Kino & Serie

Broadchurch – it’s a grrrrey world

| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

In dem Küstenstädtchen Broadchurch, irgendwo in England, wird ein Junge tot aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, dass es ich nur um Mord handeln kann, doch wer ist der Täter und wer weiß etwas, in einem Ort, in dem jeder, jeden zu kennen scheint? Polizistin Ellie Miller macht sich zusammen mit einem neuen Inspektor daran, den Fall zu lösen.

Die Serie umfasst bisher nur eine Staffel mit lediglich acht Folgen. Was sich nach sehr wenig anhört, ist angesichts der Tatsache, dass es in der Serie (im Gegensatz zu Krimi-Serien wie CSI) um nur einen Mord und dessen Aufklärung geht. Das spannende ist dabei, dass in Broadchurch quasi jeder ein Geheimnis und eventuell auch ein Motiv hat und die beiden Ermittler tief in diesen Geheimnissen herumgraben müssen, dabei wird nicht nur das Leben der Familie des toten Jungen völlig auseinandergepflückt, auch andere Bewohner des Dorfes geraten in den Strudel von Anschuldigung und Anfeindung, verursacht durch die Presse. Hier haben wir es also nicht etwa mit einem Wettlauf gegen die Zeit zu tun, sondern vielmehr mit einem Psychogramm der Figuren, die alle ihre Schwächen und Stärken haben.

Die Handlung ist spannend und endet, so viel kann man verraten, nach jeder Episode in einem Cliffhanger, der einen die nächste Episode kaum erwarten lässt. Die klare Empfehlung bekommt jedoch der Cast von Broadchurch, für den sich die britische Serie bei großen Charakterdarstellern bediente. Detective Inspector Alec Hardy wird von David Tennant gespielt, dem Schauspieler, der in der bekannten Serie Doctor Who die Hauptrolle des Reisenden durch Zeit und Raum einnahm, und der sich hier von einer ganz anderen Seite zeigt: Übermüdet, verzweifelt, von inneren Dämonen getrieben. An seiner Seite ermittelt Olivia Coleman als Detective Miller, die jeden in dem Städtchen kennt und sich nun mit dem Gedanken anfreunden muss, dass einer von ihren Bekannten ein Mörder ist.

Auch David Bradley, den viele aus Harry Potter in der Rolle des Hausmeisters „Filch“ kennen werden, sowie „Arthur Darvill“ der einige Jahre lang die Rolle des leicht naiven „Rory“ in Doctor Who bekleidete, liefern eine starke Performance ab.

“Those peoples lives have been destroyed” – D.I. Hardy

Was aber bei britischen Serien oft, und bei dieser ganz besonders, hervorsticht ist ihre Authentizität und Ausstattung. In vielen amerikanischen Serien fehlt dieser Aspekt, wenn dort die Angehörigen über den Mord informiert werden, halten sich ihre emotionalen Reaktionen in Grenzen. Viel Realitätsnaher sind dagegen Serien wie Broadchurch, Life on Mars, Luther oder Methode Hill, die sich die Zeit nehmen ihre Charaktere zu entwickeln und nicht versuchen die gesamte Story in 42 Minuten zu packen.

Genau diese Vorteile sahen nicht nur die Macher der Serie, die beiden Regisseure sind übrigens für ihre Arbeit an der UK-Serie „Sherlock“ bekannt, sondern auch das Zuschauerecho war überwiegend hervorragend. So hervorragend, dass dieselbe Serie nun in Amerika remaked wird – und zwar Bild für Bild, nur mit amerikanischen Darstellern. Das lustige dabei ist jedoch, dass David Tennant auch hier wieder die Hauptrolle übernehmen wird und somit dieselbe Serie zweimal drehte (jedoch in der US-Fassung ohne seinen schottischen Akzent). Ich finde das Remake mit dem Namen „Gracepoint“ mehr als Überflüssig, doch zum Glück kann man sich die Originalserie auch gut noch einmal ansehen – gerade, wenn man das Ende kennt.

 

 

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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