Kultur

„Nichts ist für die Ewigkeit“ – Das Geheimnis der Vivian Maier

Ein 26 jähriger Makler ersteigert in Chicago für kleines Geld einen Koffer voller Negative, das ist wenig ungewöhnlich, was John Maloof an jenem Tag jedoch noch nicht wusste ist, dass er die Geschichte einer Frau aufdecken würde, die unbekannter nicht sein könnte und deren Name nun in aller Munde ist. Denn die 2009 Verstorbene war, der Meinung sind Fotoexperten in vielen Ländern, eine der besten und talentiertesten Fotografinnen der Welt. Dabei war sie ihr Leben lang als Hausmädchen angestellt.
| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Ein 26 jähriger Makler ersteigert in Chicago für kleines Geld einen Koffer voller Negative. Das ist wenig ungewöhnlich, was John Maloof an jenem Tag jedoch noch nicht wusste ist, dass er die Geschichte einer Frau aufdecken würde, die unbekannter nicht sein könnte und deren Name nun in aller Munde ist. Denn die 2009 verstorbene “Vivian Maier” war, der Meinung sind Fotoexperten in vielen Ländern, eine der besten und talentiertesten Fotografinnen der Welt. Dabei war sie ihr Leben lang als Hausmädchen angestellt.

Es ist fast nichts bekannt über Vivian Maier, die verschlossene und introvertierte Frau, die zeitweise in Frankreich lebte, den Großteil ihres Lebens jedoch in den Vereinigten Staaten von Amerika verbrachte, um dort viele Jahre als Haus- und Kindermädchen zu arbeiten. Während dieser Zeit machte sie über 100.000 Fotoaufnahmen, die sie niemals jemandem zeigte. Im Augenblick sitzt ein ganzes Team von Forschern daran, die Lebensumstände von Vivian Maier zu erforschen, denn so zurückgezogen und still sie ihr Leben lebte, so beeindruckend sind ihre Fotos.

Well, I suppose nothing is meant to last forever. We have to make room for other people. It’s a wheel. You get on, you have to go to the end. And then somebody has the same opportunity to go to the end and so on.

– Vivian Maier

Was genau die 1926 geborene Frau dazu brachte mit der Fotografie zu beginnen ist noch nicht klar, doch Fakt ist, dass sie von ihrem 25. Lebensjahr an immer mehr Fotos und Negative ansammelte, die sie von Menschen auf der Straße schoss. Die Bilder kann man als das beschreiben, was heutzutage als der „Trendsport“ Street-Photographie bekannt ist. Mit einer Kamera, die es nötig macht, sehr nah an das Motiv heranzugehen, werden Menschen, Straßen und Szenen aus dem Alltag (fast immer ohne Genehmigung der Fotografierten) aufgenommen.

Zum Ende ihres Lebens hin wurde Vivian, die ihr Leben lang als einfaches Hausmädchen gearbeitet hatte, lediglich dadurch vor dem Ruin gerettet, dass ihr die Kinder, die sie in den 1950er Jahren betreut hatten, ein Apartment kauften und ihr finanziell unter die Arme griffen, doch im Allgemeinen interessierte sie sich nicht für Geld und Besitztümer. 2009 verstarb Vivian Maier an den Folgen eines Sturzes im Jahr zuvor und ihre Fotos gelangten zu einer Zwangsversteigerung. Dort wurden sie von John Maloof gefunden, der ihr nun ein Denkmal errichtet: Mit Ausstellungen, einem Buch und einer Dokumentation wurde auch die Weltöffentlichkeit auf das Lebenswerk der Künstlerin offenbar, die sich selbst nie als eine solche gesehen hat.

She was eccentric, strong, heavily opinionated, highly intellectual, and intensely private. She wore a floppy hat, a long dress, wool coat, and men’s shoes and walked with a powerful stride. With a camera around her neck whenever she left the house, she would obsessively take pictures, but never showed her photos to anyone.

Sie war exzentrisch, stark, hatte eine ausgeprägte Persönlichkeit, war hoch intelligent, und unglaublich eigen. Sie trug einen Schlapphut, ein langes Kleid, einen Wollmantel und Männerschuhe und hatte einen energischen Gang. Sie hat, mit einer Kamera um ihren Hals wann immer sie das Haus verlies, wie besessen Fotos gemacht, aber sie niemals irgendjemandem gezeigt.

 

Die Fotos konnten wir hier leider aus urheberrechtlichen Gründen nicht zeigen, aber HIER könnt ihr sie euch ansehen! (http://www.vivianmaier.com/)

 

Über die Fotografin wurde inzwischen auch ein Dokumentarfilm gedreht: “Finding Vivian Maier“:

 

Quellen:
http://www.spiegel.de/kultur/kino/finding-vivian-maier-film-ueber-us-fotografin-im-kino-a-976919.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Vivian_Maier
http://www.findingvivianmaier.com/

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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