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Battle Beast – Power pur!

Ein Konzertbericht

Nachdem ich nun bereits zum zweiten Mal ein sehr geniales Konzert von Battle Beast besuchte, muss ich nun endlich davon berichten.

Schon das erste Konzert, das ich von der finnischen Band sah, haute mich echt um und jetzt kann ich fundiert behaupten: Sie sind einfach gut!

Nun aber (einigermaßen) der Reihe nach. Das Konzert gehört zur zweiten Auflage der Bringer of Pain-Tour, die nach dem gleichnamigen Album benannt ist. Gespielt wurden aber auch einige Highlights aus älteren Alben, zum Beispiel das vergleichsweise untypische Lied Touch in the Night, das eigentlich ein Vertreter der Pop-Musik der 80er-Jahre ist, von der Band allerdings erfolgreich ins 21. Jahrhundert gebeamt wurde.

Um jetzt wirklich ganz chronologisch vorzugehen, muss ich zunächst auf die Vorband “Silver Dust” eingehen, die sich zwar auf einen der Gothic-Szene angelehnten Kleidungsstil einigen konnte, aber ansonsten als variationsreich zu bezeichnen ist. Ein Autoren-Kollege hat die schweizer Band diesbezüglich sehr treffend mit: “Sie sind etwas ganz besonderes.” kategorisiert. Nunja, Geschmäcker sind unterschiedlich, aber an der etwas sparsamen Stimmung war abzulesen, dass die meisten Fans doch eher wegen des Haupt-Acts nach Köln gekommen waren.

Dies änderte sich jedoch schlagartig, als die Sängerin Noora Louhimo mit dem ersten Schrei des Abends auf die Bühne sprang und der Schlagzeuger, der Bassist, die beiden Gitarristen und der Keyboarder mit ins erste Lied “Straight to the Heart” einstimmten. 

Ich muss gestehen, dass mir gerade am Anfang durch den Kopf schoss, wie überrascht ich wieder einmal von mir selbst war, dass ich diese Band so mag. Dazu muss man wissen, dass ich kein erklärter Fan von Keyboards bin und mir normalerweise keine drei Takte eines Lieds, das Female-Fronted ist, anhören kann. Seltsamerweise ist es aber genau diese rauchige, fast kreischende Stimme und die relativ hohe Melodik, die diese Band auszeichnet.

Was genau Female fronted noch gleich war, könnt ihr hier nachlesen.

Wer sich bis jetzt noch nicht traute, in ein Lied reinzuhören, bekommt mit Bastard Son of Odin”, meinem persönlichen Lieblingslied des Abends, noch einmal die Möglichkeit. Spätestens dann ist offenhörlich, dass sich Battle Beast an die schwarz gekleideten, gelangweilt bis grimmig dreinblickenden, dazu Hopfenkaltschale trinkenden Anhänger des Heavy Metal wenden. Gerade vor dieser ganz dezent überzogenen Pauschalperspektive sticht besonders die Sängerin deutlich hervor: Ihr Make-up, das sich auch als ästhetische Maskenbildnerei bezeichnen ließe, wird von ihrer hellblonden Mähne und dem extravaganten Kleidungsstil unterstrichen. Doch all diese Augenscheinlichkeiten werden von der unglaublichen Bühnenpräsenz der vielleicht 1,60 Meter großen Powerfrau weit überschattet. Mit raumgreifenden, geschickt platzierten Gesten, Mimik und dynamischen Bewegungen inszeniert sie jedes einzelne Lied. Die sehr explosive Choreographie wirkte zu Beginn zwar etwas eingeübt, dieser Eindruck wurde jedoch unter anderem durch spontane Publikumsinteraktion bezwungen. Die bestand beispielsweise in Versuchen von Noora, ‘ihre Jungs’ einen nach dem anderen zu verkuppeln, was schließlich darin gipfelte, dass der zweite Gitarrist dem Bitten der Fans nachkam und sein Shirt auszog.

Ähnlich wie beim ersten Konzert, das ich von Battle Beast sah, hatte der Bassist einen beachtlich hohen Gesprächs- und Unterhaltungsanteil, den er überwiegend auf deutsch meisterte. Das durch ihn angeleitete Amüsement des Keyboarders war jedoch eher metallischer Natur: Er stand mitten auf der Bühne und exte ein Bier. Dabei präsentierte er unter Begeisterung der Fans sein komödiantisches Talent, ebenso wie seine Multitasking-Fähigkeiten, indem er parallel den ‘Imperial March’ von Star Wars spielte. Doch trotz der Interaktionen kam die Musik nicht zu kurz und das Konzert wurde aufgrund der “Crazyness of the germans” kurzerhand um einige Titel verlängert.

Mein Fazit

Wenn Battle Beast wieder durch das Land des Bieres touren, werde ich sie live sehen und das gleiche würde ich euch auch empfehlen! (Oder besser nicht, dann bekomme ich auf jeden Fall noch eine Karte.)

 

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Lena Hortian

Ich mag gutes Essen und treibe gern Sport, obwohl mein Schweinehund da auch noch ein Wörtchen mitzureden hat. Zeitgleich studiere ich Germanistik und Kunstgeschichte. Meine Wahlheimat Münster ist für das alles und noch viel mehr zum Glück bestens geeignet, auch, wenn ich mir als geborene Rheinländerin hier noch ein paar Berge wünsche.

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