Kino & Serie / Kultur und Medien / Rückblick

Filme 2025 – Part 2

Von singenden Affen über tiefe Abgründe bis zu Victor Frankenstein: 18 Filme von 2025 auf einen Blick.
| Daniel Rublack |

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Bildcollage von Filmszenen© LEONINE Studios | © 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. | © Apple TV+

Ob Horror, Desaster- oder Kriegsfilm: 2025 hatte etwas zu zeigen. Die folgende Auswahl soll (neue) Filme auf euren Schirm bringen. Wo könnte sich ein Blick lohnen? Was vergeudet nur eure Zeit? Die Bewertung von bis zu ★★★★★ ist für eine schnelle Einschätzung gedacht. Nicht alle Starttermine lassen sich eindeutig 2025 zuordnen. Einige Filme waren auch erst dann in Deutschland verfügbar. Aufgrund der hohen Anzahl von Filmen ist dieser Artikel in zwei Parts aufgeteilt:

Zu Part 1

The Lost Bus

★★★½
Gefangen im Flammenmeer
Action/Desaster, 129 Minuten

2018 gerät ein Waldbrand in Kalifornien vollkommen außer Kontrolle. Während der chaotischen Evakuierung verschwindet ein Schulbus – und das Feuer kommt näher.

Mann und Frau in Schulbus, darum Flammen
© Apple TV+

Verstopfte Straßen, panische Menschen und glühende Hitze: Paul Greengrass (Captain Phillips) erzeugt eine sehr enge, bedrohliche Atmosphäre. Diese übertüncht etwas zu viel Shaky Cam und Melodrama gekonnt. Matthew McConaughey spielt – erneut – einen abgehalfterten Mann, der zum Helden wird. Wie er verzweifelt um das Leben der verängstigten Kinder kämpft, packt angesichts der wahren Begebenheiten nur umso mehr. America Ferrera steht ihm dabei als Lehrerin zur Seite. Einzelne Aufnahmen – Rauch verdunkelt die Sonne komplett – sind zudem beeindruckend und angsteinflößend zugleich.

Better Man – Die Robbie Williams Story

★★★★
Affe rockt Bühne
Biographie/Musik, 134 Minuten

Mit Take That wird Robbie Williams zum Teenie-Schwarm. Auch als Solokünstler feiert er große Erfolge. Doch seine Karriere bestimmen auch Drogen, Alkohol und Frauen.

Dieses Biopic erzählt die bewegte Lebensgeschichte von Robbie Williams. Der wird jedoch von einem animierten Schimpansen dargestellt. Das vergisst man regelmäßig, weil der Affe exzellent gemacht ist. Gezeigt werden wie gewohnt Aufstieg und Absturz, Liebe und Leid. Aufgrund der sehr nahbaren, menschlichen Art geht das hier aber erstaunlich tief. Bekannte Songs und toll inszenierte Tanzeinlagen – der One-Take – sorgen für die notwendige, heitere Leichtigkeit.

Ballerina

★★★★½
Ein Dorf voller Killer
Action, 125 Minuten

Als Kind sieht Eve Macarro mit an, wie ihr Vater ermordet wird. Nachdem sie von der Ruska Roma ausgebildet wurde, sinnt sie auf blutige Rache.

Eine einfache Geschichte kann genügen, wenn Action zelebriert werden soll. Bei hohem Tempo ist das Spin-Off zu John Wick sehr ausgewogen und extrem unterhaltsam. Ana de Armas überzeugt als toughe Femme Fatale, die sich in gewohnter Manier der Reihe durch spektakuläre Actionsequenzen bewegt. Das Flammenwerfer-Duell gehört eindeutig zum Besten, was Action zuletzt zu bieten hatte. Keanu Reeves hat zudem als Baba Yaga einen passenden Gastauftritt.

Zur kompletten Review

The Monkey

★★★
Final Destination mit Trommel
Horror/Komödie, 95 Minuten

Spielt der Spielzeugaffe seine Trommel, sterben Menschen auf bizarre Art. Deswegen verstecken zwei Jungen den Affen – doch Jahre später häufen sich auf einmal die Toten.

In seiner Doppelrolle als verstörter und gestörter Zwilling muss Theo James einige skurrile Todesfälle erdulden. Die Geschichte hangelt sich dabei meist nur von „Unfall“ zu „Unfall“. Deren kreative Mischung aus brutaler Gewalt (samt praktischer Effekte), Situationskomik und fast schon stoischen Reaktionen ist aber herrlich schräg. Osgood Perkins (Longlegs) schafft es zudem, den Spielzeugaffen (optisch) wiederholt als Inkarnation des puren Bösen darzustellen. Basierend auf der Kurzgeschichte von Stephen King entsteht so eine erfrischende, dunkle Komödie.

