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Wie kann ich im Seminar vernünftig mitarbeiten?

| June Fontaine |

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

“Seminar”, was meine ich damit? In der Geschichte oder vielen anderen Geisteswissenschaften sind Seminare von Dozenten geleitete Kurse, die ähnlich dem Unterricht in der Schule funktionieren und neben dem Erwerb von Wissen auch Platz zur Diskussion und Vertiefung eines Themas bieten. Aber trotzdem sind Seminare ganz anders als Schulunterricht. Die Gruppengröße ist zwar gleich und vorne tobt eine Autoritätsperson herum, doch trotzdem finde ich, ist es eine große Umstellung im Seminar zu arbeiten, anstatt im Schulunterricht. Im Seminar gibt es nämlich keine mündlichen Noten, oft keine Anwesenheitspflicht und es werden viele Referate gehalten. Hier sind Tipps von mir, um das Seminar vernünftig zu nutzen. Ich selbst bin keine Überfliegerin und musste mir diese Erkenntnisse am Anfang auch erst selbst erarbeiten.

Immer anwesend sein
Das ist wohl der ödeste Ratschlag, den ich euch geben kann! Aber es hilft wirklich. Die Verlockung, morgens einfach im Bett zu bleiben, ist natürlich riesig, aber anders als in der Schule, kennt die Uni keine Gnade. Den Stoff, für den man in der Schule wahrscheinlich zwei Jahre gebraucht hat, behandelt man in der Uni in drei Monaten. Außerdem wird der Stoff im Seminar nicht ständig wiedergekäut. Wenn man in einer Sitzung gefehlt hat, dann hat man eine Lücke. Diese Lücke hindert einen oft daran, die folgende Stunde zu verstehen und man muss das Verpasste ganz alleine nacharbeiten.

Genug Verpflegung dabei haben
Nicht umsonst werden alle an der Uni dicker. Man braucht einfach etwas zu essen, wenn man vier Stunden hintereinander Seminar hat, was durchaus häufig vorkommt. Die Pause dazwischen ist aber meistens knapp zu kurz, um zum nächsten Bäcker zu gehen, weshalb es sich immer lohnt, etwas zu Essen dabei zu haben. Beim Essen im Unterricht gilt dasselbe, wie in der Schule, das ist tabu, solange nichts anderes verordnet wurde. Das mit dem Trinken erklärt sich schon fast von alleine, das ist wichtig fürs Gehirn und darf auch während der Seminarzeit getan werden.

Alles sofort kopieren und/oder drucken
Um nicht abgehängt zu werden, muss man immer schön am Ball bleiben. Das gilt auch und besonders für das Kopieren oder Drucken von Seminarunterlagen. Das sollte man nämlich immer zeitnah machen und niemals aufschieben. Denn wenn man es einmal aufgeschoben hat, kommt man im Seminar nicht mit und muss sich, wie in Punkt 1 schon erwähnt, den Stoff selbst aneignen. Außerdem kommt man richtig durcheinander, nicht nur ein bisschen, sondern richtig doll. Dann muss man nämlich in unterschiedlichen Seminaren unterschiedliche Unterlagen aus mehreren Sitzungen drucken und kopieren. Das dann auf die Reihe zu kriegen und die richtigen Dokumente zu erwischen, ist selbst für einen gut organisierten Menschen schwierig. Spätestens fehlen einem die Seminarunterlagen bei der Klausurvorbereitung und dann ist man endgültig verloren.

Alles sofort lesen und bearbeiten
Hier gilt das Gleiche wie bei Punkt 3 (alles Drucken), wenn man nicht regelmäßig mitliest, kann man nicht mitarbeiten, was wieder zu Punkt 1, der Anwesenheit, führt, also dass man alles alleine und selbstständig nacharbeiten muss. Außerdem häuft sich sonst alles und man hat einen riesigen Wust an Papier, den man noch nie gelesen, geschweige denn jemals von gehört hat.

Leserlich mitschreiben
Im Seminar mitzuschreiben ist oft Gold wert! Wenn man das ordentlich und auch leserlich genug macht, kann man diese Unterlagen während der Klausurvorbereitung nutzen, ohne einen fleißigen Kommilitonen anzubetteln. Man hat so auch immer einen guten Überblick über die behandelten Themen und kann, auch später, immer wieder schnell sein gut aufbereitetes Wissen nachschlagen. Das spart erhebliche Lesezeiten in irgendwelchen Büchern oder Skripten.

Mündlich mitarbeiten
In der Uni gibt es zwar keine mündlichen Noten mehr und man kann sich ganz getrost ungestraft zurücklehnen und sich berieseln lassen. Leider lernt man dabei aber nichts. Wenn man aber mitarbeitet und sich meldet und auch die ein, oder andere Frage stellt, nimmt man viel mehr Wissen mit. Das ist auch wieder für die Klausurvorbereitung hilfreich und die Zeit vergeht dann auch schneller und angenehmer und man läuft nicht Gefahr, wie in der Schule, irgendwann nicht mehr zuzuhören und stattdessen die Uhr zu hypnotisieren.

Klausurvorbereitung
Zu diesem Punkt gibt es geteilte Meinungen. Meine Meinung ist, dass man sich viel Zeit und Mühe spart, wenn man sich schon während des Semesters auf die Klausur vorbereitet. Dazu muss man gut nacharbeiten und aus den ausgedruckten Texten und den eigenen Seminarmitschriften die relevanten Informationen ermitteln. Dann kann man sich schöne Übersichten auf Karteikarten oder am Computer, oder wie ihr es am liebsten mögt, machen und braucht dann am Ende des Semesters nur noch zu lernen, ohne sich das Wissen noch aufzubereiten. Andere können eher unter Stress eine Woche vor den Prüfungen lernen. Das bleibt jedoch jedem selbst überlassen.

Ruhig bleiben
Die Ratschläge haben sich vielleicht etwas einschüchternd angehört, deshalb möchte ich noch einmal betonen, dass man mit Interesse und ordentlicher Mitarbeit ein Seminar sehr gut bestehen kann und dass das wirklich zu schaffen ist. Außerdem habe ich recht häufig die Klausuren angesprochen, natürlich lernt man nicht nur für die Klausuren, sondern aus Interesse (!) und weil man das Wissen idealerweise später im Beruf braucht. Von daher, bleibt entspannt und habt eine schöne Zeit mit vielen neuen Erkenntnissen.

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June Fontaine

Ich heiße June, bin 22 Jahre und studiere in Essen Geschichte und Evangelische Religionslehre auf Lehramt. Neben meinem Studium entdecke ich NRW, probiere mich im Backen und schreibe für seitenwaelzer.

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