Kultur und Medien / Musik

Marilyn Manson – düster, provozierend, faszinierend

Lange habe ich überlegt, was für eine Art Artikel ich über Marilyn Manson schreiben soll. Eine Biografie? Nein, meiner Meinung nach wäre das unpassend; außerdem lässt sich sein Lebenslauf schnell bei Wikipedia nachlesen. Auch seine Musik als Thema begeisterte mich nicht wirklich; ja, ich bin ein Fan seiner Musik, doch ich denke, dass sie „nur ein Teil“ seiner Kunst ist und eine Kritik dieser im nicht gerecht wird. Ich denke am besten kann ich diesen großen Künstler ehren, indem ich einfach schreibe, was er für mich eigentlich bedeutet.
| Kevin Ord |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Stadt NachtRangga Cahya Nugraha | Unsplash

Lange habe ich überlegt, was für eine Art Artikel ich über Marilyn Manson schreiben soll. Eine Biografie? Nein, meiner Meinung nach wäre das unpassend; außerdem lässt sich sein Lebenslauf schnell bei Wikipedia nachlesen. Auch seine Musik als Thema begeisterte mich nicht wirklich; ja, ich bin ein Fan seiner Musik, doch ich denke, dass sie „nur ein Teil“ seiner Kunst ist und eine Kritik dieser ihm nicht gerecht wird. Ich denke am besten kann ich diesen großen Künstler ehren, indem ich einfach schreibe, was er für mich eigentlich bedeutet.

Er provoziert, erregt Aufmerksamkeit, bricht Tabus und widersetzt sich den Wertevorstellungen seiner Heimat, den USA. Er ist Ehrenmitglied der Church of Satan, hatte Drogenprobleme und verletzte sich selbst. Mit seinen Songs kritisiert er die Gesellschaft der USA: ihren Schönheitswahn, ihre Scheinheiligkeit, den weitverbreiteten religiösen Fanatismus. Im Gegensatz zu anderen Musikern legt er seine Identität privat nicht ab – er ist immer Marilyn Manson. In vielerlei Hinsicht verkörpert Manson das, was ich denke und fühle. Das liegt vielleicht daran, dass ich das erste Mal mit sieben Jahren von ihm hörte – und ihn sah. Als ich das Video zu seiner Interpretation des Klassikers „Tainted Love“ schaute, wusste ich nicht wirklich, was ich von ihm halten sollte. Einerseits war er fremd und beängstigend, andererseits übte er auf mich eine unglaubliche Faszination aus. Damals wurde er für mich zum Symbol des Rock, des Düsteren, zum Symbol von Rebellion und Zerstörung. Ich denke, dass mich dieses Bild von ihm zumindest ein wenig in meiner Entwicklung beeinflusst hat und dazu beigetragen hat, dass ich bin, wie ich bin.

Heute ist er für mich ein bisschen wie ein Spiegel, schließlich ist er ein Produkt eben jener Gesellschaft, die er kritisiert: er hält ihr vor Augen, wie hässlich und unmoralisch die Welt wirklich ist. Allein sein Name zeugt davon. Marylin Manson besteht aus dem Vornamen von Marilyn Monroe, einer bekannten Filmdiva, und dem Nachnamen von Charles Manson, einem Mörder und Sektenführer. Dies ist eine Anspielung darauf, dass sowohl die Taten von Filmstars, als auch von Verbrechern durch die Medien verewigt werden. Vor allem ist Marilyn Manson für mich mehr als „nur“ eine Rolle; Marilyn Manson ist eine Lebenseinstellung, die polarisiert: Es bedeutet, sich nicht zu verstellen; es bedeutet, zu provozieren; es bedeutet, gegen religiösen und gesellschaftlichen Zwang zu rebellieren. All dies spricht mich an; man könnte sagen, dass ich nicht nur Fan von seiner Musik, sondern auch von ihm selbst bin, und ich denke, angesichts seines Erfolges, dass das nicht nur mir so geht.

Ich hoffe, dass euch dieser Artikel vermitteln konnte, was ich in diesem Künstler sehe, und er euch eventuell auch ein wenig neugierig auf diese Person gemacht hat. Wenn ihr hingegen etwas über seine Musik erfahren möchtet, empfehle ich euch einfach ein paar seiner Songs zu hören. Und wer weiß, vielleicht werdet ihr ja auch zu Fans?

Ein Beitrag von Kevin Ord

 

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