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Kinokritik: Star Wars Episode VII – Das Erwachen der Macht

Nach Jahren wurde ein neuer Star-Wars-Streifen angekündigt und inmitten einer Welt schlechter Fortsetzungen, Reboots, Prequels und was es noch so […]
| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Nach Jahren wurde ein neuer Star-Wars-Streifen angekündigt und inmitten einer Welt schlechter Fortsetzungen, Reboots, Prequels und was es noch so in die Kinos schafft, wusste man sofort: das kann ja nichts werden! Doch dann hieß es, Regisseur J. J. Abrams (Star Trek) würde sich um die Umsetzung kümmern und auch die Besetzung versprach große Namen und alte Bekannte – Hoffnung keimte auf. Dieses Wochenende war es dann so weit: Star Wars läuft in den deutschen Kinos und wir sind natürlich sofort am Freitag dort gewesen und verraten euch, ob der Film hält, was er verspricht und ob sich ein Kinobesuch lohnt. Natürlich möchten wir niemanden spoilern, daher hier die Anmerkung, dass wir uns über die Story weitestgehend ausschweigen werden.

Die größte Sorge vieler Fans der Serie ist wohl, dass der neue Teil „Episode VII“, sich zu sehr an den neueren Episoden I-III orientieren und die deutlich besseren alten Teile ignorieren würde. Diese Angst können wir euch gleich zu Beginn nehmen: Das „Erwachen der Macht” hat so gut wie nichts mit diesen Filmen zu tun, weder storytechnisch, noch vonseiten der Umsetzung. Stattdessen orientierten sich Abrams und sein Team an den älteren Filmen, zu denen Episode VII ja auch ein direkter Nachfolger ist. Das bedeutet: Wir treffen alte Bekannte und gerade Fans der Serie werden alle paar Minuten Anspielungen und Insiderwitze entdecken. Dies ist zugleich eine der größten Stärken des Filmes, wie auch die einzige Schwäche. Man fühlt sich zwar gleich wieder in dem Universum zu Hause und schätzt die genretypischen Entwicklungen, aber irgendwie kommt es einem manchmal auch so vor, als stehe man vor einem Flickenteppich aus den besten Elementen der Star-Wars-Saga. Die Macher ließen sich mehr als nur inspirieren und vielleicht wäre ein wenig mehr Mut hier nicht verkehrt gewesen.

Aber hier hört das Gemecker sofort schon auf, denn der Rest des Filmes ist absolut grandios! Die Effekte als Verbindung zwischen echten Kulissen und Raumschiffmodellen, sowie CGI (computer generated imagery) auf höchstem Niveau machen einfach nur Freude und der 3D-Effekt ist seit langem mal wieder richtig lohnenswert. In tollen, riesigen Landschaften, die man in Teilen auch schon im Trailer bewundern durfte, entfaltet sich eine Abenteuergeschichte mit gut aufgelegten und coolen Charakteren, einer Prise Witz aber auch einer Menge Spannung und richtig guter Action. Langweilig wird es trotz der 140 Minuten Laufzeit nie, denn gerade diese Mischung macht den Charme des Filmes aus.

Während uns die Effekte und vor allem auch die Kameraführung schon überzeugten, machen auch die Darsteller ihre Sache richtig gut. Nebst alten Bekannten wurde hier, wie auch schon bei Episode IV das Wagnis eingegangen, komplett unbekannte Leute zu casten. Das hat dem Film auf jeden Fall sehr gut getan und wir bekommen eine tolle Besetzung für die interessanten Protagonisten: Eine junge Schrottsammlerin, einen Piloten und einen „Stormtrooper” – ja, richtig gelesen.

Alles in allem handelt es sich nicht nur um einen guten Sci-Fi-Streifen, sondern auch um einen richtig guten Star Wars-Film, dem man seine zögerliche Story sofort verzeiht und sich auf jeden Fall zu Hause fühlt. Bombastisches Genrekino – für Fans der Serie ein Muss und auch für Neulinge eine Empfehlung wert. Der frische Wind auf dem Regiestuhl hat den Staub von der Serie gepustet und sie gekonnt in das neue Jahrtausend transportiert.

 

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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