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Biologiestudium und Münster III – Kekse und Klausuren

Nach nur wenigen Wochen Biologiestudium standen bereits die ersten Klausuren an, 90 Minuten um Aufgaben in  Chemie, Physik und auch […]
| Robin Thier |

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Münsteraner Rathaus im KopfsteinpflasterRobin Thier

Nach nur wenigen Wochen Biologiestudium standen bereits die ersten Klausuren an, 90 Minuten um Aufgaben in  Chemie, Physik und auch Biologie zu lösen. Außerdem gab es Kekse, eine Talkshow, die Wunder der Entstehung des Universums und eine „Bombenstimmung“.

Dieser Artikel hat lange auf sich warten lassen und ist eigentlich nicht mehr zu 100% aktuell, aber die Zeit unter der Woche ist begrenzt durch die ständigen Arbeitsblätter, die man in Biologie bekommt. Wie erwähnt, muss man erst einmal Chemie, Physik und Biologie auf gleichem Level lernen und außerdem hat man ja auch noch ein zweites Fach, als Studierender des Zweifach-Bachelors (außer vielleicht den Kommilitonen, die ihr Zweitfach schon jetzt aufgegeben haben – das ist, so hört man, vor allem in Mathematik der Fall). Da auch die Uni das weiß, legt sie die monatlichen Klausuren auf einen Termin, an dem sicher auch alle Zeit haben: Samstags.

So hieß es also schon zweimal, sich am Samstag-Vormittag vor einem Hörsaal einzufinden und das ganze Prozedere eines Check-In am Flughafen mitzumachen, so kam es mir jedenfalls vor: Von Ausweiskontrollen (Studenten- und Personalausweis) über Taschenrechnerkontrollen. Da war der Hinweis, eine halbe Stunde eher vor Ort zu sein, absolut gerechtfertigt. Als das „Boarding“, wie der Professor es passenderweise nannte, abgeschlossen war, stellte sich heraus, dass die 90 Minuten recht knapp bemessen waren, bei etwa 45 Aufgaben, etwa 2 Minuten pro Aufgabe.

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Der Weihnachtsmarkt in Münster bringt einige (un)Annehmlichkeiten mit sich: Fußgängermassen und Lärm, aber immerhin eine Auflockerung des Speisenangebotes.

Die Lerngruppen waren in diesen Woche ebenfalls anders, als sonst. Zum einen wurden die Lerngruppenleiter gefilmt (ihr erinnert euch, es sind Studenten aus dem dritten Semester, die ein Biodidaktik-Semester leiten müssen und dafür bewertet werden) und die ganze Situation hatte etwas von einer Talkshow. Trotzdem durften die üblichen Gruppenarbeiten und Hausaufgaben-Vorstellungen nicht fehlen. Ich hatte das ganze ja bereits mit Schulunterricht verglichen und dieses Gefühl ist noch nicht ganz gewichen.

In einer anderen Lerngruppe griff man dagegen zu ganz anderen pädagogischen Methoden.

„Für jede richtige Antwort gibt es einen Keks.“

So das Motto der Stunde und tatsächlich ließ sich ein (bei einigen exzessiver) Anstieg der Beteiligung erkennen. Aber trotzdem sind die Zettel noch immer viel Arbeit und manchmal habe ich das Gefühl, mein zweitfach Philosophie durch die Art des Biologiestudiums zu vernachlässigen. Ab und an gibt es allerdings Lichtblicke: Zum Beispiel eine Vorlesung in Biologie, die komplett aus dem Rahmen fiel. Die Entstehung des Universums war das Thema und sofort fühlte man sich in eine Folge „Quarks & Co“ versetzt: Staunen war angesagt, weniger das Auswendiglernen von Fakten. Genau die richtige Vorlesung für den Klausurvortag.

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Während die Bombe entschärft wurde, blieben die Hörsäle leer.

Eine weitere, in höchstem Maße unvorhergesehene Situation hat sich allerdings vorletzte Woche ereignet: In der Nähe des Schlosses wurde eine 5-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und der Evakuierungsradius erstreckte sich auf das Biodidaktik-Gebäude. Das führte zu allerlei Verwirrungen, als über Facebook, die Uni-Homepage, per Mail und auf der Fachbereichsseite immer andere und häufig widersprüchliche Informationen über das Stattfinden oder nicht-Stattfinden der Lerngruppen an diesem Tag philosophiert wurde. All das Chaos endete darin, dass die gesamte Lerngruppe anwesend war, aber aufgrund der Abwesenden Lerngruppenleiter dann doch ausfiel. Ein einheitliches Informationssystem wäre hier sinnvoll gewesen, manchmal ist weniger doch mehr. Aber jetzt werde ich mich wieder an meinen Physikzettel setzen und werde bald das neueste über das Philosophiestudium schreiben.

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Die Polizei warnt vor Taschendieben, scheinbar wird Münster in der Weihnachtszeit zum “heißen Pflaster”.

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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