Kino & Serie / Kultur und Medien

David Fincher – Porträt eines Regisseurs

Falls ihr nicht wisst, wer David Fincher ist, ist das keine Schande, denn im Vergleich zu anderen großen Regisseuren wirft er nicht mit grellen Stilmitteln um sich und ist auch kein Mensch der Action-Alles-Fliegt-In-Die-Luft-Kinofilme. Stattdessen sind es die subtilen Dinge, die seine Filme auszeichnen und es schaffen aus Dingen, die vielleicht für sich genommen nicht wirklich spannend sind, eine wahnsinnige Atmosphäre zu kreieren.
| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Bild aus Zodiac©Zodiac | Paramount Pictures

Falls ihr nicht wisst, wer David Fincher ist, ist das keine Schande, denn im Vergleich zu anderen großen Regisseuren wirft er nicht mit grellen Stilmitteln um sich und ist auch kein Mensch der Action-Alles-Fliegt-In-Die-Luft-Kinofilme. Stattdessen sind es die subtilen Dinge, die seine Filme auszeichnen und es schaffen aus Dingen, die vielleicht für sich genommen nicht wirklich spannend sind, eine wahnsinnige Atmosphäre zu kreieren.

Erst einmal einige Beispiele für David-Fincher-Filme: Zunächst haben wir da die Fortsetzung der bekannten Sci-fi-Reihe „Alien“ mit Alien 3, den Polizeithriller „Sieben“, „The Game“, den Kultfilm „Fight Club“, das Kammerspiel „Panic Room“. Diesen Filmen folgten dann etwas bekanntere Vertreter, wie der Serienkillerfilm „Zodiac“, „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, „The social Network“, „Verblendung“, sowie die Mitarbeit an der Drama-Serie „House of Cards“. David Fincher Bild

Man merkt nach dieser Liste bereits: Die düsteren Thriller und Dramen haben es dem Mann angetan und im Laufe der Zeit hat der diese Tätigkeit zur Perfektion gebracht. Aber fangen wir vorne an, wer ist dieser Mann eigentlich, deren Filme ich euch im Folgenden aus verschiedenen Gründen so ans Herz legen möchte?

David Fincher, 1962 in Colorado geboren wurde als Sohn eines Reporters in Kalifornien groß. Wie viele bekannte Regisseure (z.B. Stephen Spielberg) begann er bereits als Kind und Jugendlicher mit Super 8 Kameras kleine Filme zu drehen. Als Schüler jobbte er in einem Kino als Filmvorführer und sah einige Filme der 80er Jahre bis zu 180 Mal. Außerdem machte er erste Erfahrungen als Produktionsassistent in einem lokalen Fernsehsender. Anstatt wie viele andere eine Filmhochschule zu besuchen, lernte Fincher alles, was es zu wissen gab im Selbststudium und bei der Mitarbeit in einer Trickfilmfirma, sowie später in der Firma von George Lucas („Industrial Light & Magic“), die visuelle Effekte produzierte. Zusammen mit einigen anderen Regisseuren (darunter Michael Bay) gründete er 1986 die Produktionsfirma „Propaganda Films“ und arbeitete an Musikvideos, u.a. für Madonna, Michael Jackson und den Rolling Stones“, sowie Werbefilme.

1992 folgte dann der erste Spielfilm in Form der Fortsetzung der Alien-Reihe, welcher heute jedoch als einer der schlechtesten der Reihe gilt. Grund dafür war jedoch, wie später herauskam, dass der Film unter unglaublich schlechten Bedingungen gedreht und produziert wurde und nicht einmal das Drehbuch beim Dreh bereits fertig war.

Es folgten jedoch die überaus guten Filme „Sieben“ und „The Game“, in denen er endlich so arbeiten konnte, wie Fincher es für richtig hielt und der hier bereits begann mit einem ungemeinen Perfektionismus an die Sache heranzugehen. Fight Club, der noch heute Kultstatus hat, sowie Panic Room und Zodiac konnten an den Erfolg anknüpfen, der inzwischen mit der Verfilmung über die Gründung von Facebook „The social Network“, sowie dem US-Remake des Filmes „Verblendung“ und dem aktuell in den Kinos laufenden „Gone Girl“ anknüpfen konnte.

Schön und gut, erfolgreich sind seine Filme, aber sind sie auch gut? Meine Antwort auf diese Frage ist kurz gegeben: JA, absolut! Grund dazu ist neben den extrem spannenden und fast immer sehr wandlungsreichen Storys, vor allem die Inszenierung. Fincher beschränkt sich auf eine sehr ruhige Art des Filmmachens, bei der die Story im Mittelpunkt steht und nicht die Optik oder die Action. Die subtilen aber wirkungsvollen Stilmittel, sowie der stets düstere Look und die geschliffenen Dialoge geben den Filmen ihre Auszeichnung. Dass Fincher Perfektionist ist, merkt man auch daran, dass die etwa fünfminütige Eingangsszene von „The social Network“ mit Jesse Eisenberg in der Hauptrolle ganze 86 Mal gedreht wurde, bis sie den Ansprüchen des Regisseurs gerecht wurde. Von mir gibt es für das gesamte Werk eine große Empfehlung. Weiter unten könnt ihr euch auch einige Szenen aus Finchers Filmen anschauen, die gerade optisch besonders gelungen sind.

Außerdem ist er ein lebender Beweis dafür, dass es nicht eines endlosen Studiums bedarf, in einem Business Fuß zu fassen, man benötigt lediglich genug Ehrgeiz und den Willen, für seinen Erfolg hart zu arbeiten und viele kleine Schritte in Kauf zu nehmen.

 

 

Quellen:
http://qwergelesen.de/supercut-david-fincher
https://de.wikipedia.org/wiki/David_Fincher

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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