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Me, Hightech and I – Wie finde ich den richtigen Laptop für mich?

Der Guide zum optimalen technischen Begleiter während des Studiums

Du brauchst einen neuen Laptop? Was praktisches für die Uni, passend zu deinem Lifestyle? Wir haben uns mit einigen Fragen rundum den Laptopkauf beschäftigt. Die meisten schaffen sich für das Studium extra einen tragbaren Computer an oder stellen während der ersten Semester fest, dass das alte Gerät langsam nicht mehr den eigenen Vorstellungen entspricht. Bei der Neuanschaffung muss man sich mit vielen Fragen auseinandersetzen, von denen wir in diesem Artikel einige aufgreifen und manche beantworten werden. Dazu kommen ein paar Tipps, damit ihr einen Laptop findet, der euren Anforderungen entspricht und zu eurem Lifestyle passt.

Die grundlegenden Fragen

Zwei Fragen vorweg, die wir euch nicht beantworten können, denn hier geht es um euch:

Wie viel Budget steht mir zur Verfügung?

Wozu brauche ich den Laptop?

Die Budget-Frage stellt dabei im Regelfall alle anderen Faktoren in den Hintergrund. Wie viel Geld euch zur Verfügung steht oder wie viel ihr bereit seid auszugeben, ist natürlich komplett euch überlassen. Aber wozu ihr den Laptop am Ende einsetzt, besonders während des Studiums, liegt nicht immer in eurer Macht. Wenn ihr gerade erst mit dem Studium anfangt, kann es daher sinnvoll sein, Studierende der höheren Semester anzusprechen und nachzufragen, welche Programme während des Studiums regelmäßig verwendet werden. Solltet ihr zu den Normalanwendern gehören, benötigt ihr im Regelfall keine besonders starke Maschine und könnt schon mit relativ geringem Budget einen passenden Laptop finden.

Der Normalanwender

Unter Normalanwender wollen wir hier Nutzer verstehen, die ihren Laptop hauptsächlich für Office-Anwendungen, Web-Surfen, Netflix und vielleicht ein bisschen Photoshop verwenden wollen. Dafür sollte das Gerät ca. 2 bis 4 Gigabyte Arbeitsspeicher besitzen, oft auch RAM (kurz für Random Access Memory) genannt. Arbeitsspeicher benötigt der Laptop für aktive Programme und deren gerade benötigten Daten.
Beim Prozessor bzw. CPU (Central Processing Unit), der zentralen Recheneinheit des Computers gibt es zwei sehr bekannte Hersteller: Intel und AMD. Über den Ruf von AMD lässt sich streiten, jedoch dominiert Intel so stark den Markt, dass ihr selten vor die Wahl zwischen einem von beiden gestellt werdet. Als Normalanwender sollte ein Prozessor der leistungsschwächeren Kategorie, „i3“ genügen. Sollte etwas mehr Budget vorhanden sein, würde ich euch zum „i5“-Prozessor raten. Eine besondere Grafikkarte braucht ihr im Regelfall nicht, dazu findet ihr aber bei Bedarf weiter unten in der Kategorie Gaming-Anwender mehr.

Ein letztes Feature, dass sich zu beachten lohnt, ist die Festplatte. Hier werden eure gesamten Daten gespeichert und abgerufen. Dabei werden hauptsächlich zwei Kategorien unterschieden: HDD (Hard Disk Drive) und SSD (Solid State Drive). Während die SSD-Festplatten komplett elektronisch arbeiten, sind die HDD-Festplatten mit rotierenden Scheiben ausgestattet, auf welchen die Daten gespeichert werden. Vorteil der HDD’s ist die große Speicherkapazität: Größen von einem Terabyte sind hier nicht ungewöhnlich. Jedoch sind diese Festplatten aufgrund der drehenden Einzelteile deutlich anfälliger für Störungen und können unter hoher Auslastung schnell ziemlich laut werden. SSD’s hingegen kommen mit weniger Speicherplatz daher, sind dafür aber beim Laden von Daten deutlich schneller, wie dieses Beispielvideo zeigt. Auch die Störanfälligkeit ist deutlich geringer und selbst unter Hochleistung sind sie sehr still. Heutzutage lohnt es sich kaum noch, Laptops mit HDD-Festplatte zu kaufen, da selten viel Speicher auf dem Laptop vorhanden sein muss. Es ist oft klüger, in eine SSD zu investieren und sich bei Platzmangel eine externe HDD anzuschaffen, die man dann auch mitnehmen kann.

Was aber, wenn ihr beispielsweise Grafikdesign studiert, Videos editieren wollt oder Konstruktionen modellieren müsst? Hier werden andere Spezifikationen gefordert:

Der professionelle Anwender

Die gerade angeführten Beispiele erfordern vor allem eines: Rechenleistung, und zwar viel davon. Euer Prozessor sollte mindestens ein Intel i5 sein, wenn nicht sogar schon ein i7, die leistungsstärkste Kategorie von Intel. Für einen genaueren Vergleich der Prozessoren empfiehlt es sich definitiv, Vergleichsseiten beziehungsweise Benchmarklisten wie diese hier zu besuchen, da es innerhalb der Prozessor-Kategorien noch unterschiedliche Generationen gibt. Da mehr Daten oder sogar mehrere Programme gleichzeitig genutzt werden, sollte der Arbeitsspeicher mindestens 4, lieber 8 GB haben. Hier ist eine SSD-Festplatte besonders sinnvoll, da sich somit die Ladezeiten der Programme deutlich verkürzen lassen. Ob ihr eine sogenannte dedizierte, extra verbaute Grafikkarte benötigt, ist stark von den Programmen abhängig, mit den ihr arbeiten wollt. Da hier aber in vielen Fällen der AMD oder Intel verbaute Grafik-Chip reicht, solltet ihr Rat im Internet oder bei einem mit dem Programm vertrauten Nutzer holen, bevor ihr für eine richtige Grafikkarte tief in die Tasche greift.

