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Die dunklen Seiten(waelzer)

Den "Dunklen Seiten" auf seitenwaelzer, für die meist Michael oder Tamara verantwortlich sind, möchten wir eine neue Rubrik widmen. Hier geht es um Metal - was sonst?
| Tamara Ossege-Fischer, Michael Cremann |

Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

Wie geneigte Leser unseres Magazins wissen, gibt es neben den vielen spannenden orangenen Seiten zum Thema Studium und Lifestyle auch eine erkleckliche Anzahl von Seiten, die besser schwarz unterlegt wären. Diese “Dunklen Seiten”, für die meist Michael oder Tamara verantwortlich sind, möchten wir in einer neuen Rubrik zusammenfassen. Etwa einmal im Monat werden wir euch unsere Vorstellung von der richtigen Musik näher bringen und euch Bands, Konzerte, Alben und Phänomene aus der metallischen Subkultur vorstellen.

Als kleinen Einstieg werden Tamara und Michael in ihrem Musik-Fundus kramen und ihre jeweiligen Top-5-Künstler und Songs aus dem Metal für euch präsentieren.

Michael, 24, seit gut zehn Jahren Metalhead, 2010 auf dem ersten Festival und seit 2012 Kuttenträger.

Kuttenträger? – Lest hier was es mit der Kutte auf sich hat!

Auf die metallische Musik brachte mich – klassisch – Rammstein. Schon mein erster musikalischer Liebling war, dank meiner Eltern, rockig. Auch, wenn man Neil Diamond nicht wirklich als Ikone des Heavy Metal bezeichnen kann. Als ich dann mit 12 oder 13 Jahren das erste Mal eine Bravo-Hits-CD in den Händen hielt und darauf Rammsteins Engel fand, war es um mich geschehen. Die Scheiben meiner damaligen Lieblingsband (Gorillaz – auch heute noch sehr zu empfehlen!) flogen in die Ecke und Sehnsucht und Mutter wurden rauf und runter genudelt, bis die CDs qualmten. Als ich dann 2010 das erste Mal aufs Wacken Open Air fuhr, hatte ich schon eine recht feste Vorstellung von der richtigen Musik. 2011 sah ich dann das erste Mal den Metal God live und im April danach gleich noch mal. Damit konnte ich dann auch die Frage nach meiner Lieblingsband (bis heute) abschließend beantworten.

 

Tamara, 21, ja, wie fing das Ganze an. Den Startschubs gab mir in sehr frühen Kindheitsjahren mein Vater, angefangen mit Nightwish, Rhapsody (of Fire mittlerweile) und Mittelalterrock. Ziemlich fix fand ich durch eigene Recherche Rammstein, meinen ewigen Begleiter. Wie das dann so ist, sog mich die Macht der Musik immer weiter ein und um 2007/2008 herum fing meine Core-Phase an. YouTube-Empfehlungen sei Dank! Von Asking Alexandria und Parkway Drive über The Ghost Inside driftete ich ein bisschen Richtung Deathcore: Whitechapel, Chelsea Grin und Co.  Tagein tagaus, 24/7 sozusagen. Mein erstes Konzert war erst 2012, Billy Talent, zu dem Zeitpunkt völlig aus meiner Norm aber irgendwie cool. Erstes Festival im selben Jahr das Vainstream Rockfest. Headliner: Slayer.
“Klassischer” Metal begleitete mich die ganzen Jahre immer, jedoch fand ich erst um 2013 zu meiner trveness zurück und ordnete mich dem Heavy & Power Metal zu. Ziemlich bald kam endlich die eigene Kutte dazu: Wenn man manchmal nicht die richtigen Patches findet, oder sich nicht zwischen 2 Backpatches entscheiden kann, nimmt man den einen und malt den anderen dadrüber. Mein ganzer Stolz.
“Richtig auf die Fresse” mochte ich da auch schon, mit solchen Vorlieben kommt man ziemlich schnell beim Doom und Funeral Metal an. Hallo 2015!
Seit dem ersten Konzert/Festival folgten gefühlt Hunderte, ein Monat ohne war fast nicht vorhanden. Ich danke an dieser Stelle Freuden, die die gleichen Sachen hören und spontan nach Bochum knallen <3
Wie sich das die nächsten Jahre weiterentwickelt, steht in den Sternen. Eins steht fest: vielleicht wird es schwärzer, aber es bleibt trve.