A Working Man


Sinnbefreite, brutale Sch***e
Action-Thriller, 117 Minuten

Levon Cade hat seine Karriere beim Militär beendet. Nun ist er Bauarbeiter. Als die Tochter seines Chefs entführt wird, begibt er sich auf eine brutale Rettungsmission.

© 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Unterschritt The Beekeeper (2024) schon eine am Boden liegende Hürde, legt David Ayer hier noch eine Schippe drunter. Die „Handlung“ besteht nur noch aus wahllos zusammengefügten Szenen – dem Drehbuch von Sylvester Stallone sei Dank. In denen bedroht oder tötet Jason Statham als Bauarbeiter und Ex-Marine lachhaft überzeichnete Schurken, die bescheuerte Kostüme tragen. Die brutale Nummer ist zumindest konsequent grottig gefilmt – und so erfreulich wie schwarzer Schimmel im eigenen Zuhause.

Last Breath

★★★★
Atem(be)raubend
Drama/Thriller, 93 Minuten

Drei Tiefseetaucher reparieren vor der schottischen Küste ein Unterseekabel. Doch ein schwerer Sturm kappt einem Taucher die Versorgung – vor allem den Sauerstoff.

Die wahre Geschichte um den Taucher Chris Lemons ist ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit. Regisseur Alex Parkinson dreht vor dem Spielfilm bereits die gleichnamige Dokumentation (2019). Deswegen ist vieles sehr nah am tatsächlichen Geschehen – und sehr real. Echte Aufnahmen wechseln sich mit starken Settings ab. Wenn Finn Cole als Chris plötzlich absolute Finsternis und Stille der Nordsee verschlingen, stockt einem der Atem. Woody Harrelson und Simu Liu kämpfen mit allem, was sie haben, um sein Überleben. Dabei lässt sich dank sympathischer Charaktere kräftig mitfiebern.

Mickey 17

★★★
Zweimal hält besser
Sci-Fi, 137 Minuten

Mickey wird auf einer Raumfahrt-Mission für gefährliche Aufgaben und als menschliches Testobjekt verwendet. Stirbt er, wird er einfach neu ausgedruckt.

© 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Was ist Leben wert? Zu dieser Frage schneidet Oscar-Preisträger Bong Joon-ho (Parasite) viele interessante Aspekte – Ethik, Seele, Liebe – nur an. Stattdessen räumt seine gewohnte Gesellschaftskritik den überdrehten Mark Ruffalo und Toni Colette zu viel Platz ein. Es bräuchte mehr von den kleinen, ruhigen Momenten mit und zwischen Robert Pattinson in seiner Doppelrolle. Die regen immer wieder zum Nachdenken an. Der optisch gute Sci-Fi-Oberbau lenkt davon leider eher ab.

The Accountant²

★★★½
Vier Fäuste, viele Lacher
Action-Thriller, 133 Minuten

Ray King hinterlässt eine mysteriöse Notiz für den Accountant. Gemeinsam mit seinem Bruder Braxton beginnt Christian Wolff, das Rätsel – gewaltsam – zu lösen.

Humor und Situationskomik sitzen prächtig in der Fortsetzung von Gavin O’Connor. Diese setzt damit einen anderen Schwerpunkt als The Accountant (2016). Die Action ist noch dosierter und generischer, aber trotzdem unterhaltsam. Der Fall rückt zugunsten der Buddy-Elemente in den Hintergrund. Getragen wird der Streifen mühelos von der Chemie zwischen Ben Affleck und Jon Bernthal. Als ungleiche (Waffen-)Brüder sind beide pure Unterhaltung.

Pfau – Bin ich echt?

★★★
Alles nur gespielt
Tragikkomödie, 102 Minuten

Kunstkenner, Pilot oder dankbarer Sohn: Für seine Kunden schlüpft Matthias in viele Rollen. Privat muss er sich jedoch auf die Suche nach sich selbst begeben.

Bei einer grotesken Art-Performance bricht Matthias (letztendlich) weinend zusammen. Was das Leben ausmacht, ist manchmal kaum zu ertragen. Albrecht Schuch spielt – sehr überzeugend – einen Mann, der verloren ist. Nett, erfolgreich, engagiert – aber verloren. Skurrile Situationen sorgen auf dessen Weg zu sich selbst für echtes Mitleid, gehörig Fremdscham und immer wieder auch unbeschwerte Heiterkeit. Dabei kann sich jeder selbst hinterfragen: Bin ich ein Pfau?

