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Nachruf Chester Bennington

unerwarteter Tod vor einer Woche
| Tamara Ossege-Fischer |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, ist Chester Bennington, der Sänger von Linkin Park, am 20. Juli unerwartet gestorben. Suizid heißt es. Eine kurze Zusammenfassung seines Lebens und Infos zum Tod sind hier zusammengefasst.

Donnerstag Abend. Ganz normaler Tag. Klausurenphase. Laune bedrückt.
Wir sitzen in der WG, prokrastinieren und regen uns über den Uni-Stoff auf. Versuchen uns aufzuheitern.
Mitten im Gespräch unterbricht uns mein Mitbewohner: “WTF, Chester Bennington ist tot?!”
Schweigen. Entsetzen. Keiner glaubt ihm. Die nächsten 10 Minuten verbringt jeder schockiert am Handy. Google: Stimmt das? Wieso? Was ist passiert? Stimmt es doch nicht? Wie kann das sein? Warum?
Laune tiefer als der Keller. Das war’s dann mit dem Aufheitern.

Chester hatte nicht wirklich eine leichte Kindheit, geschweige denn ein leichtes Leben. Schon immer spielten Depressionen, Sucht und seine “eigenen Dämonen” eine Rolle. Vor ein paar Jahren hat der Sänger öffentlich gemacht, dass er als Kind von einem Freund der Eltern sexuell missbraucht wurde. Als er dreizehn war trennten sich seine Eltern, der Vater bekam das Sorgerecht, kümmerte sich aber nicht um ihn. Er fühlte sich von seiner Mutter verlassen. Alkohol- und Drogenprobleme folgten.
Die Musiker-Karriere war holprig und schwer, bis er mit Linkin Park im Jahr 2000 das erste Album herausbrachte. Danach ging der Erfolg richtig los.

In vielen seiner Songs sang Bennington von seinen Dämonen und dem Krieg mit ihnen.
Was er erlebt hat, ist nicht passend in Worte zu fassen. Hört euch ältere aber auch neue Lieder der Band an und achtet mal genauer auf den Text, als ihr es sonst machen würdet. Beste Beispiele hierfür sind “Numb”, “Papercut” oder “One Step Closer”.

Wie die meisten Menschen und Fans fühlen, drücken die restlichen Bandmitglieder in dem aktuell fixierten Facebook-Post der Seite von Linkin Park aus:

Dear Chester,

Our hearts are broken. The shockwaves of grief and denial are still sweeping through our family as we come to grips with what has happened.

You touched so many lives, maybe even more than you realized. In the past few days, we’ve seen an outpouring of love and support, both public and private, from around the world. Talinda and the family appreciate it, and want the world to know that you were the best husband, son, and father; the family will never be whole without you.

Talking with you about the years ahead together, your excitement was infectious. Your absence leaves a void that can never be filled—a boisterous, funny, ambitious, creative, kind, generous voice in the room is missing. We’re trying to remind ourselves that the demons who took you away from us were always part of the deal. After all, it was the way you sang about those demons that made everyone fall in love with you in the first place. You fearlessly put them on display, and in doing so, brought us together and taught us to be more human. You had the biggest heart, and managed to wear it on your sleeve.

Our love for making and performing music is inextinguishable. While we don’t know what path our future may take, we know that each of our lives was made better by you. Thank you for that gift. We love you, and miss you so much.

Until we see you again,

LP

 

Wir werden dich vermissen. Sehr.

 

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Titelbild der Facebook-Seite “Linkin Park”, https://www.facebook.com/linkinpark/photos/a.10150719330286788.461827.8210451787/10155459201961788/?type=1&theater

Dieser Artikel stellt nur die Meinung der AutorInnen dar und spiegelt nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von seitenwaelzer wider.

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Tamara Ossege-Fischer

...man findet mich entweder auf matschigen Festivals oder in seltsam ausgerüsteten Hallen bzw. draußen beim Sport. Ansprechen ist zwecklos, die Musik ist so oder so zu laut. Nebenbei studiere ich auch noch Soziologie in Bielefeld.

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