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Studenten grillen

(K)eine Anleitung für das Grillen von Studenten
| Lena Hortian |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Man nehme:

Man gebe alle Zutaten an einem Ort zusammen, an dem das Grillen zumindest nicht verboten ist, schüttele an der einen oder anderen Stelle nach eigenem Ermessen und warte 2 bis 5 Stunden bei angenehmen Außentemperaturen.

Klingt eigentlich ganz einfach!

 

Und trotzdem wäre ich keine Studentin, wenn ich aus diesem scheinbar simplen Sachverhalt nicht doch noch etwas Theorie herauskitzeln könnte.

Zur mehr oder weniger „wissenschaftlichen“ Unterfütterung der Grillwütigkeit nun noch ein paar weiterführende Hinweise:

Die Anzahl der Teilnehmer steigt häufig in prozentualer Abhängigkeit zum Organisationsaufwand. Jedoch lässt sich dieser dankenswerter Weise durch WhatsApp-Gruppen und einem schlichten „Jeder bringt was mit“ erheblich schmälern. Alles Weitere regelt sich oft durch die Wiederholung.

Die Anzahl Geschirr, Besteck und Plätze auf einer Picknickdecke verhält sich in Relation zu den Grillenden.
[Das Grillen auf dem eigenen Balkon ist zwar in vielerlei Hinsicht komfortabler, allerdings ist es gerade in studentischen „Ballungsgebieten“ oft nicht erlaubt. Genaueres ist im Mietvertrag oder in der Hausordnung vermerkt.]
Bei Geschirr und Besteck erscheint es auf den ersten Blick praktisch, beides als Wegwerfuntensil zu kaufen. Allerdings lohnt sich bei häufigerem Grillen durchaus eine Investition in einen Plastik- oder Bambusteller – nicht zuletzt, weil es sich davon viel bequemer essen lässt. Ganz ähnlich ist es mit dem Besteck: Wer schon mal die Zinken einer Plastik-Gabel abgebrochen hat, weiß, dass sich das bisschen mehr Gewicht im Rucksack lohnt. Und ganz ehrlich – der Spülaufwand hält sich wirklich in Grenzen.
Die Picknickdecke muss sicherlich nicht jeder mitbringen, jedoch ist es bei ausgedehnteren Veranstaltungen sehr sitzfleischfreundlich, wenn die Unterseite feuchtigkeitsabweisend ist.

Um das Grillen auszuüben, ist es unerlässlich, das passende Substantiv mitzunehmen. Obwohl mittlerweile fast alle Welt aus dem einfachen Etwas-über-Feuer-garen eine Wissenschaft macht, halten es die meisten Studenten mit dem dreibeinigen Exemplar aus dem nächstgelegenen Supermarkt doch recht trivial. Jedoch kann sich auch hier eine einmalige Investition (von 3 bis 5 Euro mehr) in einen Kugelgrill oder sonstige zusammenfaltbare Kohlebehälter lohnen.

Die Menge des benötigten Brennmaterials steht oft in keinem Verhältnis zur Größe einer Packung. Dass dies kein Nachteil ist, versteht sich von selbst. Ganze Gruppen können sich dagegen bei der Frage nach der Substanz spalten: Kohle oder Brikett? Oder gar beides? Letztlich hängt diese Entscheidung maßgeblich vom Grillverantwortlichen und dessen Präferenzen ab.
Bei allen Möglichkeiten braucht ihr allerdings noch Anzünder und Feuer. (Es sei denn, ihr wollt unauffällig eure Nachbarn kennenlernen und nicht mit einer Frisbee oder einem Football auf deren Decke hechten.)

Da Grillen eine Art der Nahrungszubereitung darstellt, ist eines unverzichtbar: Die Nahrung. Neben dem Grillgut im engeren Sinne (also allem, was über Glut erwärmt oder gegart wird) gibt es noch einige andere Leckereien, bei denen der Phantasie fast keine Grenzen gesetzt sind – nur die des Transports. Neben Salaten aller Art, Brot und Gemüse ist auch ein Nachtisch ein gern (aber kurz) gesehener Gast beim Schmaus ohne Tafel. Wenn jeder also etwas mitbringt, ist für alle gesorgt. (Noch ein kleiner Tipp am Rande: Es ist immer hilfreich, wenn jeder neben dem Essen auch das nötige Werkzeug zum Verteilen mitbringt.)

Bei Getränken gilt ebenfalls: Viele Hände, schnelles Ende.

Verlassen Sie diesen Ort, wie Sie ihn vorzufinden wünschen. Oft genügt es aber schon, alles wieder mitzunehmen, was zusammengetragen wurde. Am einfachsten geht das mit einem Müllbeutel, der dann gefüllt in den nächsten Sammelbehälter wandern darf.

Gutes Gelingen!

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Lena Hortian

Ich mag gutes Essen und treibe gern Sport, obwohl mein Schweinehund da auch noch ein Wörtchen mitzureden hat. Zeitgleich studiere ich Germanistik und Kunstgeschichte. Meine Wahlheimat Münster ist für das alles und noch viel mehr zum Glück bestens geeignet, auch, wenn ich mir als geborene Rheinländerin hier noch ein paar Berge wünsche.

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