Wissenschaft und Technik

Superratten durch Gehirnmanipulation?

Telepathie, also Gedankenübertragung und Infrarotsicht sind Fähigkeiten, die sonst eher Comichelden zugeschrieben werden. Wissenschaftlern ist es jedoch nun gelungen diese […]
| Robin Thier |

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Marieke Tacken | Unsplash

Symbolbild

Telepathie, also Gedankenübertragung und Infrarotsicht sind Fähigkeiten, die sonst eher Comichelden zugeschrieben werden. Wissenschaftlern ist es jedoch nun gelungen diese beiden Dinge umzusetzen, indem sie Ratten Chips ins Gehirn implantierten.

Vor einigen Wochen berichteten wir über einen organischen Computer, der aus Nervenzellen von Rattengehirnen gezüchtet wurde (Hier geht es zum Artikel). Nun überschwemmten gleich zwei ähnlich unglaubliche Meldungen die Presse.

Zum einen gelang es Wissenschaftlern Ratten Infrarotlicht “fühlen” zu lassen. Sie verbanden einen Infrarotsensor mit dem Gehirnareal der Ratte, das für die Empfindungen der Schnurhaare zuständig ist. Damit spürten die Ratten das Licht so wie eine Berührung.

Nur wenige Tage später folgte die nächste Erfolgsmeldung des Labors der Duke University in den USA. Die Forscher hatten die erste Gehirn-zu-Gehirn-Verbindung geschaffen. Sie verbanden die Gehirne zweier Ratten. Dann ließen sie die Ratten bestimmte Hebel betätigen, wobei die eine Ratte ein Licht sah, welchen Hebel sie zu drücken hatte, die andere Ratte nicht. Dennoch betätigten beide in fast 70% der Fälle den richtigen Hebel. Grund dafür ist, dass man das Signal, was die Ratte veranlasste zum Beispiel den linken Hebel zu betätigen aufnahm und an die andere Ratte weiterleitete. Dieser Versuch gelang sogar über Kontinente hinweg, man testete Ratten in Brasilien und sandte das Signal in die USA.

Für die beiden Experimente wurden den Ratten winzige Mikroelektroden ins Gehirn implantiert, etwa ein Hundertstel so dick wie ein Haar. Dann konnten über ein Kabel elektrische Impulse gelesen und abgegeben werden. Aus diesem Grund laufen die Ratten mit einem Kabel am Kopf herum.

 

Und was ist mit den Ratten?

Der Tierschutzaspekt wurde in den Medien jedoch nicht ausgeführt. In das Gehirn, das sensibelste Organ eines Geschöpfes einzugreifen, ohne die genauen Folgen zu kennen ist ethisch nur sehr schwer vertretbar. Die Ratten, die Chips ins Gehirn implantiert bekommen und dann mit Kabeln auf dem Kopf herumlaufen sind jedoch extremen Stress ausgesetzt, was nicht zu tolerieren ist. Das einzige, was man sich von derartigen Experimenten erhoffen kann sind neue Erkenntnisse und Möglichkeiten Menschen mit Gehirnerkrankungen oder Lähmungen zu helfen, leider sind Tierversuche dafür die Voraussetzung.

Eines ist jedoch sicher. Von Gedankenübertragung durch implantierte Chips, wie sie in Romanen (zum Beispiel “Black*out” von Andreas Eschbach) und Filmen beschrieben werden, sind wir noch Jahrzehnte entfernt – zum Glück.

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Quellen:
http://www.nicolelislab.net/
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ratten-forscher-lassen-die-nager-licht-fuehlen-a-883971.html
http://www.nicolelislab.net/?p=369
http://www.newscientist.de/inhalt/video-vernetzte-rattengehirne-kommunizieren-ueber-das-internet-a-886292.html
Bild:
http://www.newscientist.de/images/image-467448-videopanoplayer-gqjz.jpg

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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