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Auf ins Studium / Studium

Pack dein Studium an – Vom Prokrastinierer zum Fokussierer

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“
Kennste?
Klar, jeder kennt dieses Sprichwort. Nur handelt niemand danach. Stattdessen werden Dinge aufgeschoben und prokrastiniert, was das Zeug hält. Und ich wette, du bist da keine Ausnahme.

Besonders Studenten sind wahre Meister darin, lästige oder komplizierte Aufgaben aufzuschieben. Der Grund: Sie sind für sich selbst verantwortlich. Und das führt häufig dazu, dass sie zu spät mit dem Lernen für Prüfungen anfangen und ihre Studien- und Seminararbeiten auf den letzten Drücker schreiben.

Doch Prokrastinieren ist gefährlich. Durch ständiges Aufschieben verlierst du die Kontrolle über dein Studium. Du läufst deinen Verpflichtungen nur noch hinterher und wirst von einer Deadline zur nächsten getrieben. Dein Studienverlaufsplan ist das Papier, auf dem er geschrieben ist, nicht mehr wert. Aber das Schlimmste ist: Du wirst unglücklich. Deine Aufgaben und Prüfungen türmen sich soweit auf, dass du nicht mehr weißt, wie du die aufgeschobenen Klausuren überhaupt schaffen sollst.

So macht Studieren keinen Spaß.

Damit dir genau das nicht passiert, gebe ich dir in diesem Artikel eine Strategie an die Hand, mit der du dich von nun an nicht mehr aufhalten lässt. Ich zeige dir, wie du deine Aufgaben fokussiert und Schritt für Schritt abarbeiten kannst.

 

Die 5-Schritte-Strategie gegen Prokrastinieren

Ab heute organisierst du dich und gehst deine Aufgaben fokussiert an. Halte dich dazu einfach an die folgenden fünf Schritte:   

Schritt #1 Beginne mit einem Plan

Wenn du es nicht schon tust, dann arbeitest du ab dem kommenden Semester nach Plan. Du erstellst dir einen Semesterplan, der die folgenden Fragen beantwortet: Welche Module belegst du in diesem Semester? Mit welchen Prüfungsleistungen (Klausur, mündliche Prüfung, Seminararbeit etc.) schließen die Module ab? Wann sind die Prüfungs- oder Abgabetermine? In welchem Modul möchtest du mindestens welche Note erlangen?

Auf Grundlage der Antworten zu diesen Fragen wirst du in der Lage sein, dein Semester und insbesondere deine Lern- und Prüfungsphasen wochen- und tageweise zu planen. Lege früh genug fest, wann du was und für welche Prüfung erarbeitest und lernst.

Zusätzlich nimmst du dir jeden Abend einige Minuten Zeit und planst den kommenden Tag so exakt wie möglich. Wichtig ist, dass du auf deinem Tagesplan keinen Blödsinn notierst, sondern nur Aufgaben, die wirklich zählen und dich ganz entschieden weiterbringen.

Du bist schon mitten im Semester und jetzt ist es zu spät für einen Plan? Falsch – zum Planen ist es nie zu spät. Selbst wenn du bereits die erste Prüfung des Semesters geschrieben und nicht pünktlich angefangen hast dafür zu lernen – mache es für die nächste Klausur einfach besser. Setze dich gleich hin, fange im Jetzt an und verschriftliche deinen Plan. So wird er verbindlich.

Schritt #2 Spüre das Kribbeln in deinen Fingern

Dein schriftlicher Plan wird dich konstant an deine Aufgaben erinnern. Je näher deine von dir geplante Lernphase rückt, desto kribbeliger wirst du. Du wirst unweigerlich ein Drängen spüren, dass dir signalisiert mit dem Lernen anzufangen.

Anstelle zu prokrastinieren, entwickelst du eine gewisse Erwartungshaltung – vielleicht sogar, irgendwo in dir vergraben, ein wenig Vorfreude. Nutze die verbleibenden Tage bis zum Beginn deiner Lernphase für etwas Schönes. Entspanne dich noch ein wenig, denn die anstehende Zeit wird anstrengend.

Insgesamt hast du ein positives Gefühl, da du gut vorbereitet in diese Zeit starten wirst. Um die gute Vorbereitung noch einmal zu intensivieren, denke an den Tagesplan. Setze dich am Abend vor Beginn deiner Lernphase auf jeden Fall noch einmal hin und durchdenke die Planung für deinen ersten Lerntag. Lege spätestens jetzt ganz konkrete Aufgaben und Arbeitsschritte fest.

