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50 Jahre Star Trek: Live Long and Prosper!

Vor 50 Jahren, am 8.9.1966, flog die Enterprise das erste Mal über die Bildschirme, Sternzeit 20153.6. Eine utopische Zukunft mit enormen technischen und sozialen Fortschritten, friedliche Koexistenz mit anderen Lebensformen
| Tamara Ossege-Fischer |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Ausschnitt: allergic reputation | deviantart

HALLO

Vor 50 Jahren, am 8.9.1966, flog die Enterprise das erste Mal über die Bildschirme, Sternzeit 20153.6. Eine utopische Zukunft mit enormen technischen und sozialen Fortschritten, friedliche Koexistenz mit anderen Lebensformen; heute immer noch aktuell und beliebt. Aber warum? Was macht Star Trek so besonders? Was ist Star Trek eigentlich? Film? Serie? Utopie?

Star Trek ist nicht gleich Star Trek. Da fängt es ja schon an.
Eigentlich begann das ganze Serienuniversum im Jahre 2053, 27 Jahre nach dem dritten Weltkrieg. Mit Überlichtgeschwindigkeit (Warp-Antrieb) gelingt es Zefram Cochrane in den Weltraum zu starten. Dadurch wird das Volk der Vulkanier auf ihn aufmerksam, was zu dem ersten außerirdischen Kontakt der Menschheit führt.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelt sich der Warp-Antrieb immer weiter; die Menschheit fängt an, riesige Teile des Weltraums zu erforschen. Es bildet sich die sogenannte Sternenflotte, welche im Jahr 2151 die Enterprise NX-01 mit Captain Jonathan Archer ins All auf Forschungsmission schickt.
Über Jahrhunderte hinweg gibt es verschiedene Enterprise-Serien mit verschiedenen Captains und spezienübergreifenden Crewmitgliedern, die alle auf ähnlichen Missionen unterwegs sind.
Sie treten stets in guter Absicht auf und möchten Frieden schließen.

Also alles Eierkuchen! Oder nicht?

Die Idee von Star Trek kam in den frühen 1960er Jahren auf – geschichtlich umgeben von dem Kalten Krieg, der Kubakrise und einem zu befürchtenden Atomkrieg. Das Star-Trek-Universum ist losgelöst von heutigen Problemen wie sozialer Ungleichheit, Rassismus, Intoleranz oder Armut. Der Kapitalismus gilt als überwunden, Geldfunktionen existieren auch nicht mehr: Die Menschheit dient als eine Einheit auf der Erde und weit darüber hinaus auf anderen Planeten.
Als positiven Blick in die Zukunft entstand die Serie in ihrer Erstbesetzung mit einigen Startschwierigkeiten: eine Frau in Führungsposition, die auch noch schwarz ist? Ein Außerirdischer, der aussieht wie der Teufel persönlich? Gewagt! Ein Kuss zwischen einem weißen Mann und einer schwarzen Frau im amerikanischen Fernsehen? Verboten!
Nur Fanbriefe ermöglichten zu der Zeit die dritte Staffel, danach sollte sie 1969 endgültig eingestellt werden. Zu kontrovers. Zu abgespaced. Zu gewagt.

Und dann kam Neil Armstrong.
Die Mondlandung im Juni 1969 löste ein wahnsinniges Interesse für Weltraum und Raumfahrt aus. Für Star Trek hieß das: tägliche Wiederholungen, die Kritik an aktuellen Problemen wurde angehört! Der nächste Stolperstein war dann jedoch in den 1970ern das Erwachen von Star Wars als Konkurrenz.
Paramount Pictures schaffte es jedoch Ende 1976 einen neuen Star-Trek-Spielfilm mit großartigem Erfolg zu drehen – ab da ging es wieder bergauf: Fernsehserien wurden neu gedreht, Ablegerserien kamen dazu und die Filmindustrie boomte.
Mittlerweile gibt es sechs verschiedene Serien mit zig Staffeln (für 2017 ist die nächste angekündigt!) und 13 Filme, der letzte ist gerade dieses Jahr erschienen.

 

„Beam me up, Scotty!“
Star Trek war zu Startzeiten womöglich die erste Serie, zu der sich Anhängerschaften vereinigten. Unabhängig vom Science-Fiction-Boom der 1970er entwickelten sich die „Trekkies“ innerhalb kürzester Zeit zu einer riesigen Fangemeinde. Immer mehr Frauen fanden Interesse an der Serie, da sie dort gleichrangig mit Männern waren. Mittlerweile ist Star Trek so gesehen ein Subgenre vom klassischen Sci-Fi, da sich die Ur-Trekkies nicht in das Hauptgenre stecken lassen wollen.
Heutzutage gibt es Fan-Fiction-Sites mit selbstgeschriebenen Kurzgeschichten zum Universum, riesige Messen (→ FedCon) an verschiedenen Standorten, sogenannte Trekdinners (Stammtische). Viel zu viele Leute lernen und sprechen klingonisch (die Klingonen sind ein außerirdisches, äußerst angriffslustiges Volk) oder halten sogar Hochzeiten nach deren Riten ab. Durch 400.000 Fan-Briefe wurde 1976 sogar das erste Space Shuttle nach der Enterprise benannt, welches jedoch nie wirklich ins All flog.

Star Trek war Inspiration. Die Raumschifftechnik beflügelte heimliche Fantasien von Ingenieuren und Computernerds.
iPad, Laptop, Videotelefonie, Touchscreens, Google Glass: Star Trek sagt seit 1966 die Zukunft voraus.

Das Star-Trek-Universum bietet Zuflucht für jede und jeden, der irgendwas an Sci-Fi mag. Zeitreisen? Jap. Raumschiffe? Jap. Hologramme? Teleportation? Jap und Jap. Außerirdische? Jap. Heiße weibliche Offiziere? Jap. Jap. Jap.

 

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Jedem, der es bis jetzt geschafft hat, noch keine einzige Episode zu schauen, sei das wärmstens ans Herz gelegt. Es lohnt sich!
Wie? Einfach mal Tele 5 anmachen, da läuft das rauf und runter ;)
Quellen:
Früher war die Zukunft besser: http://www.spiegel.de/kultur/tv/star-trek-wird-50-frueher-war-die-zukunft-besser-a-1111266.html 09.09.2016, 14:02
Bild: Star Trek predicting future  http://9gag.com/gag/aWMoR5K/star-trek-predicting-future 09.09.20161 13:30
https://de.wikipedia.org/wiki/Star_Trek 09.09.2016, 13:45
Titelbild: http://www.deviantart.com/tag/startrekbadge

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Tamara Ossege-Fischer

...man findet mich entweder auf matschigen Festivals oder in seltsam ausgerüsteten Hallen bzw. draußen beim Sport. Ansprechen ist zwecklos, die Musik ist so oder so zu laut. Nebenbei studiere ich auch noch Soziologie in Bielefeld.

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