Bildung und Karriere

Ungewöhnliche Berufe 5: Tätowierer

Ihr Werk begleitet die Menschen ein Leben lang, dabei wollen viele ihre Spuren der Jugendjahre nicht mehr auf dem Körper […]
| Robin Thier |

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Ihr Werk begleitet die Menschen ein Leben lang, dabei wollen viele ihre Spuren der Jugendjahre nicht mehr auf dem Körper tragen: Die schwierige Arbeit von Tätowierern.

Obwohl sie schmerzhaft sind, lassen sich jedes Jahr tausende Menschen Tattoos stechen, über den Sinn davon kann man zwar streiten, doch für den Künstler zählt nur das Werk an sich. Mit dem Körper als Leinwand geht es dabei um Farbwahl, Kontraste und Linienführung.

Was macht ein Tattookünstler?

Die eigentliche Schwierigkeit ist beim Tätowieren nicht das zeichnen an sich, sondern die Technik. Die Farbe muss in die mittlere Hautschicht gestochen werden, weder zu oberflächlich, noch zu tief. Das würde Schmerzen, Blutungen und ein Verlaufen der Farbe zur Folge haben. Somit gliedert sich die Arbeit in drei Schritte. Zuerst wird der Kunde über seine Wünsche aufgeklärt. Im Grunde ist das Tätowieren nämlich Körperverletzung und darf nur unter Einwilligung der Personen stattfinden, die es sich machen lassen. Es wird über die Dauerhaftigkeit des Bildes und die möglichen Folgen gesprochen. Dann erst machen sich Kunde und Tätowierer an eine Motivauswahl, natürlich nur, wenn man noch nicht das perfekte Motiv im Kopf hat. Erst letzten Schritt kommen dann Nadeln und Tinte ins Spiel.

Dem Beruf von Tätowierern hing noch lange ein zwielichtiger Ruf an. Dass die Tattoostudios keine dunklen Kammern in dreckigen Hinterzimmern sind, wird inzwischen jedoch garantiert. So werden sie regelmäßig vom Gesundheitsamt kontrolliert und müssen die Richtlinien bezüglich der Sterilisation der Nadeln und den Farben streng befolgen.

“Viele Kunden haben eine bestimmte Idee im Kopf, können diese aber nicht umsetzen. Dann zeichnen wir eine Vorlage und komponieren sozusagen ein Tattoo exklusiv für unsere Kunden”

Gibt ein Tattokünstler an. Damit ist der Beruf eine Mischung aus Kunst und Handwerk, bei dem Kreativität und räumliches Vorstellungsvermögen unabdingbar sind.

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Das Molekül von Koffein als Tattoo (Quelle: Science Ink – page60
IRA KLOTZKO – Spiegel online)

Wie wird man Tätowierer?

Es gibt keine staatlich geregelte Ausbildung, sodass die Lehrlinge von den erfahrenen Tatookünstlern unterwiesen werden. In der ersten Zeit dürfen sie auch noch nicht an die Nadeln, sondern ihre Aufgaben beschränken sich auf das Zusehen und das Sterilisieren der Geräte. Bis die ersten Tattoos gestochen werden arbeiten die Lehrlinge ohne Lohn, und diese Zeit kann, je nach Lernvorgang schon einmal einige Jahre betragen. Die Arbeitszeit ist lang und der Job hart. Vor allem große und komplizierte Motive fordern stundenlange Konzentration, dabei bekommt man jedoch mit 60-100€ pro Stunde einen recht ordentlichen Lohn. Das funktioniert jedoch nur, wenn Kundschaft da ist und das ist nicht immer der Fall.

Was gibt es für berufliche Aussichten?

Nur die wenigsten arbeiten nach ihrer Lehre als Angestellter eines Tattoostudios. Meistens muss man sich selbstständig machen und damit sinken auch die Chancen auf ein geregeltes Einkommen. Wie erfolgreich man ist hängt daher sicher von Kreativität und den Beziehungen ab, die man mitbringt. Die meisten Kunden kommen nämlich nur einmal.

Berufe- Tattoo
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Quellen:
http://www.zeit.de/karriere/beruf/2010-11/beruf-taetowierer
http://www.zeit.de/2003/34/T_8atowierungen
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/taetowierungen-wenn-wissenschaft-unter-die-haut-geht-a-799887.html

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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