Wissenschaft und Technik

Lernender Computer aus Rattengehirn

Forschern aus Florida ist es gelungen einen halborganischen Computer zu entwickeln. Dabei nutzten sie in erster Linie die Gehirnzellen von […]
| Robin Thier |

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Forschern aus Florida ist es gelungen einen halborganischen Computer zu entwickeln. Dabei nutzten sie in erster Linie die Gehirnzellen von Ratten um mittels dieser einen lernfähigen Hybrid-Computer zu bauen.

Sogenannte Hybridtechnik, also eine Mischung aus lebender Materie und Technik, spielt in der Forschung eine immer wichtigere Rolle. Wir berichteten bereits von Prothesen, die mit dem Nervensystem des Menschen verbunden waren, doch nun haben Forscher der „University of Florida“ einen Meilenstein in dieser Forschung erreicht. Sie bauten einen Computer, der Gehirn und Technik vereint.

„The Brain“[1]ist dabei eine Sammlung von ca. 25.000 lebenden Gehirnzellen, die man Ratten entnahm und sie dann züchtete. Das Experiment der Forscher sieht dabei so aus, dass ein Computer über ein Netz aus 60 Elektroden mit dem gezüchteten Gehirn verbunden ist. Dieses Gehirn wird nun dazu genutzt elektrische Impulse zu speichern und abzurufen, also als eine Art externe Festplatte. Auf diese Daten kann der Computer dann zugreifen. Das interessant dabei ist, dass die Nervenzellen (Neuronen) sofort beginnen neue Verknüpfungen einzugehen, das Gehirn lernt also. Dieses Lernen kann der Computer nutzen um, zum Beispiel, anhand eines Flugsimulators fliegen zu lernen. Dieser Lernprozess ging sogar so weit, dass das Gehirn mit der schwierigsten Stufe des Simulators umgehen konnte.

Ziel des Experiments ist es herauszufinden, wie im Gehirn Daten gespeichert und abgerufen werden, und warum unser Gehirn zu leistungsstark ist. Das soll unter anderem der Entwicklung von künstlichen Intelligenzen helfen. Neben dieser Anwendung sind jedoch auch andere Anwendungsbereiche denkbar, zum Beispiel in der Automobilbranche, oder beim Bau unbemannter Raumsonden. Problematisch wird es erst dann, wenn das künstliche Gehirn ein Bewusstsein entwickelt und zu denken beginnt. Vor diesem Problem, mit dem die Menschheit in nicht allzu ferner Zukunft einmal zu kämpfen haben wird, warnte schon Isaac Asimov mit der Formulierung seiner drei Gesetze die Robotik:

  1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
  2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
  3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, so lange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.

Vielleicht ist es an der Zeit diese Gesetze für alle Technik geltend zu machen, denn wer weiß bei der heutigen Wissenschaft schon, wann diese Technik zu denken beginnt?

 


[1] „Das Gehirn“
http://www.research.ufl.edu/publications/explore/v10n1/pdfs/pg04-05extracts.indd.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Robotergesetze
http://news.discovery.com/tech/2004/10/22/brain-dish-zoom.jpg

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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