Buchkritik

„Couchsurfing im Iran“ – eine Buchempfehlung

"Courchsurfing im Iran" von Stephan Orth ist ein großartiges Buch, das den Iran in einem neuen Licht der Gastfreundschaft erstrahlen lässt.
| Amelie Haupt |

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Couchsurfing im Iran: Wunderschöne MenschenMohammadHosein Mohebbi | Unsplash

Stephan Orth reiste 62 Tage durch ein Land, das wir sonst nur aus den Nachrichten kennen, wenn es um Krieg, Terror oder fundamentalistische Religion geht. Kein Wunder, dass dieser Ländername für gewöhnlich keine positiven Gefühle und schon gar keine Urlaubsbilder in uns weckt. Doch auf 239 Seiten, in denen er von seiner 8.484 km lange Reise erzählt, schafft er es, den Iran in einem völlig neuen Licht dazustellen. „Courchsurfing im Iran“* ist ein großartiges Buch, das den Iran im Licht der Gastfreundschaft erstrahlen lässt.

Kaum setzt Orth seinen Fuß auf das Rollfeld am Teheraner Flughafen, bricht er auch schon das erste Gesetz. In seinem Rucksack befindet sich Marzipan – mit Alkohol. Sein zweiter Gesetzesbruch folgt wenige Minuten später am Kontrollschalter, als er ein Hotel als Aufenthaltsadresse in das Visa-Formular einträgt. Er hat nicht vor in diesem Hotel zu nächtigen. Genau genommen hat er nicht vor, in überhaupt irgendeinem Hotel im Iran zu nächtigen, denn Orth ist ein Couchsurfer. Er wird also bei Privatleuten unterkommen, die ihn aus reiner Nächstenliebe und ohne dafür bezahlt zu werden, aufnehmen. Allerdings ist auch das Couchsurfing im Iran verboten. Der Staat hat Angst vor Spionage und verbietet daher die private Unterbringung von TouristInnen.

Doch Orth wird auf seiner Reise nicht der Einzige sein, der Verbote ignoriert und mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Er trifft auf seiner Reise 22 GastgeberInnen und hat unzählige Begegnungen mit Menschen, die jeden Tag die rechtlichen Grenzen neu ausloten. Selbstgebrauter Alkohol, BDSM-Treffen und Bikiniparties am Pool – die CouchsurferInnen, die er kennenlernt, wollen das strenge Korsett ihres Staates sprengen, weil sie sich nach Freiheit und Demokratie sehnen. Schon ein Facebook-Account ist ein rebellischer Akt, der jedoch bisher von der Regierung hingenommen wurde. Und plötzlich bekommt dieses Land, das sonst nur in den Nachrichten durch Krieg und Terror beschrieben wird, ein neues Gesicht: Im Iran leben ganz normale Menschen, wie wir, die gute Jobs, eine Familie und einen Facebook-Account haben möchten.

Wäre der Autor tatsächlich, wie von der Regierung vorgeschrieben, von Hotel zu Hotel gereist, dann hätte er diese Einblicke vermutlich niemals erhalten. Zum Glück fand er immer ein paar CouchsurferInnen, die ihm Haus und Herz öffneten.

Couchsurfing im Iran“* ist ein Buch für alle, die den Iran mal anders kennen lernen möchten oder vom Reisen mit Couchsurfing fasziniert sind.

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Amelie Haupt

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