Kino & Serie / Kultur und Medien

And the Winner is: Die Oscargewinner 2017

Ein Musical räumt ab
| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Überschattet von Donald Trumps Amtsantritt und einigen Problemen, die damit folgten, waren die 89. Academy Awards schon vor Wochen in den Medien. Das Einreiseverbot Anfang Februar hätte dafür sorgen können, dass nicht alle Nominierten in die USA hätten einreisen dürfen. Zum Glück wurde der Stopp rechtzeitig aufgehoben.

Die diesjährige Verleihung birgt keine großen Überraschungen, sorgte jedoch für einige Verwirrung. Ausgerechnet beim Verlesen des besten Films geschah eine Panne und irrtümlicherweise wurde der Streifen La La Land genannt – der den Preis jedoch gar nicht erhalten sollte.

Bester Film

Der beste Film des Jahres ist Moonlight, der hier in Deutschland ziemlich untergegangen ist. Der Film startet in Deutschland erst Mitte März in den Kinos und daher habe ich den Film noch nicht gesehen und kann daher nicht sagen, ob der Preis gerechtfertigt ist oder nicht. Aber vertrauen wir der Jury einfach mal, beziehungsweise machen uns mit diesem Trailer selbst ein Bild:

Die Geschichte handelt von einem Jungen, der im Drogenmilieu Miamis aufwächst und verloren scheint, bis sich ein Drogenhändler seiner annimmt.

Beste Regie

Regisseur Damien Chazelle erhielt die Trophäe für die beste Regie und das meiner Meinung nach gerechtfertigt. Ich kannte den Filmemacher bereits aus dem Musikthriller Whiplash und dort bewies er ein fantastisches Gespür für den Rhythmus eines Filmes. Das kam ihm bei La La Land natürlich zugute und man sieht es jeder Sekunde des Musicals an. Niemals ruhen die Kamera oder die Darsteller und virtuos führt Chazelle uns durch die Realität und die Tagträume der Protagonisten.

Bester Hauptdarsteller

Dass Casey Affleck im Vergleich zu seinem Bruder Ben Affleck der bessere Schauspieler und vor allem Charaktermime ist, steht schon lange fest und wird jetzt auch mit einem Oscar in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller” gewürdigt. Auch diesen Film, Manchester by the Sea habe ich noch nicht gesehen, bin aber gespannt auf das leise Drama. Mich hat Casey Affleck hingegen bereits in Gone baby gone oder Interstellar überzeugt.

Beste Hauptdarstellerin

Emma Stone darf sich die Trophäe ins Regal stellen. Das war für mich keine Überraschung, denn spätestens seit Birdman wissen wir, wie wandelbar die Hollywood-Schönheit ist und wer La La Land gesehen hat, wird begeistert sein, wie schnell sie vom etwas naiven Mädchen zu sehr ernsten Szenen wechselt. Ich muss allerdings gestehen, dass ich keinen Vergleich habe, da ich ihre Konkurrenz beziehungsweise deren Filme nicht gesehen habe.

Bester Nebendarsteller

Mahershala Ali gewinnt den Oscar für den besten Nebendarsteller. Wieder einmal muss ich mich herausreden: Ich habe Moonlight nicht gesehen, habe Ali jedoch erst vor Kurzem in dem Drama Hidden Figures spielen sehen und kann mir durchaus vorstellen, dass er den Preis verdient hat. Hidden Figures ist in meinen Augen übrigens viel zu kurz gekommen bei dieser Verleihung.

Beste Nebendarstellerin

Viola Davis in Fences. Und schon wieder ein Film, den ich nicht gesehen habe. Das ist dieses Jahr wirklich ernüchternd. Aber, dass Viola Davis gewinnen würde, war für mich klar. Wer die Serie How to get away with murder geschaut hat, durfte sich von ihrer Schauspielfähigkeit überzeugen. Dort springt sie innerhalb von Sekunden von knallharter Anwältin in die Rolle der sensiblen Ehefrau. Absolut beeindruckend! Ich kann mir vorstellen, dass sie in Fences eine fantastische Leistung bietet.

Bestes Originaldrehbuch

Manchester by the Sea. An dieser Stelle hatte ich auf einen anderen Kandidaten gesetzt: The Lobster. Der schräge Film spielt in einer Welt, in der man einen Partner fürs Leben finden muss und dafür nur einige Tage Zeit hat – ansonsten wird man in ein Tier der Wahl verwandelt. So schräg die Dialoge und das ganze Drehbuch sind, so melancholisch ist der Film am Ende. Aber das ist nur meine Meinung – Manchester by the Sea wird sicher auch eine interessante Story zu bieten haben.

Bestes adaptiertes Drehbuch

Und noch eine Auszeichnung für Moonlight. Wie schon gesagt, ich habe den Film leider noch nicht gesehen, werde das aber schnellstmöglich nachholen, da er ja schon das Prädikat “Bester Film” trägt. Aber er muss ja unglaublich gut sein, denn ich hätte beim besten adaptierten Drehbuch auf ein knappes Rennen zwischen Arrival, der mich im Kino umgehauen hat, oder Hidden Figures gesetzt.

Bester Animationsfilm

Dieser Gewinner ist alles andere als überraschend. Der Animationsfilm Zoomania ist intelligent, witzig und hat eine tiefere Botschaft. Auch diverse Anspielungen machen den Film zu einem sehenswerten Werk für die “Großen”. Mal wieder ein Animationsfilm, der sich nicht nur an Kinder richtet. Ich fand den gut.

Bester fremdsprachiger Film

Zum Glück nicht Toni Erdmann. Ich weiß, viele Menschen finden den deutschsprachigen Film toll aber mich hat er überhaupt nicht angesprochen. Aber vom eigentlichen Gewinner The Salesman habe ich schon viel Gutes gehört. 

Bester Dokumentarfilm

O.J.: Made in America handelt vom Prozess gegen den ehemaligen Footballspieler O.J.Simpson, der angeklagt wurde, seine Frau getötet zu haben. Über die Doku kann ich nicht viel sagen, aber schauen wir uns den Trailer an:

Bestes Kostümdesign

Endlich taucht der Film in der Liste auf: Colleen Atwood gewann den Oscar für Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Ich finde, der Fim hätte durchaus mehr abräumen können, gerade was visuelle Effekte angeht. Aber wenigstens die Kostüme, die auch wirklich gut sind, werden hier gewürdigt.

Bester Schnitt

Hacksaw Ridge. Ein neuer Mel-Gibson-Film? Ich war etwas überrascht, als ich von diesem Film erfahren habe. Gesehen habe ich ihn dann trotzdem nicht. Aber bei einem Kriegsfilm ist der Schnitt natürlich wichtig. Es geht übrigens um einen Pazifisten, der im Zweiten Weltkrieg eine Gruppe von Soldaten gerettet hat.

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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