Kultur und Lifestyle

Tag 1, 6 Uhr – der Wecker klingelt

Wir schreiben den 2. Januar 2018.
| Patrick Schuster |

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Es ist an der Zeit, den im Dezember ausgeklügelten Plan in die Tat umzusetzen. Bis Ende des Monats jeden Tag ein Morgenritual praktizieren. Klingt spirituell? Mhm, vielleicht ein bisschen.

Die folgenden 30 Morgende sollten alle den nahezu gleichen Ablauf nehmen, über den ich in einem Buch (“The Miracle Morning” (TMM) von Hal Elrod) gelesen habe. Mir wurde das Buch empfohlen, und nach der Devise von Henry Ford “Ich prüfe jedes Angebot. Es könnte das Angebot meines Lebens sein.”, hatte ich es zwischen Weihnachten und Silvester in die Hand genommen und gelesen. Gespickt mit vielen frohlockenden Erfahrungsberichten von “TMM-Praktizierenden” sah ich dem Konzept, welches das Buch vorstellt, zwar etwas skeptisch entgegen, aber Mr. Ford meldete sich in mir wieder.

Zurück zum zweiten Januar. 6 Uhr. Der Wecker klingelt. Am anderen Ende des Zimmers. Denn so will es das Buch. Ich überwinde meinen inneren Schweinehund und schäle mich aus dem Bett, um die verhasste Melodie endlich zum Schweigen zu bringen. Ich gehe rüber ins Bad und schaue im Spiegel in mein wenig motiviert dreinblickendes Gesicht. Lustlos lasse ich das bereitgestellte Glas mit Wasser volllaufen und nehme die ersten paar Schlucke, um mich von der Nacht wieder zu rehydrieren. Rehydrieren… Duschen wär jetzt nicht schlecht, aber das Buch sagt, Duschen muss man sich erst verdienen, also putze ich erstmal die Zähne. Da auch das keine wirkliche Leistung ist: Schlafanzug aus, Sportklamotten an.

Nenene, Laufen gehe ich jetzt nicht, draußen regnet es und eine Resterkältung steckt mir auch noch in den Knochen. Also Push-Ups. Mhm, da gingen auch mal mehr als 15 am Stück… weiter mit Sit-Ups. Die Feiertage machen sich bemerkbar. Die Augen fallen nicht mehr von selbst zu, also weiter mit den sogenannten “S.A.V.E.R.S.”.

“S.” für “Silence”

5 Minuten still sitzen und die Stille genießen. Ich war schon immer ein Freund von Meditation, abschalten und die Atemzüge zählen. Klappte am ersten Morgen nicht, weil mir das Blut vom Sport noch in den Ohren pochte. Aber was soll’s, ich kann es von der To-Do-Liste streichen.

“A.” für “Affirmation”

Ich habe versprochen, dass es ein wenig spirituell wird, und zwar an dieser Stelle. Einen Tag vor Antritt dieser Challenge habe ich mich hingesetzt, ein leeres Notizbuch genommen und “Beteuerungen” aufgeschrieben. Man schreibt auf, wie man sein möchte, und ließt es sich jeden Tag aufs Neue vor dem Spiegel selbst vor, wie beispielsweise “Meine innere Welt erschafft die Welt um mich herum, ich kann alles erreichen, was ich mir auch vorstellen kann.”. Ihr fragt euch jetzt, “Kommt man sich dabei nicht dämlich vor?”. Ja tut man, das erste Mal, das zweite Mal, vielleicht auch noch das dritte Mal. Aber es geht hierbei darum, sich langsam aber stetig selbst neu zu programmieren, und eingebrannte Denkmuster wie “Ich kann das nicht” oder “Ich verdiene das nicht” durch neue, positive Denkmuster zu ersetzen. Und klar, vielleicht bist du da zu cool zu, dachte ich auch erst, aber wie uncool ist es bitte, Sklave des negativen Gedankenguts zu sein, dass andere uns eingebrannt haben?

“V.” für “Visualisation”

Das Buch sieht ebenfalls vor, für 5 Minuten lang die Augen zu schließen und den kommenden Tag, die kommenden Wochen oder die Ziele für die Zukunft zu visualisieren und mit positiven Gedanken zu füttern. So habe ich mir beispielsweise an manchen Tagen vorgestellt, wie ich einfach nur den kommenden Tag meistere. An anderen Tagen habe ich mir vorgestellt, wie schön das Leben erst werden wird, wenn ich meine Lebensziele umgesetzt habe. Aus dieser Übung lässt sich viel Energie für den Tag sammeln.

