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DunkleSeiten: Reggae, Dubstep, Volksmusik, HipHop

und Metal?

Reggae und Metal? Dubstep und Metal? Volksmusik und Metal? HipHop und Metal?

Diese Kombinationen kommen einem zuallererst komisch vor. Sich auszumalen, wie Eminem und Lordi zusammenarbeiten, ist doch reichlich schwierig, aber spätestens bei Helene Fischer Arm in Arm mit Slayer hört jede Vorstellung auf.

Was ist also in diesem Artikel das Thema? Richtig, die wohl absurdesten Genre übergreifenden Bands, die ich so kenne. Und die auch noch gute Musik machen, ich will euch ja nicht quälen…

HipHop und Metal?

Eminem und Lordi werden vielleicht nicht zusammenarbeiten, aber der eine oder andere, dem metallischen geneigte Leser wird als er HipHop und Metal las, schon einige Bands im Kopf gehabt haben. Um hier kein Fass aufzumachen, erwähne ich mit Linkin Park und Limp Bizkit die wohl bekanntesten Vertreter des Nu Metal, der Metal und HipHop kombiniert. Falls ihr eher einen größeren HipHop-Anteil sucht, schaut mal bei Body Count, der Band des bekannten Rappers Ice T, vorbei. Body Count untermalt klassischen Gangster Rap mit harten Gitarren und metallischen Soli, wodurch eine interessante Mischung entsteht.

Nähe zum HipHop, aber noch mehr Nähe zum Reggae haben Skindread, die als Reggae-Metal Band mittlerweile eine feste Größe in der Szene sind. Die Waliser (!) sind besonders Live eine absolute Wucht. Wenn Benji Webbe im Kostüm eines Königs auf die Bühne kommt und mit seinem Reggae-Gesang anfängt, gibt es kein Halten mehr. Man springt, moscht oder macht den Helikopter – zieht also sein Shirt aus und lässt es über dem Kopf kreisen – nur weil der König es fordert.

Wer jetzt denkt, es könnte nicht verrückter werden, der hat mit Sicherheit nicht alle Artikel der DunklenSeiten gelesen, denn Troldhaugen sind mein Favorit wenn es um meine tägliche Dosis Wahnsinn geht. Elemente aus Dubstep, Humpa und der Popmusik vermischen sich hier mit Metal zu einem Feuerwerk der Beklopptheiten.

Wenn ihr wissen wollt, welche Bands ich noch so favorisiere oder was Tamara so hört, lest doch einfach nochmal diese, unseren erste DunkleSeite.

Folk und Metal?

Weitgehend ohne elektronische Instrumente kommt der Folk-Metal aus: Musik, die versucht, sich an der traditionellen Musik des eigenen Landes zu orientieren. Hierbei hat Folk natürlich nichts mit der Volksmusik einer Helene Fischer zu tun, vielmehr werden Dudelsack, Drehleier und Geige bemüht, um die Geschichten von Odin und Thor metallisch zum Besten zu geben.
Da Folk-Metal wirklich nichts besonderes mehr ist, habe ich ihn hier großteils ausgespart und werde nur die wirklich außergewöhnlichen Vertreter dieser Richtung vorstellen.

Tengger Cavalry sind außergewöhnlich. Folk Metal, der nicht nordische Themen behandelt, ist sowieso schon eine Randerscheinung. Mongolische Themen, wie sie Tengger Cavalry vorträgt, sind bisher sogar einzigartig. Wirklich bemerkenswert wird diese New Yorker Band allerdings erst durch den verwendeten mongolischen Kehlkopfgesang. Dieser, sonst eher von buddhistischen Mönchen bekannte Gesang, bildet zusammen mit den mongolischen Pferdekopfgeigen eine Soundkullisse, die für unsere Ohren äußerst exotisch klingt. Tengger Cavalry sind ein guter Tipp, wenn man seinen musikalischen Horizont nicht nur über den Tellerrand, sondern auch über die Tischplatte hinaus erweitern möchte.

Im weitesten Sinne Folk Metal ist auch Myrkur: das ein Personen Projekt von Amalie Bruun. Diese junge Frau mischt alte skandinavische Lieder mit Elementen aus dem Black Metal, der wohl brutalsten Variante des Metal. Heraus kommt dabei ein sehr melodisches Gemisch aus unerwarteten Wendungen, das mal in Sicherheit wiegt, mal erschreckt und oft einfach nur – im besten Sinne – in die Fresse haut. Zu diesem Eindruck trägt auch das Schauspiel bei, das Amalie auf der Bühne bietet: Singt sie “normal” – also Clear Vocals – wirkt sie verletzlich und unschuldig, während sie sich growlend wie eine Besessene gibt.

Falls ihr jetzt nicht verstanden habt, wo der Unterschied zwischen Clear Vocals und Growling liegt, oder ihr wissen wollt, was es noch alles gibt, schaut doch mal hier in unserem Gesangs-Artikel vorbei.

Während bei Myrkur die alte Mythologie der skandinavischen Länder eine große Rolle spielt, setzen sich die beiden folgenden Bands mit der aktuellen Glaubenswelt ihrer Landsleute auseinander. Beide bedienen sich aber wie Myrkur an Elementen des Black Metal, wodurch auch bei ihnen sehr spannende Musik entsteht.

Black Metal in Verbindung mit Gesängen der russisch orthodoxen Kirche sind die Markenzeichen der polnischen Band Batushka. Die mit Kutten verhüllten Mitglieder dieser Band bringen ihr Album Litourgiya als eine Art orthodoxe Messe auf die Bühne. Aus dem Black Metal, den Chorälen, dem Weihrauch und der ganzen Kulisse erwächst sich dabei eine wirklich besondere Stimmung.

Tamara hat diese Stimmung für euch in ihrem Konzertbericht eingefangen. Lest hier einfach nochmal nach.

Eine weitere Band, die Black Metal mit Elementen ihrer Religion und Folklore kombiniert, ist Al-Namrood. Im Gegensatz zu den uns vielleicht noch geläufigen Elementen aus Skandinavien oder Russland lassen Al-Namrood allerdings musikalisch und textlich Einflüsse aus ihrem Heimatland Saudi Arabien einfließen. Diese sehr besondere Kombination ist etwas bisher unerhörtes, aber sehr empfehlenswertes. In Saudi Arabien selbst wird diese Musik übrigens nicht wertgeschätzt. Das Regime des Landes verfolgt die Bandmitglieder als vom Glauben Abgefallene und bedroht sie mit dem Tode.

Natürlich würde eine Aufzählung von all den Metal-Bands, die sich aus den verschiedensten Richtungen bedienen den Rahmen sprengen, daher habe ich mich hier auf die für mich bemerkenswertesten beschränkt.

Falls euch noch Bands einfallen, die in diese Aufzählung passen würden schreibt sie mir doch einfach hier drunter, ich bin gespannt!

Noch mehr Musiktipps? In dieser Playlist könnt ihr euch alle erwähnten Songs und Bands anhören und findet auf unseren Spotify-Account noch weitere interesante Musikempfehlungen aus den DunklenSeiten.

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Michael Cremann

Ist meist dort zu finden wo die laute Musik für andere klingt wie ein Autounfall. Hängt hinter der Kinokasse herum oder gibt Führungen durch Münsters Ruine Nummer eins. Dazu wird noch getanzt und wenn dann noch Zeit ist, Geschichte und Archäologie studiert.

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