Schritt #3 Widerstehe Versuchungen

Die beste Vorbereitung und das positivste Gefühl nützen natürlich nichts, wenn du dich im Moment der Momente nicht auf deine Aufgaben konzentrierst. Versuchungen gibt es viele. Da wären deine Freunde, die etwas mit dir unternehmen wollen. Da gibt es diese Serie, deren restliche 34 Folgen du unbedingt noch gucken musst. Und dein Sixpack ist bisher auch noch viel dürftiger als geplant.

Doch du lässt dich davon nicht mehr irritieren. Du lässt dich von nichts und niemandem mehr ablenken und zum Prokrastinieren verleiten. Es gibt nur dich, deinen Plan und deine für heute anstehende Aufgabe.

Auf deinem Schreibtisch findest du nur Dinge, die du zur Erledigung deiner Aufgabe brauchst. Alles Weitere befindet sich außerhalb deiner Reichweite. Dein Smartphone ist mindestens lautlos, der PC ist aus oder, falls du ihn brauchst, sind zumindest entsprechende Webseiten geschlossen und die Tür zum Putzschrank bleibt ebenfalls zu.

Deinen Versuchungen kannst du natürlich gerne in den Lernpausen oder als Belohnung am Ende eines produktiven Tages nachgehen.

Schritt #4 Rufe dir in Erinnerung, warum du tust, was du tust

Von Zeit zu Zeit wird dich trotz aller Planungen und Bemühungen die Motivation verlassen. Du kannst dich dann einfach nicht aufraffen und fängst wieder an zu prokrastinieren.

Rufe dir in solchen Momenten in Erinnerung, wofür du lernst. Denke an deine Ziele. Schließlich möchtest du die anstehende Prüfung meistern. Auch ein festes Bild vor Augen von dem, der du in Zukunft sein möchtest, wird dir helfen, dich wieder zu fokussieren.

Drifte allerdings nicht ab in Träumereien über deine Zukunft. Vergegenwärtige dir stattdessen, wie der Prozess hin zu dieser Zukunft aussehen wird. Dann weißt du, dass du genau jetzt deine Aufgaben erledigen musst, um deinen Träumen ein Stück weit näher zu kommen.

Schritt #5 Komme in den Flow

Der Flow nach einer Theorie von Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi beschreibt einen Zustand, bei dem du vollkommen in deiner aktuellen Tätigkeit aufgehst. Wenn du im Flow bist, blendest du alles andere um dich herum einfach aus.

Den Flow erreichst du, indem du die Schritte #1 bis #4 befolgst. Du hast einen Plan und definierte Ziele. Dein Plan bewirkt, dass du nicht nur nachschauen kannst, wann du deine Aufgaben anpacken musst, sondern du spürst es auch. Dieses Gefühl nutzt du aus und legst los. Dabei sorgst du dafür, dass Ablenkungen keine Chance haben. Du bist alleine mit dir, deiner Aufgabe und deinem Ziel. Du identifizierst dich mit deiner Aufgabe und merkst, dass du immer müheloser mit ihr umgehen kannst.

Und voilà: Du bist im Flow.

 

Fazit

Prokrastinieren ist gefährlich. Wenn du regelmäßig wichtige Aufgaben verschiebst und Fristen verstreichen lässt, ruinierst du auf Dauer dein Studium. Damit genau das nicht passiert, habe ich dir in diesem Artikel eine Erste-Hilfe-Strategie gezeigt.

Indem du fokussiert an deine Aufgaben herangehst, kannst du den Kampf gegen deinen inneren Schweinehund gewinnen. Wenn du es schaffst, deine Verpflichtungen diszipliniert und selbstbewusst zu erledigen, kannst du das Meiste aus dem Studium herausholen.

Du schaffst dann nicht nur mehr Aufgaben, sondern wirst auch insgesamt wesentlich entspannter. Das schlechte Gewissen, was du hattest, als du noch zu den Prokrastinierern gehört hast, verschwindet und deine Leistungen werden immer besser.

So lässt es sich glücklich studieren.

 

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Nadine Joop

Nadine Joop von studienscheiss.de: Nadine ist ausgebildete Lehrerin und arbeitet seit sieben Jahren an der Uni. Dort koordiniert sie einige Studiengänge, kümmert sich um die Organisation von Auslandssemestern und hilft Studenten bei Lernschwierigkeiten.

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