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Der Nikolaus – wer war das gleich nochmal?

Schon als wir klein waren, stellten wir am Vorabend des 6. Dezembers unsere schön säuberlich geputzten Stiefel vor die Tür […]
| Tamara Ossege-Fischer |

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Schon als wir klein waren, stellten wir am Vorabend des 6. Dezembers unsere schön säuberlich geputzten Stiefel vor die Tür oder hängten möglichst große Socken an den Kamin, um diese dann am nächsten Morgen mit Schokolade gefüllt wiederzufinden. Ganz klar: Der Nikolaus war da! Jedes Kind kennt den Mann in Bischofsgewand und dem goldenen Buch, in dem all die guten und schlechten Taten jedes Kindes stehen – von Knecht Ruprecht ganz zu schweigen. Doch woher kommt er eigentlich? Sinnfreie Tradition oder wirkliche Geschichte? Und was hat das mit den Socken und Schuhen auf sich?

Überraschung: Den Nikolaus gab es tatsächlich. Er lebte im 4. Jahrhundert in der heutigen Türkei. Als junger Mann trat er in das Kloster seiner Heimatstadt Myra ein, um seinem Glauben näher zu sein und wurde Bischof.

Einmal soll er ein in Not geratenes Pilgerschiff, welches auf dem Lieferweg zu einer christlichen Kapelle war, gerettet haben, indem er an Bord kam und wie durch ein Wunder den tosenden Sturm stillte. Ein anderes mal rettete er Myra vor der Hungersnot.
Es gibt hunderte Legenden um den Nikolaus, die ihn zu dem wohl beliebtesten Heiligen und zum Schutzpatron der Reisenden, Kinder, Schiffer und Bäcker machen.
Nicht auszuschließen ist dabei wohl die Geschichte mit den Gaben, sei es Schokolade oder doch Nüsse und Mandarinen, und dem Stiefel bzw. den Socken. Doch warum stellen wir am Vorabend den Stiefel vor die Tür oder hängen Papas Socken auf? Wieso bringt uns „der Nikolaus“ Schokolade und andere Kleinigkeiten, wenn wir brav waren?

Diese seit 1555 bewährte Tradition findet sich in der Legende, dass der heilige Nikolaus heimlich in eine Wohnung einstieg, um in die Socken der Familie, die am Kamin trockneten, Geld zu stecken. Dies diente dem Schicksal der Töchter, damit der Vater sie nicht aus Geldnot zur Prostitution zwingen musste.
Der Brauch heute wird sogar auf Veranstaltungen ausgedehnt, in denen ein verkleideter Nikolaus in Gewand, Mitra (Bischofsmütze), mit Stab und goldenem Buch in der Hand durch Kinderansammlungen schreitet um Lob und Tadel auszusprechen. Heutzutage kann man ihn also bei manchen Kindern gut als „Erziehungsmittel“ benutzen. Bedankt wird sich mit einem Nikolausgedicht oder einem Lied (typisch: „Lasst uns froh und munter sein“).
In den Anfängen der Tradition wie auch heute hat der Nikolaus seinen Begleiter Knecht Ruprecht (auch Krampus genannt) stetig dabei. Dieser ist meistens in schwarz gekleidet, oft dreckig und sieht zerschlissen aus. Bei sich trägt er einen Sack, sowie eine Rute. Dieses nicht unbedingt freundliche Bild soll den gezähmten Teufel darstellen und das Böse repräsentieren. Der Nikolaus (das Gute) hat ihn jedoch unter Kontrolle, sodass er nur nur zur Einschüchterung dienen soll, damit die Kinder ihrer böser Taten und ihrem Ungehorsam wegen ermahnt werden.

Der echte Nikolaus hatte jedoch ein weitaus weniger heimeliges Leben. Er wurde trotz all seiner guten Taten im Rahmen der Christenverfolgung um 310 n.Chr. gefangen genommen und gefoltert, blieb jedoch seinem christlichen Glauben immer treu.
Die richtige Verehrung dieses Mannes begann erst im 6. Jahrhundert in der griechischen Kirche, breitete sich im 8. Jahrhundert über Mittel- und Südeuropa aus, bis um 980 die erste Nikolauskirche in Deutschland gebaut wurde.
Bis heute gibt es tausende von ihm gewidmeten Kirchen und noch mehr Veranstaltungen rund um den Brauch, den jedes Kind heutzutage kennt.

 

Wie habt ihr dieses Jahr abgeschnitten? Wart ihr brav und habt Schokolade o.ä. bekommen? ;)

 


 

Quelle: http://www.deutsche-lebensart.de/Nikolaus.html
Foto:  Santa via photopin (license)

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Tamara Ossege-Fischer

...man findet mich entweder auf matschigen Festivals oder in seltsam ausgerüsteten Hallen bzw. draußen beim Sport. Ansprechen ist zwecklos, die Musik ist so oder so zu laut. Nebenbei studiere ich auch noch Soziologie in Bielefeld.

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