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7 katastrophale Fehler, die du bei der Wahl deines Studiengangs vermeiden solltest

Tipps zum Studienstart
| Tim Reichel |

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Es ist so weit: Abi geschafft, Abschlussfeier überstanden, endlich studieren!

Nur was?

Die Wahl des richtigen Studiengangs stellt viele Abiturienten und Studieninteressierte vor eine unlösbare Aufgabe. Denn: DEN richtigen Studiengang gibt es nicht – es gibt nur Fächer, die dir etwas besser liegen oder weniger gut zu dir passen. Doch wie sollst du dich in der riesigen Auswahl an Hochschulen und Studiengängen zurechtfinden? Wie kannst du deine Auswahl klug einschränken und ein Studium finden, das dich motiviert und glücklich macht? Und das alles, obwohl du noch gar keine Ahnung vom Studieren hast? Die Sache ist gar nicht so einfach. Doch es gibt ein paar Anhaltspunkte, an denen du dich orientieren kannst. Zum Beispiel: Was du auf gar keinen Fall machen darfst!

Damit du es bei der Wahl deines Studiengangs etwas einfacher hast, zeige ich dir in diesem Artikel 7 Fehler, die du bei deinem Entscheidungsprozess unbedingt vermeiden solltest. Sie könnten deine Unilaufbahn von Anfang an kaputtmachen.

 

Fehler #1: Du wählst einfach den gleichen Studiengang wie deine Freunde

Während der Schulzeit wart ihr unzertrennlich. Erst in derselben Klasse, dann die gleichen LKs gewählt. Und jetzt soll damit Schluss sein? Warum nicht einfach den gleichen Studiengang wählen, wie die besten Freunde?

Viele Studenten lassen sich von der Wahl ihrer Freunde beeinflussen und entscheiden sich für dieselbe Studienrichtung. Das Problem dabei ist: Dein Studium muss zu dir passen, Spaß machen und deine Stärken fördern. Nur weil deine Freunde im Hörsaal neben dir sitzen, wirst du nicht zu einem erfolgreichen Studenten und kann an der Uni richtig durchstarten. Ganz im Gegenteil.

Die Wahl des Studiengangs ist deine Wahl. Du musst dabei im Mittelpunkt stehen – niemand anderes.

 

Fehler #2: Du informierst dich nur oberflächlich

Einige Entscheidungen im Leben müssen nicht großartig geplant oder vorbereitet werden. Du entscheidest dann einfach spontan –  aus dem Bauch heraus – und schaust, was passiert. Deine Studienwahl gehört allerdings nicht dazu. Ich wiederhole: NICHT dazu.

Der einfachste Weg, dich selber auszubremsen und dir schöne, große Steine in den Weg zu werfen, ist, dich nicht gründlich über deine Alternativen an der Uni zu informieren. Wenn du dich nur ein bisschen durch die Hochschulwebsite klickst und 2-3 Flyer durchblätterst, wirst du niemals eine Idee davon bekommen, auf was du dich bei deinem Studium genau einlässt.

Darum: Informiere dich persönlich an deiner Wunschuni über deinen Wunschstudiengang. Sprich mit älteren Studenten, lass dich von Studienberatern (kostenlos) beraten und ließ Erfahrungsberichte. Nimm alles an Informationen mit, was du bekommen kannst.

 

Fehler #3: Du entscheidest dich für das vermeidlich einfachste Studienfach

Einige Studiengänge haben den Ruf „leichter“ zu sein als andere. Lass dich von solchen Gerüchten nicht in die Irre führen, denn zu 99 Prozent ist das Quatsch und hat nichts mit der Realität zu tun.

Es gibt keine leichten Studiengänge. Jedes Studium wird dich vor ganz unterschiedliche Herausforderungen stellen und dir alles abverlangen. Achte bei deiner Wahl deswegen nicht auf einen vermeidlichen Schwierigkeitsgrad, sondern darauf, was dich wirklich interessiert.

Frage dich nicht: „Wo kann ich mit wenig Aufwand locker durchkommen?“ oder „In welchem Fach muss ich wenig lernen und bekomme trotzdem tolle Noten?“. Sondern: „Welches Thema interessiert mich wirklich?“ und „Wozu möchte ich unbedingt mehr wissen?“. Wenn dich ein Studienfach begeistert, fällt dir das Studieren immer leicht.

 

Fehler #4: Du wählst das Studium, das deine Eltern möchten

„Gute“ Ratschläge von Mama und Papa kennt jeder. Besonders nervig wird es allerdings dann, wenn sich deine Eltern in größere Lebensentscheidungen einmischen und plötzlich ganz genau wissen, welches Studium gut für dich ist.

Der Punkt ist: Sie wissen es nicht. Du weißt es zwar auch nicht, aber es ist deine Entscheidung. Und im Gegensatz zu deinen Eltern musst diese Entscheidung für dich treffen und mit den Konsequenzen leben.

