Bildung und Karriere / Studium

Morgen ist doch auch noch ein Tag – oder?

Schon in der Oberstufe beginnt es, das selbstständige Arbeiten. Doch wo man in der Schule noch von Lehrern und Eltern zum Lernen gezwungen wurde, steht man an der Uni plötzlich alleine da. Das bedeutet für viele natürlich die große Freiheit und Selbstbestimmung, dabei ist es gar nicht so schwer, sich zum Lernen zu motivieren.
| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Samuel Zeller | Unsplash

Schon in der Oberstufe beginnt es, das selbstständige Arbeiten. Doch wo man in der Schule noch von Lehrern und Eltern zum Lernen gezwungen wurde, steht man an der Uni plötzlich alleine da. Das bedeutet für viele natürlich die große Freiheit und Selbstbestimmung, dabei ist es gar nicht so schwer, sich zum Lernen zu motivieren.

Gerade zu Beginn des Studiums bekommt man gesagt, dass man mindestens 2 Stunden pro Kurs zuhause nacharbeiten müsse und dieselbe Zeit auch in die Vorbereitung von Seminaren stecken solle. Bei einem Stundenplan von über 20 Wochenstunden, wie er bei Erstsemestern, je nach Studienfach, durchaus die Regel ist, führt das schnell zu einer Woche mit weit über 40 Arbeitsstunden. Und wo bleiben da die Freizeit, das (oben erwähnte) freie Leben und dann auch noch die Studienfinanzierung? Das Problem, dass man gar nicht weiß, wo und womit man anfangen soll und was man wirklich machen muss, und was nicht kennen viele. Am Ende gibt es jedoch scheinbar nur zwei Gruppen:

Die einen arbeiten sich fast tot und tippen ihre zehnseitigen Vorlesungsmitschriften nach jeder Sitzung ab um sie dann auswendig zu lernen, kaufen sich alle vom Professor empfohlenen Bücher und haben den Text zur Seminarsitzung nicht nur in der deutschen Übersetzung gelesen, sondern auch im englischen Original um dann die Fehler des Übersetzers mit bunten Textmarkern zu umkringeln. Die anderen halten all das für Zeitverschwendung und machen einfach gar nichts und lassen sich dafür auch noch durchaus plausible Ausreden einfallen („steht doch eh alles im Script“).

Ihr ahnt es schon, keine dieser Methoden klingt besonders vielversprechend, aber wer kann es ihnen verübeln? Woher soll man auch wissen, wie man richtig lernt? Wir haben uns für euch ein wenig umgesehen und einige Tipps und Tricks gefunden, die dabei helfen bei der Menge an Inhalten an der Uni nicht den Überblick zu verlieren und sich so zu organisieren, dass man vermutlich mehr Freizeit hat, als vorher. Zwar gehen wir in den Beispielen von Studenten aus, aber sie funktionieren natürlich auch bei Schülern.

1. Grundlerntypen

Manch einer lernt besser mit Karteikarten, andere behalten das, was sie in Texten gelesen haben und wieder andere können die Vorlesung fast wortgetreu zitieren. Es gibt große Unterschiede in den Lerntypen, also den Wegen, wie Menschen am besten Wissen aufnehmen. In der klassischen Psychologie unterscheidet man vier Typen: Den visuellen, auditiven, kommunikativen und motorischen Lerntypus. Zu wissen, welche Art zu lernen für jemanden am besten ist, kann schon einiges an Stress mindern, denn wer krampfhaft versucht, die Vokabeln mit Karteikarten zu lernen, wenn er sie besser laut aufsagen sollte, macht sich nur selbst unglücklich und hat vermutlich keinen Erfolg.

Hier kann man einen kostenlosen Online-Test machen und herausfinden, welchem Lerntypus man angehört.

Wer nun zu einem auditiven oder motorischen Typen gehört, der muss jedoch nicht fürchten, all den Lernstoff erst einmal zu vertonen oder dreidimensional umsetzen zu müssen. Man ist auf den anderen Ebenen nicht blind, doch ihr könnt eure Vorteile daraus ziehen und wisst nun, dass es sich leichter lernt, wenn man besonders wichtige Passagen zum Beispiel vorliest oder jemanden bittet, sie ihm mündlich zusammenzufassen.

 

288022773_bc02baf400_o
image-2620
Im Studium kommt man mit so viel Stoff in berührung, dass man wissen sollte, wie man dieses Wissen verarbeiten kann.

 

 

2. Es war die Eule, nicht die Lerche

„Wer um 8:00 Uhr in der Uni sein muss, gehört zu den armen Hunden des Studentendaseins.“ Das meinen viele, die sich erst gegen Mittag in die Vorlesung schleppen und dafür die Kurse am Abend belegen und bis tief in die Nacht lernen können. Auch hier, bei der Lernzeit gibt es Unterschiede. Manche Menschen sind am Tag produktiv und andere haben ihre besten Lernphasen in der Nacht. Was einem persönlich am liebsten ist, muss jeder selbst herausfinden. Man sollte jedoch nicht den Fehler machen zu glauben, man sei eine „Eule“, weil man morgens nicht aus dem Bett kommt, es geht hier lediglich um Phasen, in denen das Gehirn am aufnahmefähigsten ist.