“E.” für “Exercise”

Wieder Sport? Wieder Sport! Oder in meinem Fall Yoga. Da ich seit einigen Wochen mit Nacken- und Rückenschmerzen zu kämpfen habe, habe ich den hier für 20 Minuten veranschlagten Zeitslot genutzt, um etwas für meine Gesundheit zu tun. Und wenn die ganzen Zeitschriften schon dauernd sagen, dass Yoga gesund sei, warum nicht einfach mal versuchen? “Yoga”, “Nacken” und “Anfänger” bei YouTube eingegeben, mich 20 Minuten lang instruieren lassen. Fertig. Von den Schmerzen vorerst keine Spur mehr. Nice.

“R.” für “Reading”

Sagen wir uns nicht alle dauernd, “Eigentlich lese ich zu wenig…”? Ich für meinen Teil kann in den Chor nur einstimmen. Und als ich mir dann mal ausgerechnet habe, dass ich in einem Jahr bei 10 Seiten pro Tag 3650 Seiten lesen könnte, was etwas mehr als 18 Büchern á 200 Seiten entspricht, war ich ehrlich gesagt ziemlich platt. Wann hatte ich das letzte Mal 18 Bücher in einem Jahr gelesen? Vermutlich nie. Also ein Buch zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und Finanzen in die Hand genommen (“So denken Millionäre” von T. Harv Eker) und jeden Tag 10 Seiten gelesen.

“S.” für “Scribing”

Mit einer der vermutlich schrecklichsten Handschriften auf dem ganzen Planeten habe ich mich hingesetzt und jeden Morgen meinen Tag geplant und meine Ergebnisse des Vortags notiert. Gedanken festgehalten, Ziele gesetzt und abgearbeitet. Dem Tag mal etwas mehr Struktur verleihen.

Ca. 60 Minuten nach dem ersten Klingeln bin ich nun wach und belohne mich endlich mit der langersehnten heißen Dusche. Und ganz ehrlich? Sie fühlt sich verdient an.

Viele fragen sich jetzt vielleicht: Woher nehme ich mir die Stunde Zeit? Früher ins Bett gehen oder weniger schlafen. Die meisten Menschen, die mich privat kennen, wissen, dass ich seit damals in der Oberstufe die felsenfeste Überzeugung vertreten habe, dass ich mindestens 7,5h Schlaf pro Nacht brauche, sonst bin ich zu nichts zu gebrauchen. Das habe ich all die Jahre anderen Menschen und auch mir selbst gesagt. Aber wer schreibt das fest? Ich habe im vergangenen Monat zwischen teilweise 6h Schlaf pro Nacht in der Woche bis auf 9h Schlaf am Wochenende variiert und jeden Morgen auf einer Skala von 1-10 notiert, wie fit ich mich fühle. Und Hand aufs Herz, es gab Tage, an denen habe ich mir mit 6h Schlaf eine 9,5 notiert, an anderen Tagen mit 9h gab es eine 8. Alles in allem waren die Unterschiede nicht gravierend. Und so habe ich nachhaltig meinen ersten eingebrannten Glaubenssatz gebrochen.

Fazit

Ich behaupte nicht leichtfertig, dass etwas mein Leben verändert, aber dieser eine Monat hat es. Ich fühle mich geladen, habe neue Ziele gesteckt und kriege morgens deutlich entspannter den Hintern aus dem Bett. Und alleine schon das Gefühl, dass die erste Stunde des Morgens nur mir gehört, und ich nicht abgehetzt unter die Dusche springe, um zur Arbeit oder in die Uni zu kommen, ist ein sagenhaftes Gefühl, das ich nur jedem wünschen kann.

Wer dazu mehr Infos möchte, hier gibt es dazu etwas kostenlos.

Die Bücher zur Challenge gibt es übrigens auch auf Amazon.de

Miracle Morning: Die Stunde, die alles verändert

So denken Millionäre: Die Beziehung zwischen Ihrem Kopf und Ihrem Kontostand

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Patrick Schuster

Schönen guten Abend meine Damen und Herren, ich bin Patrick und mittlerweile seit ein paar Jahren im seitenwaelzer.de-Team. Ich bin aktives Mitglied unseres Spontan-Spontan-Podcasts und schreibe sonst viel im Bereich Technik und Innovation.

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