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5 Fragen & Antworten zum Phänomen Karneval

Oder besser: Eine Ode an die 5. Jahreszeit

1. Bitte was?

Die genaue Bezeichnung für die 5. Jahreszeit variiert je nach Region. Am gebräuchlichsten ist vor allem im Süden und Osten Deutschlands der Ausdruck „Fasching“ (44%). Im Westen und Norden hingegen spricht man von „Karneval“ (37%). Die Titulierung als „Fastnacht“ (15%) tritt hauptsächlich in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland auf.

 2. Warum eigentlich?

Traurigerweise kennen nur ca. 1/3 der Feiernden den Ursprung dieser Tradition. Damit diese Zahl steigt, hier noch einmal eine kurze Übersicht über die drei Hauptgründe den Karneval zu ehren: Böse Geister (des Winters) vertreiben, vor der Fastenzeit noch einmal richtig Feiern und Essen und natürlich, sich über die Obrigkeit lustigmachen.

 3. Wo sind Meinesgleichen zuhaus?

Begeisterte Karnevalisten sind vor allem in NRW, Hessen und Bremen zu finden und machen insgesamt gut 30% der Gesamtbevölkerung aus. Knapp der Hälfte ist das bunte Treiben schlicht egal. Erschreckenderweise finden fast 20% unserer Mitbürger Karneval „schrecklich“; Grund dafür sollen die (angeblich) aufgesetzte Freude und das Besäufnis sein, was oft als nervig oder gar albern bezeichnet wird. Für die allermeisten Narren steht allerdings die Unternehmung mit Freunden im Vordergrund.

4. Mit wem wird warum gefeiert?

In Beziehungen feiern fast doppelt so viele Männer wie Frauen gemeinsam mit ihrem Partner. Allerdings lassen sich ca. 4-Mal so viele Exemplare der ersten Spezies zu einem Seitensprung hinreißen. Der logische Umkehrschluss des Ganzen: Männer sehen das „Bützchen“ (und was sich eventuell daraus entwickelt) grundsätzlich lockerer als Frauen, verzeihen ihrer Partnerin aber auch mehr – sehr konsequent.

Auch unter den Unabhängigen bestätigt sich das weit verbreitete Vorurteil gegenüber der Herrenwelt. Jeder 3. Mann nutzt die Feierlichkeiten vorsätzlich als Singlebörse. Dagegen sind es bei den Damen nur ca. 12%.

Im Vergleich zu anderen Ländern der Welt wirkt der deutsche Karneval jedoch fast ungesellig: In Brasilien verteilt die Regierung deshalb gratis zahllose Kondome (2010 wurden 10 Millionen Stück verteilt).

5. Was brauche ich noch?

Das augenscheinlichste Merkmal der Karnevalisten wird von über 60% zur Schau getragen: Die Verkleidung. Häufig liegen hier Monatelange Planung und feinste Fingerfertigkeit zugrunde. Aber der Teufel steckt nicht nur im Detail und ist eines der beliebtesten Kostüme, sondern ist als Fastnachtsfigur schon seit dem Mittelalter bekannt. Aber Achtung: Die Maske wurde als das wahre Gesicht enttarnt! Der Psychologe Rolf Schmiel fand heraus, dass ein Kostüm weniger verkleidet, als vielmehr die Sehnsüchte des Trägers entblößt. So sollen Clowns als mutmaßliche Spaßvögel eher eine „depressive Grundstimmung“ bergen.
(Auf welche Mitkarnevalisten diese Theorien zutreffen, muss am besten persönlich beurteilt werden.)

Die Quintessenz der beschriebenen Eigenarten steckt jedoch in der Ironie dieses Artikels: An Karneval geht es nicht um Fakten, Zahlen und Theorien, sondern darum, einfach den Kopf auszuschalten, Spaß zu haben und Ernsthaftigkeiten außen vor zu lassen. (Das beliebteste Hilfsmittel dafür ist und bleibt das Bier.) Dabei gibt es noch eine Besonderheit: Es ist völlig egal, wer mit wem anstößt! Ob es die Firmenchefin und der Reinigungsfachangestellte oder der Bestatter von nebenan ist, alle sind gleich. (Rosenmontag wie Aschermittwoch^^)

 

Ein letzter Tipp für auswärtig Zelebrierende: Das Grundnahrungsmittel der Feiernden heißt von Flensburg bis in die Schweiz „Berliner“, in Bayern und Österreich „Krapfen“, aber in Berlin und den angrenzenden Bundesländern kann er nur als „Pfannkuchen“ zweifelsfrei bestellt werden.

Quellen: THE HUFFINGTON POST, Elite-Parner, HNA (Hessische Niedersächsische Allgemeine), TOMORROW FOCUS Media GmbH Research & Analytics

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ein Beitrag von

Lena Hortian
Ich mag gutes Essen und treibe gern Sport, obwohl mein Schweinehund da auch noch ein Wörtchen mitzureden hat. Zeitgleich studiere ich Germanistik und Kunstgeschichte. Meine Wahlheimat Münster ist für das alles und noch viel mehr zum Glück bestens geeignet, auch, wenn ich mir als geborene Rheinländerin hier noch ein paar Berge wünsche.

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