One Battle After Another

★★★
Absurde Flucht
Action-Thriller/Komödie, 170 Minuten

Der ehemalige Linksextremist Bob ist seit Jahren untergetaucht. Doch auf einmal wird er wieder gejagt. Auf der Flucht versucht er verzweifelt, seine Tochter wiederzufinden.

Abgehalfteter Leonardo DiCaprio auf US-Landstraße neben Auto mit Gewehr in der Hand
© 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Während er zu entkommen versucht, gerät Leonardo DiCaprio von einer brenzligen Situation in die nächste. Damit schafft Regisseur Paul Thomas Anderson (There Will Be Blood) eine fast dauerhaft spannende, enge Atmosphäre. Leider nervt der permanent unrhythmische Soundtrack dabei irgendwann sehr. Die eigene Geduld wird auch aufgrund von insgesamt zu vielen Themen – etwa Geheimgesellschaft – beansprucht. Was funktioniert, sind, neben schönen Aufnahmen, die menschlichen Beziehungen.

Black Bag

★★★½
Spione auf Maulwurfjagd
Thriller, 93 Minuten

Ein Geheimdienstagent muss eine undichte Stelle in seiner Abteilung finden. Zu den Verdächtigen gehört auch seine eigene Frau. Das führt zu einem Gewissenskonflikt.

Lügendetektor, Wahrheitsdrogen oder Satellitenüberwachung: Steven Soderbergh (Ocean’s Eleven) zieht alle Register für einen spannenden Spionagefilm. Der hochkarätige Cast ergeht sich in hitzigen Wortgefechten. Michael Fassbender glänzt mit stoischer Ruhe, Cate Blanchett mimt seine mysteriöse Ehefrau. Naomie Harris und Tom Burke gehören zu den Verdächtigen. Allianzen wechseln ständig, jede Information könnte eine bewusste Täuschung sein.

Captain America: Brave New World

★½
Superheld von Wish
Action/Superhelden, 118 Minuten

Die Söldnertruppe Serpent stiehlt gefährliche Gegenstände. Deswegen beauftragt US-Präsident Thaddeus Ross den neuen Captain America, sich der Sache anzunehmen.

Captain America mit Flügel-Jetpack auf Straße
© 2025 MARVEL. All Rights Reserved

Als „Disney+“-Abstinenter, der The Falcon and the Winter Soldier nicht gesehen hat, versteht man zunächst kaum etwas. Dann werden Charaktere aus der Mottenkiste – Samuel Sterns (2008) – ausgegraben. Sam Wilson (Anthony Mackie) funktioniert als neuer Captain America nicht, besonders nicht nach Steve Rogers. Die Action ist einfallslos und ohne Wucht. Die schlechten Computereffekte sind und sehen nicht fertig aus. Harrison Ford ist noch das Beste an der langweiligen, visuell abstoßenden Nummer. Das sollte Alarmsignal genug sein.

Wilhelm Tell

★★★½
B-Historie, aber A-Unterhaltung
Historie/Action, 133 Minuten

1307, Schweiz: Der ehemalige Tempelritter Wilhelm Tell hilft einem verfolgten Bauern. So wird er zum Freiheitskämpfer – und Symbol des Widerstands.

Heroische Reden á la Braveheart, eine verbotene Liebe, eine typische „Kampf für die Freiheit“-Geschichte: Diese Verfilmung des Theaterstücks von Friedrich von Schiller erfindet das Rad keineswegs neu. Aber für das moderate Budget sind die Effekte und Settings überraschend gelungen. Als Wilhelm Tell hält Claes Bang das Konstrukt geschickt zusammen. Seine Widersacher sind zwar simpel, aber schön fies. Die Action macht – inklusive cooler Slow Motion – richtig Spaß. Vor allem die berühmte Apfel-Szene ist packend umgesetzt.

The Gorge

★★★★½
Süße Distanzbeziehung mit Waffen
Action/Romantik/Horror, 127 Minuten

Ein Mann und eine Frau bewachen eine mysteriöse Schlucht. Während sie Minen und Selbstschussanlagen warten, kommen sie sich näher. Doch in der Schlucht lauert etwas.

Mann und Frau schauen sich in die Augen
© Apple TV+

Schöne Romantik, krachende Action und spannende Mystery: Die ideal ausgewogene Genre-Mischung sorgt hier für den gewissen Wow-Faktor. Das leicht trashige Konzept wird dabei mit hochwertiger Optik und starkem Sound auf das nächste Level gehoben. Das Creature-Design ist der absolute Knaller. Anya Taylor-Joy und Miles Teller haben eine knisternde Chemie – sowohl beim Daten als auch mit schweren Waffen.

