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Kinokritik: London Has Fallen

Nach den kürzlich stattfindenden Oscarverleihungen beginnt nun das nächste Oscarjahr, in dem Schauspieler, Kameramänner und Regisseure wieder eifrig Punkte für die nächsten Verleihungen sammeln können.
| Moritz Janowsky |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Nach den kürzlich stattfindenden Oscarverleihungen beginnt nun das nächste Oscarjahr, in dem Schauspieler, Kameramänner und Regisseure wieder eifrig Punkte für die nächsten Verleihungen sammeln können. Ein Film, der realistisch betrachtet wohl eher weniger mit einem Titel zu tun haben wird, macht nichtsdestotrotz für uns den Anfang.

Die Rede ist von London Has Fallen, einem US-amerikanisch-britischem Actionfilm von Babak Najafi (Sebbe, Easy Money II), mit Gerard Butler (300, Der Kautions-Cop) in der Hauptrolle.

Die Story

Nachdem der britische Premierminister überraschend durch einen vermeintlichen Herzinfarkt zu Tode kommt, werden alle führenden Staatsoberhäupter der Welt zur Trauerfeier nach London eingeladen. Unter ihnen befindet sich auch der amerikanische Präsident Benjamin Asher (Aaron Eckhart) in Begleitung seines Bodyguards Mike Banning. Kurz nach ihrer Ankunft bricht in London das Chaos aus, als ein krimineller Waffenhändler versucht sämtliche Landespräsidenten auf einen Schlag zu eliminieren. Während die Straßen der britischen Hauptstadt mit Terroristen gefüllt sind, versucht Mike Benning seinen Präsidenten vor der drohenden Gefahr zu schützen und die Rädelsführer zu Strecke zu bringen.

Was uns gut gefallen hat

Schon durch den zuvor veröffentlichten Trailer konnte der geneigte Zuschauer erahnen, dass es sich bei London Has Fallen um Actionkino in Reinkultur handelt. In dieser Hinsicht wurden wir selbstverständlich nicht enttäuscht. In Call-of-Duty-Manier schießt sich ein durchweg gut gelaunter Gerard Butler mit unendlicher Munition durch das terroristenverseuchte London, natürlich nicht, ohne dem Zuschauer nach jedem zehnten besiegten Gegner einen coolen Spruch zu reichen. Langeweile kommt während der Spielzeit von 90 Minuten nicht wirklich auf, denn man wird mit einer Actionsequenz nach der anderen ausreichend auf Trab gehalten. Zudem gut gefallen hat uns, dass an keiner Stelle ein möglicherweise eingeschränktes Budget auffällt und alle CGI-Effekte glaubhaft umgesetzt wurden.

Besonders mitgenommen haben uns vor allem der Schnitt und die Stimmung während des Ausbruchs der Anschläge. In diesem Zusammenhang konnte sich stellenweise sogar leichtes Gänsehautfeeling einstellen.

Was uns eher weniger gefallen hat

Was uns eher weniger gefallen hat, ist das Konzept bzw. die generelle Auslegung von London Has Fallen. Häufig wirkt die sehr überzogene Action einfach unglaubwürdig, was die durch Patriotismus angetriebenen Charaktere teilweise nur noch ins Lächerliche zieht. An manchen Stellen wäre weniger einfach mehr gewesen. Vor allem in der zweiten Hälfte der Handlung flacht diese zusehends ab und das dritte Werk von Newcomer-Regisseur Babak Najafi verkommt zu einem gewöhnlichen 0815-Actionstreifen, angereichert mit triefendem amerikanischem Patriotismus.

Fazit

Wer einen Fable für knallendes und actionreiches Popcornkino besitzt und nicht genug von Gerard Butlers coolen Spüchen bekommen kann, der bekommt mit London Has Fallen einen technisch gut umgesetzten Actionfilm ohne Überlänge, der im Kino möglicherweise sogar besser wirken könnte als vor dem heimischen Fernseher. Alle anderen sollten sich leider wirklich zweimal überlegen, ob ein Kinobesuch in Frage kommt. Unserer Meinung nach lohnt sich London Has Fallen für die Mehrheit leider nur als Stream oder günstige DVD/Blu-ray.

 

 

Titelbild: http://cdn3-www.comingsoon.net/assets/uploads/gallery/london-has-fallen_1/london_has_fallen_ver2_xlg.jpg

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