Ernährung

Argentinien: Grillen als Lebensgefühl

Fleischgenuss in Argentinien
| Gastbeitrag |

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Die Sonne brennt auf die Erde nieder, das Fleisch brutzelt auf dem Grill, der Tisch ist schon gedeckt und das letzte Familienmitglied kommt gerade an. Ein typischer Sonntag in Argentinien eben.

Wenn sich die gesamte Familie um den Esstisch versammelt, gehört “asado(wörtlich: “Gegrilltes)” einfach zum argentinischen Lebensstil dazu. Das heißt nicht, dass es an anderen Tagen kein Fleisch gibt. Für viele Argentinier ist Fleisch Bestandteil des alltäglichen Essens. Gemüse hingegen – das geht gar nicht. Rund 60kg Rindfleisch isst jeder Argentinier durchschnittlich in einem Jahr. Dazu kommen Hühnchen, Schwein und in ländlichen Gegenden auch Lamm, wobei für viele Schinken und Hühnchen nicht als richtiges Fleisch gelten. Vegetariern kann schon einmal passieren, dass ihnen beides als “Fleischersatz” angeboten wird.
Bei den Fleischstücken ist es ganz besonders wichtig, von welchem Teil der Kuh das Fleisch stammt. Gerade auch eine Art Blutwurst (morcilla) und der Dünndarm (chinchulines) sind beim Grillen, anders als in Deutschland, sehr beliebt. Die typische Einkaufsliste für ein asado besteht aber nicht nur aus Fleisch.

Weiterhin gehören Salat, Brot – ganz wichtig für die chorizos (Rohwurst vom Schwein), die es üblicherweise zu Beginn des asados gibt, etwas für die picada, sozusagen die Knabber-Vorspeise, Chips, Erdnüsse, Käse und Salami, etc., und Bier, Wein, Fernet und Cola auf die Einkaufsliste. Ja, auch wenn der amerikanische Sender CNN die Mischung aus Fernet (einem Bitterlikör) und Cola, die hier vorzugsweise getrunken wird, als widerlichen Sirup bezeichnet hat – hier gehört Fernet mit Cola einfach zum guten Essen und dem geselligen Beisammensein dazu.

Der asador, der Grillmeister – Grillen ist auch hier Männersache – fängt schon einige Stunden vorher mit dem Feuer an. In Buenos Aires wird meist mit Kohle gegrillt, während im Landesinneren das Feuerholz dem Fleisch eine besondere geschmackliche Note gibt. Bis das Fleisch fertig ist, wird schon mit der picada und den Getränken begonnen.
Beim asado geht es nicht darum, schnell lecker zu essen, sondern es sind das Beisammensein und die Unterhaltungen vor, während und nach dem Essen, die das asado zu mehr als einem normalen Grillen machen.

Dies ist ein Gastbeitrag von Hendrika Langelüddecke

Noch mehr Stories? Folge seitenwaelzer:

Der vegane Juni – Teil 2

Die große seitenwaelzer-Umfrage

Ungewöhnliche Berufe 2: Sprengmeister

Chernarus Diaries – DayZ Episode #3

Tags:

Eine Antwort zu “Argentinien: Grillen als Lebensgefühl”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies, mit der Nutzung unserer Webseite erklärst du dich damit einverstanden. Hier gibt's weitere Infos.