Der Gaming-Anwender

Manche möchten nicht nur Arbeiten oder Netflix schauen, sondern auch Zocken. Wollt ihr aber etwas mehr als Solitär oder Tetris spielen, müsst ihr teilweise tief in die Tasche greifen. Die Spezifikationen sind dabei denen des professionellen Anwenders nicht unähnlich. Der Fokus sollte für diese Gruppe jedoch mehr auf der Grafikkarte liegen. Hier hält Nvidia mit ihren GeForce-Reihen das Marktmonopol. Eine Benchmarkliste für Laptop-Grafikkarten findet ihr hier.

Laptop oder Tablet im Studium? Hier lest ihr die Vor- und Nachteile

Weitere Faktoren

Jedoch sind mit diesen drei groben Kategorien auch noch nicht alle Fragen beantwortet. Solltet ihr aber bis hierhin ein paar Modelle gefunden haben, die euch zusagen, gilt es noch ein paar weitere Faktoren zu betrachten. Diese richten sich aber sehr stark nach euren Präferenzen.

Soll das Display glänzend oder matt sein?

Hierbei geht es hauptsächlich um den Komfort unterwegs: Arbeitet ihr viel im Zug unter Sonneneinstrahlung? Dann lohnt sich wahrscheinlich ein mattes Display. Ihr müsst euch zwar nicht mehr mit nervigen Licht-Reflektionen herumschlagen, dafür sind die Kontraste schwächer und die Farben kommen etwas schlechter zur Geltung. Für Grafikdesigner und Gamer eher schlecht geeignet. Mit einem glänzenden Display hingegen habt ihr satte Farben, gute Kontraste, müsst aber gegebenenfalls Spiegelungen in Kauf nehmen.

Was für welche und wie viele Anschlüsse brauche ich?

Das Werkzeug für unterwegs und das Entertainment-Center zuhause. Möchtet ihr euren Laptop nach getaner Arbeit zuhause für Medienkonsum nutzen, das aber nicht auf einem 15“ (Zoll) Display? Dann sollte euer Laptop definitiv über einen HDMI-Anschluss oder einen Mini DisplayPort zum Anschließen eines Monitors verfügen. Ihr wollt zocken, aber nicht mit Touchpad und der integrierten Tastatur? Dann denkt an genügend USB-Anschlüsse. Ihr lebt hinterm Mond und bei euch kommt das gute Internet nur aus der Dose? Dann stellt sicher, dass der Laptop einen Ethernet- bzw. LAN-Anschluss mitbringt.

Eine Welt voller Fachbegriffe, eine kurze Vokabelliste

Laptop: Ein handlicher, zusammenklappbarer, tragbarer Computer mit ähnlicher Leistung wie ein normaler Computer.

Notebook: Flachere, leichtere Version des Laptops. Wird oft auch einfach synonym mit „Laptop“ verwendet“.

Ultra-Book: Ein eingetragenes Warenzeichen von Intel. Sehr dünne Laptops mit ähnlicher Leistung, niedrigem Energieverbrauch und ausschließlich Intel-Prozessor.

Net-Book: Besonders kompakte und preiswerte Laptops. Im Vergleich zu diesem aber auch sehr leistungsschwach.

Convertible/Hybrid: Laptop, der sich durch abnehmen oder umbiegen der Tastatur in ein Tablet verwandeln lässt.

Zwei Tipps zum Schluss

Lest Bewertungen

Besonders, wenn ihr euren neuen Laptop auf Amazon oder ähnlichen Portalen kauft, stehen euch massenweise Bewertungen anderer Nutzer zur Verfügung. Hier findet ihr häufig auftretende Probleme sowie Rezensionen verschiedener Nutzergruppen in ausführlicher Form. Ihr habt vor, ein Investment zu tätigen, das euch die nächsten Jahre (zumindest hoffentlich) begleiten soll. Ein paar Minuten Bewertungen lesen können dabei helfen, restliche Zweifel auszuräumen oder das Traumangebot als Mogelpackung zu entlarven.

Wartet auf Sales und vergleicht online

Bei „Back-to-School“-Rabatten und anderen Angeboten könnt ihr teilweise ordentlich Geld sparen. Normalerweise klingen Discounts wie 10 oder 15% nicht nach viel, aber bei einem Laptop von 500€ können das schon 50 bzw. 75€ Rabatt sein. Wenn ihr also euer Traumgerät gefunden habt, recherchiert am besten beim Hersteller, ob in der nächsten Zeit ein Sale ansteht, von dem euer Laptop betroffen sein könnte. Hier kann sich das Warten wirklich lohnen.  Auch beim Vergleich auf Online-Portalen könnt ihr euch teilweise zwischen 20 und 100€ sparen, abhängig von der Preiskategorie.

Ich hoffe, unser nicht ganz so kurzer Guide hat euch bei der Auswahl eures Weggefährten etwas helfen können. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, hinterlasst gerne einen Kommentar.

Habt ihr selbst ein Thema, dass in unsere „Me, High-Tech and I“-Reihe passt oder wollt an dieser Serie mitwirken? Dann schreibt mir einfach unter MHTAI@seitenwaelzer.de.

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Patrick Schuster

Schönen guten Abend meine Damen und Herren, ich bin Patrick und mittlerweile seit ein paar Jahren im seitenwaelzer.de-Team. Ich bin aktives Mitglied unseres Spontan-Spontan-Podcasts und schreibe sonst viel im Bereich Technik und Innovation.

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