Versteh mich nicht falsch: Bei der Wahl deines Studiengangs kannst du ruhig mit deinen Eltern diskutieren und dir anhören, was sie zu sagen haben. Ihre Argumente sollten deine Entscheidung allerdings nicht von vornherein beeinträchtigen und in eine gewisse Richtung lenken („du musst auf jeden Fall etwas mit Wirtschaft studieren…“). Außerdem dürfen Sie nicht das letzte Wort haben. Das letzte Wort hast du.

Fehler #5: Du schränkst dich bei deiner Suche regional zu stark ein

Bei der Suche nach einem Studiengang, der zu dir passt, solltest du dir – gerade am Anfang – keine künstlichen Grenzen setzen und unabhängig vom Studienort recherchieren. Was ich damit meine: In Deutschland gibt es über 400 Hochschulen und Universitäten. Wenn du dich aber auf die paar Hochschulen in deiner unmittelbaren Nähe einschränkst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du deinen Wunschstudiengang niemals findest.

Ich möchte nicht bestreiten, dass es einige Vorteile hat, in der Nähe seiner Eltern zu leben, aber darum geht es bei deiner Suche nicht. Du möchtest ein Studium finden, dass dich maximal glücklich und erfolgreich macht. Und das findest du nicht immer direkt nebenan.

 

Fehler #6: Du achtest nur aufs Geld

Das mit Abstand dümmste Motiv bei der Auswahl deines Studiums ist Geld. Oder besser gesagt: Das mögliche Gehalt, das dir dein potenzieller Abschluss später bringen wird.

Bei deiner Studienwahl geht es nicht darum, dass du den Studiengang herauspickst, mit dem du vielleicht das meiste Geld verdienen wirst. Es geht darum, dass du das Studium findest, indem du über dich hinauswachsen kannst und dadurch eine Berufung findest, in der du voll und ganz aufgehst.

Denn wenn du erst mal richtig gut in einer Sache bist, kommt das Geld später von ganz alleine. Falls es dir dann überhaupt noch wichtig ist.

 

Fehler #7: Du ignorierst deine Leidenschaft und hörst nicht auf dein Herz

Die erste große Entscheidung, die du in deinem Leben nach dem Abi treffen musst, ist die Wahl deines Studiengangs. Und bei dieser Entscheidung wäre es völlig wahnsinnig, wenn du dich allein auf irgendwelche Statistiken oder Meinungen anderer verlassen würdest.

Aber auch wenn dir die Wahl schwerfällt und dir Erfahrungswerte fehlen, gibt es eine Daumenregel, mit der du fast immer richtig liegst: Folge deiner Leidenschaft und deinem Gefühl.

Welcher Studiengang fühlt sich richtig an? Welche Fächer begeistern dich? Mit welchen Themen kannst du dich stundenlang beschäftigen, ohne dass es langweilig wird? Bei der Wahl deines Studiengangs kannst du nicht zu 100 Prozent rational entscheiden. Dazu fehlen dir zu viele Informationen und persönliche Erfahrungen. Darum musst du ein bisschen in dich hineinhören und ein Stück weit auf dein Gefühl vertrauen.

 

Fazit

Jetzt weißt du, welche Fehler du bei deiner Studienwahl auf jeden Fall vermeiden solltest und worauf es stattdessen ankommt. Informiere dich sorgfältig über deine Alternativen und richte deine Entscheidung nicht an anderen Personen aus. Schränke dich regional nicht zu stark ein und kümmere dich erstmal nicht um vermeidlich gute Noten oder viel Geld.

Suche nicht nach dem richtigen Studiengang, sondern nach einem Studium, dass zu dir passt und das deine Interessen anspricht. Dadurch wirst du langfristig die Lust am Studieren behalten und eine erfolgreiche Unikarriere einschlagen, die dich zufrieden und glücklich macht. Und nur darauf kommt es an.

Titelbild: © Caleb George / unsplash.com

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Tim Reichel

Tim Reichel von studienscheiss.de: Tim ist der Gründer von Studienscheiss und schreibt über alle möglichen Aspekte aus dem Unialltag. Außerdem arbeitet er an einer großen deutschen Universität als Fachstudienberater und hilft seit über fünf Jahren Studenten bei Schwierigkeiten aus der Patsche. Auf seinem Blog bekommst du sein kostenloses E-Book mit 101 Tipps für dein Studium.

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2 Antworten zu “7 katastrophale Fehler, die du bei der Wahl deines Studiengangs vermeiden solltest”

  1. Guter Beitrag, ich hätte aber noch erwähnt, dass es oft nicht immer ein Studium ist, das zu einem passt und einen glücklich macht. Oft erhält man durch eine Ausbildung die gleichen oder bessere Chancen im Leben. Das Studium ist nicht mehr wie früher ein Garant für eine erfolgreiche Karriere.

    1. Da stimmen wir dir zu! Viele Wege führen nach Rom. Studium und Ausbildung schließen sich ja auch gar nicht mehr aus, sondern können wunderbar kombiniert werden.

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