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Buchkritik / Kultur und Lifestyle / Ostern

5 unterschätzte Bücher – unsere Empfehlungen

Neuer Lesestoff gefällig? Diese Bücher empfehlen wir!

Nachdem es an Weihnachten schon eine Liste von Vorschlägen zur Überbrückung der langweiligen Tage gab, haben wir auch zu Ostern eine solche für euch erstellt. Hier findet ihr die Bücher, die nach Meinung unserer Redaktion jeder mal gelesen haben muss, die aber leider in keiner Bestsellerliste hohe Plätze einnehmen. Viel Spaß beim Reinschauen!

Michaels Tipp: Mary Gentle – „Die letzte Schlacht der Orks“*

Das wohl bekloppteste Buch, das ich je gelesen habe: Orks finden in einem Drachenhort Waffen aus dem Kalten Krieg – inklusive Gebrauchsanweisung und US-Marine Handbuch. Damit machen sie sich auf, die Welt zu unterjochen und sich in einem letzten großen Krieg gegen das Licht endlich die Herrschaft zu sichern. Das Ganze wird noch absurder, da man ein Bündnis mit den Halblingen eingeht, um sich mit deren Amuletten gegen die Zauberer des Lichtes zu schützen.

Das Buch strotzt nur so vor absurden Ideen und traut sich immer, noch einen drauf zu setzten, wenn man schon dachte, es geht nicht mehr wahnsinniger; noch sarkastischer. Deshalb ist es für mich, trotz offensichtlicher Schwächen in Charakterzeichnung und Story, äußerst lesenswert, auch wenn es nichts anderes als Lacher produziert.

 

Robins Tipp: Robert Rankin – “Warten auf Oho”

Gott ist tot! Nein, jetzt geht es nicht um Philosophen oder dergleichen. Der Roman beginnt mit der Tatsache, dass Gott verstorben ist, während er auf einem Angelurlaub war. Die Erde wird seinem Sohn Colin vermacht. Doch Gottes Frau traut der ganzen Sache nicht und schaltet einen Detektiv ein: Den großen Lazlo Woodbine, eine Person, die wir im ersten Kapitel beim Psychater kennenlernen, da er einen sprechenden Blumenkohl im Kopf hat. Spätestens jetzt sollte aufgefallen sein, dass dieses Buch fernab des Begriffes “normal” zu finden ist. Aber genau das fasziniert mich jedes Mal aufs Neue daran. Rankins Ideen sind so schräg und so abgefahren, dass man sich alle drei Zeilen wundert, was jetzt schon wieder passiert, aber trotzdem akzeptiert man die Tatsachen und bekommt eine absurde und durchaus spannende Story geliefert. “Warten auf Oho” ist allerdings der zweite Teil, den ich noch besser finde als den ersten. Wer jedoch ganz vorn beginnen möchte, liest “Der Tanz der Voodoo-Handtasche”. Lasst mich daraus den ersten Satz zitieren:

“Der Doktor meinte, ich sei ein paranoider Schizophrener. Nun ja, er hat es nicht wirklich gesagt. Aber wir wissen, dass er es gedacht hat.” Na wenn das nicht Grund genug ist…

 

Lenas Tipp: Eric-Emmanuel Schmitt – “Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Eine aus meiner Sicht völlig unterschätzte Geschichte ist: “Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran” von Eric-Emmanuel Schmitt. Was auf den ersten Blick wie ein schnödes Kinderbuch daherkommt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als sehr viel tiefgründiger. Mit seinen gut 100 Seiten ist das Buch zwar nicht besonders umfangreich, zeigt aber, dass auch in der eher unschönen Pariser Vorstadt eine faszinierende Freundschaft zwischen einem jüdischen Jungen und “dem Araber an der Ecke”, Monsieur Ibrahim, entstehen kann. Beide wurden vom Schicksal nicht verschont, schaffen es aber dennoch, über ihre eigenen Schatten zu springen.

Was dem Büchlein an Ausdehnung mangeln mag, macht es durch Herzlichkeit und die Möglichkeit des mehrfachen Genießens wieder wett. Einfach lesen!

 

Viktorias Tipp: Angie Sage – “Septimus Heap”-Reihe (erstes Buch: Magyk)

In dieser fantastischen, siebenteiligen Romanreihe von Angie Sage, geht es um Septimus Heap. Er ist der siebte Sohn eines siebten Sohnes und verfügt deshalb über besondere magische Fähigkeiten. Die Buchreihe begleitet ihn auf seinem Weg zum “Außergewöhnlichen Zauberer” und ihn unterstützen seine zahlreichen Familienmitglieder, Geister und allerhand magische Kreaturen. Doch nicht jeder der Charaktere ist ihm gut gesonnen und somit ist Spannung vorprogrammiert.

 

Ronjas Tipp: Stefan Bachmann – „Die Seltsamen

Sie sind anders, von allen ausgestoßen und gemieden. Sie sind weder Mensch noch Feenwesen, sondern eine Mischung aus beidem. Sie sind „Die Seltsamen“. Doch gerade diese Mischlinge sind es, die nun auf mysteriöse Weise verschwinden und als auch die Schwester des Mischlingsjungen Bartholomew betroffen ist, macht er sich auf die Suche nach ihr und wird dabei in düstere Geschehnisse hineingezogen, die die Welt verändern werden.

Bereits mit 16 Jahren schrieb Stefan Bachmann „Die Seltsamen“ und war schon mit 18 Jahren Bestsellerautor in Amerika. Trotzdem wurde dieser mit Elementen des Steampunk ausgestattete Roman, der im viktorianischen England spielt, in deutschen Läden oft übersehen und erhielt leider nicht die Anerkennung, die er eigentlich verdient.

 

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Michael Cremann

Ist meist dort zu finden wo die laute Musik für andere klingt wie ein Autounfall. Hängt hinter der Kinokasse herum oder gibt Führungen durch Münsters Ruine Nummer eins. Dazu wird noch getanzt und wenn dann noch Zeit ist, Geschichte und Archäologie studiert.

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