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Lernen mit Tomaten

Die Pomodoro-Technik
| Patrick Schuster |

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Eine Klausurenphase erreicht den Zenit, zwei von vier Klausuren für dieses Semester sind geschafft. Und mir raucht der Kopf. Es ist nicht meine erste Klausurenphase, auch nicht meine letzte, und ich habe keine Lust mehr. Fünf bis acht Stunden mit kurzen Unterbrechungen am Tag lernen, da ist dann einfach irgendwann die Luft raus. Aber nächste Woche steht die nächste Klausur an, und es muss neuer Inhalt in meine grauen Zellen. Ich setze mich hin und lerne zwei Tage, bis ich einsehe, dass es durch das eine Ohr rein und durch das andere wieder raus geht. Ich kann nicht mehr 3h am Stück sitzen und lesen, ich muss mich ablenken.

Einen Tag später sitze ich im Bus und höre einen Podcast, bei dem die beiden Moderatoren über ihre Arbeitsroutine reden. Sie erzählen, wie sie sich während ihrer Klausurenphasen genauso gefühlt haben, und wie sie das damals nachhaltig geändert haben, und auch heute noch umsetzen. Sie sprachen dabei von der sogenannten “Pomodoro-Technik” (pomodoro = italienisch für Tomate), die Francesco Cirillo in den 1980ern zur Arbeitseinteilung entwickelte und nach seinem Küchenwecker in Form einer Tomate benannte. Ja richtig, Tomaten!

Das Grundprinzip

Ein festes Ziel setzen, 25 Minuten arbeiten (= 1 Pomodori/Tomate), 5 Minuten Pause, nach 4 Pomodori eine längere Pause von 20-30 Minuten. Ohne hier viel mehr ins Detail gehen zu wollen, ein kleiner Erfahrungsbericht meinerseits: Ich habe diese Technik für zwei Wochen Lernen und eine Woche Arbeiten, beides vor dem Schreibtisch, konsequent selbst getestet. Der eigentliche Vorteil ist meiner Meinung nach dabei nicht, dass man dem Gehirn Zeit zum Regenerieren gibt, sondern vielmehr, dass man dem Kopf ein gezieltes Ventil gegen Prokrastination (= Aufschieberitis) gibt.

Anstatt sich nämlich wie sonst auch, und davon kann ich mich nicht frei sprechen, zwischendurch spontan mit Facebook, Whatsapp oder Youtube abzulenken, dürft ihr euch dafür Zeit nehmen. Und zwar alle 25 Minuten. Da darf sich euer Kopf für 5 Minuten mit dem beschäftigen, was er gerade lieber machen möchte. Sollte sich dann in euer Lernphase wieder der innere Schweinehund melden, könnt ihr ihm beruhigt sagen, dass es nur noch ein paar Minuten bis zur nächsten Pause sind. Die verdienten 5 Minuten lassen sich dann gut nutzen, um sich die Beine zu vertreten und frische Luft zu schnappen. Auch wenn es nur der Gang zum Fenster ist. Whatsapp-Nachrichten kann man immerhin auch draußen lesen. Und am Ende des Tages hat man sein Ziel erreicht.

Mein Fazit

Ich kann nicht behaupten, mit der Pomodoro-Technik die Heilung für Lernstress gefunden zu haben. Aber ich kann für mich sprechen und sagen, dass das “Durchhalten” und das effektive Lernen sich bei mir mit dieser Technik deutlich verbessert hat. Zum einen, weil man geregelt neben den Lerneinheiten abschalten darf. Zum anderen, weil man sich, auch wenn es gerade mal wieder langweilig und anstrengend ist, auf die nächste Pause vertrösten kann, und dann konzentriert bis dahin weiter lernt.

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Patrick Schuster

Schönen guten Abend meine Damen und Herren, ich bin Patrick und mittlerweile seit ein paar Jahren im seitenwaelzer.de-Team. Ich bin aktives Mitglied unseres Spontan-Spontan-Podcasts und schreibe sonst viel im Bereich Technik und Innovation.

Hilfe, ich kann nicht prokrastinieren!

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