 

3. Weniger ist mehr

In der Schule hatte man etwa 30 Stunden in der Woche, daher tendieren viele Studierende dazu, in den ersten Semestern viel zu viele Kurse zu belegen. Was hier jedoch außer Acht gelassen wird, ist die Tatsache, dass etwas Energie tatsächlich auch auf die Vor- und Nachbereitung aufgebracht werden muss, sowie, dass man deutlich mehr Stoff in deutlich kürzerer Zeit behandelt. Wer jetzt noch Vokabeln lernen muss oder, meistens in naturwissenschaftlichen Studiengängen, wöchentliche Hausaufgaben bekommt, der hetzt sich nur noch ab und kommt am Ende zu nichts mehr. Das folgende Video, ein Seminar, in dem es um genau diese Thematik geht, erklärt diese Situation noch genauer. Außerdem wird dort auf die Frage eingegangen, was sinnvoller ist: Ständiges Lernen um mitzukommen, oder sich erst zwei Wochen vor der Klausurphase hinzusetzen und mit dem Lernen zu beginnen.

(Das Video richtet sich zwar an Studierende des Fachbereiches „Medizin“, aber die dort erwähnten Techniken lassen sich auch auf andere Studienfächer anwenden)

 

4. Multimediales lernen

Selten war es so einfach, an Vorlesungsscripte, Probeklausuren oder anschauliche Erklärungen im Netz zu finden. Man sollte diese Möglichkeiten jedoch auch zu nutzen wissen. Gerade, was die Bedienung von Textverarbeitungsprogrammen oder PowerPoint angeht, dort führt inzwischen ebenso wenig ein Weg daran vorbei, wie an der Benutzung von Online-Katalogen von Bibliotheken. Mit diesen Dingen sollte man sich vielleicht im Vorfeld vertraut machen und nicht erst dann, wenn es an das Verfassen einer Hausarbeit geht. Was Programme und Apps für Studenten angeht, so ist das Angebot heutzutage so groß wie nie zuvor. Und geben wir zu: Digitale Karteikarten lassen sich auch einfacher mit sich herumtragen, als stapelweise Papierkärtchen. Viele Unis bieten nebenbei Führungen durch die Bibliotheken an sowie Apps für das Smartphone, die bei der Suche nach Räumen helfen und ab und zu sogar verraten, was es Leckeres in der Mensa gibt. Klickt euch einfach mal durch die Seiten eurer Uni.

 

5. Ruhig bleiben

Das war schon in der Schule so: Fünf Minuten vor der Klausur versuchen die Letzten panisch, sich das Wissen eines ganzen Jahres noch „eben kurz“ in das Gehirn zu ziehen. Dabei ist das nahezu unmöglich (wie man sich denken kann). Wer regelmäßig zum Seminar oder in die Vorlesung gegangen ist und sich für das Fach halbwegs interessiert, der hat neben dem richtig Gelernten genug peripheres Wissen aufgeschnappt, um viele Fragen intuitiv richtig zu beantworten. Also kein Stress, oftmals lernt es sich besser, wenn man von sich selbst überzeugt ist, dass man die Klausur schafft.

Nebenbei noch ein Tipp für all die, denen es schwerfällt, sich am eigenen Schreibtisch zu konzentrieren (Internet, Essen, Handy, Fernsehen, Briefmarken sortieren … das sind alles gute Gründe um sich selbst abzulenken): In den Bibliotheken der Universitäten befinden sich eigentlich immer Räume oder Tische zum Arbeiten, oft befinden sich solche Arbeitsräume auch in den Haupt-Unigebäuden. Hier hat man kaum Ablenkung und schafft daher umso mehr in kürzerer Zeit. Die gesparte Zeit kann man dann wieder anderweitig füllen. ()

________________________

Quellen:

http://www.studis-online.de/Studieren/Lernen/lerntypen.php
http://www.philognosie.net/index.php/tests/testsview/150/
http://www.philognosie.net/index.php/article/articleview/163/
http://www.studis-online.de/Studieren/Lernen/einfuehrung.php
http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2012-11/Manfred-Spitzer-Lernmythen/seite-2
http://www.studis-online.de/Studieren/studi-apps.php
http://www.e-fellows.net/SCHUeLER/Tipps-zum-Uni-Start/Erste-Schritte/Organisation-des-Studiums
http://www.e-fellows.net/STUDIUM/Skills/Zeitmanagement/Zeitmanagement
https://www.youtube.com/watch?v=x1xbbvOklHI

Bildquellen:

https://secure.flickr.com/photos/ciro/288022773/ | Ciro Cattuto
https://secure.flickr.com/photos/betta_design/2199408319/ | Francisco Martins

Noch mehr Stories? Folge seitenwaelzer:

Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

Markus Winkler, Pixels

Journalistik? Warum nicht Journalismus?

77 Bombay Street - Up in the Sky | Ministry of Sound (Warner)

77 Bombay Street – Up in the Sky

©Star Wars: Episode VII - The Force Awakens | Walt Disney Pictures

Kinokritik: Star Wars Episode VII – Das Erwachen der Macht

Die drei Meerjungfrauen

#diedreimjf19 – Geburtstags-Q&A: Eure Fragen und das Mysterium der dritten Meerjungfrau

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies, mit der Nutzung unserer Webseite erklärst du dich damit einverstanden. Hier gibt's weitere Infos.