Zur kompletten Review

Criminal Squad 2

★★★
Zäher Diamantenraub
Action-Thriller/Heist, 131 Minuten

Beim letzten spektakulären Coup wurde die amerikanische Zentralbank ausgeraubt. Nun im Visier: Das World Diamond Center in Antwerpen.

Diese Fortsetzung beginnt zwar rasant, dümpelt dann aber lange vor sich hin. Das Macho-Duell im Original – Gerard Butler vs. Pablo Schreiber – war extrem packend. Die neue Crew hier weckt einfach kein Interesse. O’Shea Jackson jr. schauspielert grottig. Gerard Butler wirkt unnötig gezähmt. Erst der Überfall auf das World Diamond Center – schönes Setting – erzeugt wieder Spannung. Zu spät und vor allem zu wenig zeigt Regisseur Christian Gudegast jene krachende Action, die im Vorgänger so für Furore sorgt.

Warfare

★★★½
Mission Überleben
Action/Krieg, 95 Minuten

2006, Irak: Eine Einheit Navy Seals besetzt ein Haus, um ein umkämpftes Gebiet zu sichern. Schon bald geraten die Soldaten ins Visier des Feindes.

Ein Kampf auf Leben und Tod, ohne auf schnelle Hilfe hoffen zu können: Basierend auf einer wahren Geschichte spielt der Film größtenteils in Echtzeit. Der selbst am Einsatz beteiligte Ray Mendoza schrieb zusammen mit Alex Garland (Ex Machina) das Drehbuch. Beide erzeugen eine sehr dichte Atmosphäre. Im Fokus stehen keine perfekten Soldaten, sondern Menschen: Verwirrung, Angst und Wut beherrschen eine chaotische Situation. Diese lässt ihre brutale Gewalt und packende Action fast schon dokumentarisch erscheinen.

The Prosecutor

★★★½
Der Kampfkunst-Staatsanwalt
Action-Thriller, 117 Minuten

Einem Angeklagten wird übel mitgespielt. Deswegen ermittelt der neue Staatsanwalt und ehemalige Polizist Fok auf eigene Faust – wortwörtlich.

Lose auf einem echten Fall basierend, verbindet Donnie Yen das klassische Gerichtsdrama mit tatkräftiger Action. Als Hauptdarsteller strahlt er das edle Streben nach Gerechtigkeit aus. Gleichzeitig ist er sich aber nicht zu schade, selbst im Dreck zu wühlen. Geschickter Kombinatorik lässt er im Gerichtssaal schlagfertige Worte folgen. Die wuchtige Action bietet coole Moves, zweckentfremdete Gegenstände und einige „Einer gegen alle“-Momente.

Frankenstein

★★★½
Wer ist hier das Monster?
Drama/Horror, 150 Minuten

Victor Frankenstein ist besessen davon, den Tod zu besiegen. Aus Leichenteilen erweckt er ein völlig neues Wesen zum Leben – mit verheerenden Konsequenzen.

Guillermo del Toro verfilmt den bekannten Roman von Mary Shelley als düstere Goth-Oper. Oscar Isaac verliert in den tollen Settings als Frankenstein dabei immer mehr seinen Verstand – und seine Menschlichkeit. Das Monster (Jacob Elordi) wiederum sucht seinen Platz auf der Welt. Dessen Geschichte fesselt in der zweiten Filmhälfte ungemein, nach einem guten vorherigen Setup. Seine Verbindung zu Mia Goth und insbesondere einem alten „Freund“ sind herzerwärmend. Jeder kann sich selbst fragen: Wer ist hier das wahre Monster?

Unterstützen

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, würden wir uns über eine kleine Spende freuen.



Noch mehr Stories? Folge seitenwaelzer:

Daniel Rublack

… schreibt vor allem über Filme. Arbeitet in der „Presse und Kommunikation“ und unterstützt daher mit entsprechendem Know-how.

Bildcollage von Filmszenen© 2024 CHAPTER 2 – PATHE FILMS – M6 FILMS – FARGO FILMS | © Paramount Pictures | © 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Filme 2025 – Part 1

Dominik Schiffer | seitenwaelzer.de

Tatsächlich gelesen: From Hell (Alan Moore & Eddie Campbell)

Sandra Hein | seitenwaelzer.de

Tatsächlich gelesen: Anne of Green Gables (Lucy Maud Montgomery)

Ares in neonfarbener Rüstung vor großem Fahrzeug© The Walt Disney Company

Pulsierende Techno-Party für die Augen – Review „Tron: Ares“

Tags:

Wir benutzen Cookies, mit der Nutzung unserer Webseite erklärst du dich damit einverstanden. Hier gibt's weitere Infos.