Michaels Top 5 Künstler

JUDAS PRIEST
Die beste Band der Welt! Ein großartiges Repertoire von ergreifend (Victim of Changes) bis fröhlich (Jonny B Good), von entspanntem Rock (Living after Midnight) bis zu härtestem Geballer (Painkiller) haben sie für jede Lebenslage den Soundtrack geschrieben. Das Ganze gewürzt mit der unvergleichlichen 4½-Oktaven-Stimme von Rob Halford, der in Höhen vordringt, in denen die zwei E-Gitarren ihre Mühe haben mitzukreischen, erzeugt ein Feuerwerk von Emotion und Kraft, das seinesgleichen sucht.

GHOST
Die gechillten Satans-Schweden, die wir schon im Konzertbericht vorgestellt haben, sind das Mittel der Wahl, wenn man gerade mal einfach nur entspannen will und Black Metal dafür zu monoton ist. Sogar meine Eltern konnte ich für Missionary Man oder Ritual begeistern, obwohl die zu Zeiten aufgewachsen sind, als die Stones noch das ganz harte Zeug spielten.

AHAB
Langsam (Doom Metal) – langsamer (Funeral Doom Metal) – Ahab. Konzeptalben über verschiedene, möglichst dramatische Themen, sind es, die diese, bisher einzige Nautic Doom Metal Band, liefert. Extrem langsame, harte Riffs, klagender Gesang und tiefes Growling lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Für einen ersten Eindruck, hier ein typischer Song (The Giant) und ihr schnellster Song (Like Red Foam (The great Storm)).

ICED EARTH
Power Metal, nur etwas härter. Klassischer Heavy Metal, nur etwas epischer. Thrash mit klarem Gesang. Iced Earth verbindet viele Elemente in dem großartigen Werk des recht eigenwilligen Masterminds Jon Schaffer. Unter verschiedenen Sängern treten mal das Epische (Damien), oder der Heavy Metal (Declatation Day) mehr hervor. Jedes Album folgt einem Konzept und bietet alles, was das Herz begehrt.

CRADLE OF FILTH
Wenn es einem nicht hart genug sein kann, empfehle ich Cradle of Filth. Klar, es geht immer härter, doch wenn man nicht gerade pures Geknüppel braucht, ist man bei dem britischen Sänger Dani Filth an der richtigen Adresse. Sein einzigartiger Gesang – tiefes Growling direkt abwechselnd mit extrem hohen Screams -, gepaart mit dem epischen Hintergrund, der von der jeweiligen Keyboarderin aufgebaut wird, erzeugt die richtige Mischung aus epischem Horror (Nymphetamine – Jezebel Deva Fix) und Power (Yours Immortally …).

 

Michaels Top 5 Songs

Judas Priest – Hellrider
Zwei Gitarren, hoher Gesang, klassisch Judas Priest.

 

Amon Amarth & Messiah Marcolin – Hel
Messiah gibt dem Deathmetal von Amon Amarth eine epische, tragende Note.

 

Gloryhammer – The Hollywood Hootsman
Bekloppter Text, unglaublich hoher Sänger.

 

Troldhaugen – Viva Los Vegas
Noch bekloppter. Außerdem sieht man mal, was alles Metal sein kann.

 

The Doomsday Kingdom – The Sceptre
Feinster Doom Metal, das Riff arbeitet teilweise gegen den Gesang.

 

Tamaras Top 5 Künstler

Anmerkung: Die Aufgabe ist schwieriger für mich als meine Sozialstrukturanalysehausaufgabe.

Ohne Ranking, einfach die besten 5:

SABATON
Geballter Power Metal und Panzer in your face! Die Schweden singen über militärhistorische Themen und klären die Zuhörer über sehr viele wichtige Ereignisse auf. Vom D-Day (Primo Victoria) über Purple Heart, viel über den Ersten- und Zweiten Weltkrieg, den Holocaust, bis hin zu Einzelpersonen wie Simo Häyhä (White Death), Karel Janoušek (Far from Fame), Lauri Törni (Soldier of Three Armies) oder Gustavus Adolphus (Lion From the North), liefern die Jungs Hintergrundinfo über so einige wichtige historische Personen. Ganz nebenbei erschallt die Stimmgewalt von Joakim Brodén nur so neben den fetten Gitarren der Band. Power pur!

