studenten am Ende schlechter ausgebildet sind, als ihre Kollegen aus anderen Städten. Derartige Daten und Ansprüche die „Top Universität Deutschlands“ gefunden zu haben sind also mit Vorsicht zu genießen. Sinnvoll können sie jedoch insofern sein, als dass man einen Überblick über die große Zahl von Universitäten bekommt und die Möglichkeit hat zu sehen, welcher Fachbereich wo gelehrt wird. Um das Hinfahren und sich-umsehen kommt jedoch wohl niemand herum und ein eigener Blick ist immer kritischer, als der von den Menschen, welche Uni-Statistiken auswerten.

________________________
Quellen:
https://www.daad.de/deutschland/nach-deutschland/angebote/de/6002-die-richtige-hochschule-finden/
http://www.wiwo.de/erfolg/campus-mba/uni-ranking-das-sind-deutschlands-spitzen-universitaeten-2013/8038154.html?slp=false&p=2&a=false#image
http://www.wiwo.de/erfolg/campus-mba/exklusives-hochschulranking-das-sind-deutschlands-beste-unis/10076006.html

 

Noch mehr Stories? Folge seitenwaelzer:

Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

Hörsaal KritzeleiRobin Thier

50 Dinge, die einem Seminar die Langeweile nehmen

Pexels | Pixabay

(Rezept) Methi Matar Malai – Erbsencurry mit Bockshornklee

Robin Thier

Studiengangswechsel und die Angst des Versagens

Black*Out | Arena Verlag

Seitenwaelzer Buch-Tipp: Black*out

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies, mit der Nutzung unserer Webseite erklärst du dich damit einverstanden. Hier gibt's weitere Infos.