Bildung und Karriere / Wissenschaft und Technik

Bildung ist nicht wichtig, oder?

Die meisten Schüler haben keine Lust auf Schule, denn sie bedeutet Stress, Hausaufgaben und Noten. Dennoch besteht in Deutschland eine […]
| Robin Thier |

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Die meisten Schüler haben keine Lust auf Schule, denn sie bedeutet Stress, Hausaufgaben und Noten. Dennoch besteht in Deutschland eine Schulpflicht. Warum das so ist, und wie viel ein Schüler während seiner Schullaufbahn in etwa kostet, erfahrt ihr hier:

Seit ungefähr 200 Jahren haben die Kinder und Jugendliche das Recht und auch die Pflicht, eine Schule zu besuchen. Die gesetzlich geregelte Schulzeit dauert an bis zum 18. Lebensjahr. Verlässt man die Schule bereits nach der 9. oder 10 Klasse, besteht weiterhin die Pflicht einer Berufsausbildung.

In dieser Zeit ist nicht nur geregelt, dass die Schüler eine Schule besuchen, sondern auch, was sie lernen. Aus diesem Grund wurde vor einigen Jahren das zentrale Abitur eingeführt, damit festgesetzte Lernstandards in ganz Deutschland gelten.

Im Gegensatz zu anderen Ländern besteht in Deutschland die Pflicht eine staatlich anerkannte Schule zu besuchen. In anderen Ländern, z.B. in  Frankreich, besteht hingegen nur eine Bildungspflicht. Wie und wo man sich bildet, steht den Schülern dabei frei. Für Schüler und manche Eltern stellt die Schulpflicht allerdings ein Problem dar – kaum ein Schüler ist schließlich gewillt, jeden Tag früh aufzustehen und sich zum Unterricht zu schleppen. Und auch die Eltern haben ein Problem: Im Laufe der Schullaufbahn kostet die Ausbildung eines Schülers ungefähr so viel wie ein Luxus-Sportwagen, also je nach Art und Dauer der Schulausbildung zwischen 150.000€ und 200.000€. Dieses Geld wird für Kopierkosten, Hefte, Ausstattung, Schultaschen, Klassenfahrten usw. ausgegeben. Im Laufe einer Schullaufbahn von 12 bis 13 Jahren verbraucht ein Schüler in etwa 457 Hefte und 621ml Tinte. Außerdem schreibt er etwa 200 Klausuren.

Könnte man sich das nicht auch sparen? Wozu ist Bildung denn überhaupt wichtig, wo doch viele Schüler sowieso keinen Wert darauf legen?

Im Grundgesetz, sowie im Menschenrecht der vereinten Nationen ist das Ganze schon wesentlich positiver formuliert: Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Bildung zählt zu den sogenannten Kulturgütern und muss, zumindest in den EU-Staaten, gesetzlich in irgendeiner Form, in den meisten Fällen das öffentliche Schulwesen, unterstützt werden. England zum Beispiel geht dabei  noch weiter, denn hier ist  in allen staatlichen Museen der Eintritt frei. Und Bildung hilft, denn durch sie ist man im Stande sich andere, grundrechtlich festgelegten Dinge, zum Beispiel Unterkunft und Nahrung später einmal selbst zu leisten und damit den allgemeinen Lebensstandard zu sichern. Weiterhin ist das Leben in einem Staat auf Bildung hin ausgerichtet, schließlich muss jeder Mensch Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur  oder Politik übernehmen, die er jedoch nur ausführen kann, wenn er gebildet ist.

In anderen Ländern ist das bei Weitem nicht so einfach. Zum Beispiel, wenn die Bildungsinhalte nur auf die Meinungen eines Regimes ausgerichtet sind. In Weißrussland gibt deshalb gesetzlich verbotene Untergrundschulen, wie zum Beispiel ein Gymnasium, dessen Besuch verboten ist und mit einer Gefängnisstrafe bestraft werden kann. Der Grund: Es lehrt Freiheit und Selbstreflektion.

In Afrika müssen Kinder teilweise unter unmenschlichen Bedingungen lernen. Dennoch tun sie es, denn es kann für sie den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Den Unterschied zwischen einem geregelten Beruf und Armut, Hunger und Verwahrlosung.

In einem Industrieland fällt das vielleicht weniger ins Gewicht, dennoch besteht eine Pflicht für Schule, die auch geahndet werden kann. Im Besonderen das Schulsystem steht immer wieder auf dem Prüfstand, denn es soll für alle dieselben Chancen vermitteln und dafür sorgen, dass alle ihr Recht auf Bildung erhalten.

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Quellen:
http://www.hanisauland.de/lexikon/s/schulpflicht.html
http://www.bildungsxperten.net/wissen/welchen-wert-hat-bildung/
http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/gymnasium-in-weissrussland-bericht-aus-einer-schule-im-untergrund-a-879024.html
http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/index

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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