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Hase und Eier – Ist Ostern christlich?

Das Osterfest ist neben Weihnachten der wichtigste christliche Feiertag im Kirchenjahr: Die Auferstehung Jesu wird gefeiert. Aber woher kommen die Bräuche? Ist Ostern tatsächlich christlich? Warum legen Hasen Eier?

In der Bibel steht geschrieben, dass Festnahme, Verurteilung, Tod und Auferstehung Jesu während der jüdischen Pessachwoche stattfanden. Zu dieser Zeit feiern die Juden alljährlich das Vorübergehen des ägyptischen Todesengels an den Erstgeborenen der Hebräer (2. Buch Mose, 12,27). Im Laufe der Jahrhunderte wurden die „Osterfeiertage“ immer wieder eingeschränkt, bis als arbeitsfreier Tag nur noch unser Ostermontag übrig blieb.

Das Wort „Ostern“ leitet sich vom altgermanischen „austro“ ab, welches für die Morgenröte steht und im frühen Germanentum ein Frühlingsfest bezeichnete – vorchristlich wohlgemerkt. „Austro“ gleicht wiederum dem griechischen Wort für Sonne („Eos“).
Neuheiden und pagane Kulte feiern um die Osterzeit das „Ostara“-Fest, welches angeblich auf eine alt-heidnische Göttin zurückgeführt wird. Diese Tradition gibt es aber erst seit dem 17. Jahrhundert und hat nichts mit Ostereiern oder Hasen zu tun. Warum dann die ganze Schokolade?

In vielen katholischen Regionen werden die Kirchenglocken ab Karfreitag nicht mehr geläutet; darauf hin erklärte man den Kindern, dass die Glocken in dieser Zeit nach Rom fliegen. Wenn die Glocken am Ostersonntag wieder läuten, würden sie Süßigkeiten, Eier und Schokolade mitbringen, um ihre Abwesenheit zu entschuldigen.

Das Ei als Ostersymbol beruht auf indo-europäischen Überlieferungen, laut denen das Ei ein Symbol des Frühlings und der Fruchtbarkeit ist. Das Christentum hat dem Ei eine religiöse Bedeutung verliehen, indem es die Felsengruft, aus der Jesus auferstanden ist, (und damit die Auferstehung) darstellen sollte.
Wie das Ei wurden oft heidnische Symbole und Bräuche vermehrt „christianisiert“, um die Leute irrezuführen, aber auch damit sie sich besser fühlten, wenn sie alte Bräuche, welche nicht in der Bibel aufgeführt sind, in ihrem Alltag (weiterhin) auslebten.

Gefärbt wurden Eier schon vor 60.000 Jahren im alten Afrika, die Färbung zu Ostern ist jedoch eine weit verbreitete christliche Tradition, erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt: Die damals rote Farbe stand für das Blut und Leiden Jesu und sollte einen Neuanfang symbolisieren.

Der allbekannte Osterhase hat seinen Ursprung ebenfalls sehr früh, nämlich in vorchristlichen Fruchtbarkeitsriten – ihm wurde nie ein religiöser Symbolismus verliehen. Auch der Hase war im alten Ägypten ein wichtiges Symbol der Fruchtbarkeit – was ihn mit den Eiern verband, ohne, dass er welche legen musste.

 

In diesem Sinne: Erfreut euch des schönen Wetters, solange es noch schön ist, esst eure Schokolade und feiert ein frohes Osterfest!

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ein Beitrag von

Tamara Ossege-Fischer
...man findet mich entweder auf matschigen Festivals oder in seltsam ausgerüsteten Hallen bzw. draußen beim Sport. Ansprechen ist zwecklos, die Musik ist so oder so zu laut. Nebenbei studiere ich auch noch Soziologie in Bielefeld.

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