Wissenschaft und Technik

Tiefkühlmammuts kehren zurück

In Jurassic Park war es eine lustige Idee, in der Realität könnte sie in naher Zukunft wahr werden. Das Klonen […]
| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

In Jurassic Park war es eine lustige Idee, in der Realität könnte sie in naher Zukunft wahr werden. Das Klonen von längst ausgestorbenen Tieren scheint ein so verlockendes Projekt zu sein, dass sich Wissenschaftler auf der ganzen Welt dem angenommen haben und nun scheinbar kurz vor dem Durchbruch stehen.

Schon seit Jahren wollten Forscher einmal einen echten Dinosaurier sehen, wissen, wie er lebte, sich bewegte und wie er fraß. Leider fand man bisher kein Saurier-Erbgut, welches man für dieses Projekt nutzen könnte, daher haben sich die Wissenschaftler einem sehr viel jüngeren Tier zugewandt: Dem Mammut. Mammuts verschwanden erst vor etwa 10.000 Jahren vom Angesicht der Erde und von Zeit zu Zeit finden sich in Gletschern oder Permafrostböden, also Böden die das ganze Jahr über gefroren sind, recht gut erhaltene Überreste. 2008 gab es erste Pressemeldungen. Durch ein ganz besonders gut erhaltenes Mammut, habe man über 70% der erforderlichen Mammut DNS entschlüsseln können. Hinzu kam die Sensationsmeldung aus einem Japanischen Forschungsinstitut, dass es gelungen sei, Mäuse zu klonen, die über 16 Jahre lang eingefroren waren. Diese Mäuse seien gesund und könnten sogar Nachkommen zeugen. Damit öffneten sie die Pforten zu weiteren Projekten mit eingefrohrenen Säugetieren.

2009 kam das Projekt erneut in die Schlagzeilen, als man erkannte, dass man die DNS der nächsten verwandten der Mammuts einfach nur umschreiben müsste.

Wie funktioniert das Klonen?
Überresten von Mammuts wird organisches Material entnommen. Das kann Gewebe aus Haaren, Blutüberresten oder am besten Gehirn sein. Die Zellkerne des Materials werden den Zellen entnommen. Diese werden dann in die „ausgehölten“ Eizellen eines Elefanten gesetzt. Nun wird diese Eizelle einer Elefantenkuh eingesetzt, welche das Mammut dann austrägt. Schwierig ist dabei, dass das Erbgut des Mammuts bekannt sein muss, um die richtigen Zellen anzureichern. Diese Zellen, aus denen Später das neue Mammut entsteht nennt man auch Stammzellen, sie können sich jeder Zellenform anpassen.

2011 haben eben jene Forscher, die 2008 die eingefrorenen Mäuse klonten das Projekt wieder aufleben lassen und gaben an, mit den Vorbereitungen fast fertig zu sein. In etwa 5 Jahren könne man mit ersten Ergebnissen rechnen.

Auch der Fund eines Mammuts, der erst vor wenigen Wochen geschah, bringt das Projekt wieder näher ans Ziel. Am 5.12.2011 wurde ein ganz besonders gut erhaltenes Mammut im sibirischen Permafrostboden gefunden. Es sind nicht nur Knochen, sondern auch Muskeln und innere Organe erhalten. Diese bieten besonders gute Zellen für ein erfolgreiches Mammutklonen.

Nun stellt sich natürlich die Frage, was das alles soll. Warum werden Mammuts geklont und sollte man sie nicht vielleicht ausgestorben lassen, schließlich waren sie 10.000 Jahre nicht auf der Erde und sind den Klimatischen Bedingungen nicht mehr angepasst. Der Harvard-Genetiker Chuch sieht mehrere Gründe für das Mammut-Projekt: Erstens ökologische – um das Pleistozän wiederzubeleben. Zweitens, um Zoos zu stärken und die Bevölkerung über die Problematik des Aussterbens aufzuklären. Und drittens, um die Technik weiter zu verbessern damit in Zukunft noch andere genetische Projekte mit der Technologie durchgeführt werden können.

Vermutlich kann man also davon ausgehen, dass in wenigen Jahren wieder echte, lebendige Mammuts bestaunt werden können. Auch, wenn ethische Aspekte eindeutig dagegen sprechen würden.

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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