Bildung und Karriere

Als Journalist die Monster füttern

Ironischerweise stießen wir durch eine Twitter-Nachricht auf den interessanten Artikel „Warum ich als Journalist nur noch die Monster füttere“, der Anfang März auf dem Blog „Blogrebellen“ erschien. Darin geht es um einen Journalisten und Blogger, der sich über die Macht der Social-Media-Konzerne auslässt.
| Robin Thier |

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Christian Wiediger | Unsplash

Ironischerweise stießen wir durch eine Twitter-Nachricht auf den interessanten Artikel „Warum ich als Journalist nur noch die Monster füttere“, der Anfang März auf dem Blog „Blogrebellen“ erschien. Darin geht es um einen Journalisten und Blogger, der sich über die Macht der Social-Media-Konzerne auslässt.

Die Zusammenfassung des Artikels gibt der Blogger, der unter dem Namen „Martin“ Texte schreibt selbst folgendermaßen an:

„Weder der User (Web 2.0 Hurra!) noch der Journalist entscheidet darüber, welche Informationen den Leser erreichen sollten – das machen die Milliarden-Dollar-Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley via Algorithmen. Und wir Journalisten tun momentan alles dafür, uns in diese perverse Abhängigkeit zu stürzen.“

Der Blogger, der beruflich als Redakteur des heute.de-Magazins des ZDF arbeitet, berichtet zunächst von seiner Arbeit und dem Zwang als „Journalist-Privatperson-Hybrid“ in den sozialen Medien, also zum Beispiel auf Twitter, vertreten zu sein. Dadurch nehme die Arbeit schnell und viel Einfluss in das Privatleben.

„Zusammengefasst arbeite ich also durchschnittlich 8.5 Stunden pro Tag für das ZDF und davor und danach noch einmal gute 4-5 Stunden an den anderen Projekten. Macht also insgesamt rund 13 Stunden pro Tag – wir nennen es Arbeit. Aber eigentlich füttern wir die ganze Zeit nur die Monster.“

Besagte Monster sind die Medien-Konzerne und die sozialen Netzwerke, ohne die man als Journalist heutzutage angewiesen sei und ohne die man niemanden mehr erreichen würde. In Zeiten, in denen die News in sozialen Netzwerken gemacht und verbreitet würden, sei ein weiteres Problem das direkte Feedback der „Performance des Journalisten“.

„8 Likes für einen Artikel? Lachhaft. 4 Retweets? Fahr nach Hause!“

Dieses Vorgehen erfordere es, dass man sich ganz auf die sozialen Netzwerke einlasse und nur noch Inhalte produziere, die von den Netzwerken akzeptiert und weitergeleitet werden. Denn was die Algorithmen von Facebook und Co nicht an die Nutzer weiterleiten, das kommt auch nicht an.

„Immer mehr beschleicht mich das Gefühl, dass ich als Journalist in diesem Spiel immer verlieren werde und Facebook, Google und Twitter immer gewinnen.“

Hier geht es zum kompletten Text.

Fast genauso interessant wie der Artikel selbst sind auch die zahlreichen Kommentare darunter. Viele Menschen scheinen die Ansicht, also dass der Journalismus immer mehr durch die sozialen Netzwerke und die Konzerne dahinter gestört/angepasst werde, zu teilen. Andere kritisieren den Ich-bezogenen-Stil des Artikels sowie die Tatsache, dass das Leben, Bloggen und Recherchieren in sozialen Netzwerken von vornherein eigentlich zum Journalistenberuf dazugehören sollte. Aber es kann sich ja jeder eine eigene Meinung bilden. In erster Linie bietet der Artikel einen Einblick in das Leben eines Journalisten. Wie denkt ihr darüber? Füttern Journalisten die Social-Media-Monster oder ist der Journalismus heute vielleicht noch freier, als früher? Schreibt es in die Kommentare.

Der Artikel hat euch gefallen? Dann lasst es uns wissen, zum Beispiel durch einen Kommentar, oder ein Like auf unserer Facebook-Seite.

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Foto: bearbeitet nach Jason A. Howie via photopin cc

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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