ARCH ENEMY
(Melodic) Death Metal mit einer weiblichen Frontstimme. Ich habe die Band zu Zeiten von Sängerin Angela Gossow kennen gerlent und war da schon hin und weg von ihrer Stimme. Kann man nicht erklären, muss man hören. Als sie 2014 von der aktuellen Frontfrau Alissa White-Gluz ersetzt wurde, war ich noch mehr überrascht: Die Frau hat’s echt drauf! Live-Band durch und durch aber aus der Dose auch der Hammer. Mehr braucht man dazu nicht sagen, die gute Frau erledigt den Rest: No Gods, No Masters

AMON AMARTH
Feinster Viking Melodic Death Metal mit der tiefen Stimme von Johann Hegg. Wer während des Auftritts ein ganzes Horn mit Jägermeister trinkt, währenddessen jeden Ton und jeden Text trifft und danach noch sowas von gerade steht, ist einfach trve. Twilight of the Thundergod kennt quasi jeder, der irgendwas mit der Szene und der Band am Hut hat. Gesungen wird über Wikinger und nordische Mythologie, man lernt auch hier nebenbei noch was dazu. Amon haben in ihren Riffs einen besonderen Ton, da ihre Gitarren um fünf Halbtöne heruntergestimmt sind. Für Twilight of the Thungergod ging das Ganze noch mal 2 Halbtöne tiefer, damit ein A gespielt werden konnte. #deepshit

JUDAS PRIEST
da Priest bei Michael ganz oben steht, werde ich das nicht hier noch zusätzlich erläutern.

RAMMSTEIN
RAMM. STEIN. Also wenn ich die Band erklären muss, ist irgendwas verdammt falsch gelaufen. Geile Texte, geile Gitarren, geiler Typ, geile Band. Punkt.

Tamaras Top 5 Songs

Gloryhammer – Universe On Fire
– Aufdrehen. Anhören.
Abgespaced: 80er-Jahre-Neon-Scheiß.

Stahlmann – Stahlmann
– Neue Deutsche Härte in schwärzer. Sobald das Lied live gespielt wird, reißen die silbernen Jungs die ganze Halle ab. Gitarre on point, Stimme on point.

Def Leppard – Pour Some Sugar On Me
Vielleicht steh ich einfach ein bisschen auf 80er Jahre Rock und Metal, denn sobald der Song läuft, ist gute Laune vorprogrammiert. Erinnert an Festival, Gelassenheit, Ruhe, Glückseligkeit. Sorgenfreiheit.

Blind Guardian – Valhalla
Da die Jungs es nicht in meine Top-5-Bands geschafft haben, muss ich sie wenigstens hier erwähnen. Hansi Kürsch klingt hier noch rauer als bei den neuen Guardian-Sachen, der Refrain wird im Chor gesungen und der Schwerpunkt liegt auf Rhythmik und Riff. Voll mein Ding.

ASP – Krabat
Ich liebe die Stimme von Asp, so ruhig, tief, eindringend und fantastisch. Krabat habe ich in der Kindheit gelesen und mag die Geschichte noch immer. Der Song handelt von dem Moment, als die Müllersjungen das erste Mal entscheiden sollen, ob sie nur das Müllern lernen oder “das andere auch”. Wunderschöne Rhythmik, verbunden mit einer tiefen, gefühlvollen Stimme. Dazu gab es hier übrigens schon mal einen Artikel.

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Dieser Artikel stellt nur die Meinung der AutorInnen dar und spiegelt nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von seitenwaelzer wider.

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Tamara Ossege-Fischer

...man findet mich entweder auf matschigen Festivals oder in seltsam ausgerüsteten Hallen bzw. draußen beim Sport. Ansprechen ist zwecklos, die Musik ist so oder so zu laut. Nebenbei studiere ich auch noch Soziologie in Bielefeld.

Michael Cremann

Ist meist dort zu finden wo die laute Musik für andere klingt wie ein Autounfall. Hängt hinter der Kinokasse herum oder gibt Führungen durch Münsters Ruine Nummer eins. Dazu wird noch getanzt und wenn dann noch Zeit ist, Geschichte und Archäologie studiert.

Kyrie Eleison – Konzertbericht Powerwolf

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