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Kinokritik: Interstellar

Wer Filme wie die „The Dark Knight“-Trilogie und „Inception“ gesehen hat, dem dürfte der Name Christopher Nolan ein Begriff sein. Der britisch-US-amerikanische Regisseur versorgt seit 1998 die Kinos mit Filmmaterial und tritt dabei sowohl regieführend und drehbuchschreibend auf, wirkt aber des Öfteren auch als Produzent. Sein neustes Werk ist seit Donnerstag den 06.11.2014 in den deutschen Kinos zu bestaunen. Genau das haben auch wir für euch getan, um herauszufinden, ob „Interstellar“ es wert ist, um bestaunt zu werden. Vorne weg muss eine Warnung ausgesprochen werden. Wer nicht warten möchte, bis „Interstellar“ auf Bly-Ray oder DVD erscheint und somit den Genuss der heimischen Couch für sich beanspruchen kann, der sollte ein angemessenes Sitzfleisch mitbringen, denn in einem gut eingesessenen Kinositz können die zwei Stunden und fünfzig Minuten Laufzeit, unabhängig von den Geschehnissen auf der Leinwand, ins Schmerzhafte übergehen. Jeder Kinobetreiber, der mit liest, sollte sich an dieser Stelle angesprochen fühlen.
| Moritz Janowsky |

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Wer Filme wie die „The Dark Knight“-Trilogie und „Inception“ gesehen hat, dem dürfte der Name Christopher Nolan ein Begriff sein. Der britisch-US-amerikanische Regisseur versorgt seit 1998 die Kinos mit Filmmaterial und tritt dabei sowohl regieführend und drehbuchschreibend auf, wirkt aber des Öfteren auch als Produzent. Sein neustes Werk ist seit Donnerstag den 06.11.2014 in den deutschen Kinos zu bestaunen. Genau das haben auch wir für euch getan, um herauszufinden, ob „Interstellar“ es wert ist, um bestaunt zu werden. Vorne weg muss eine Warnung ausgesprochen werden. Wer nicht warten möchte, bis „Interstellar“ auf Bly-Ray oder DVD erscheint und somit den Genuss der heimischen Couch für sich beanspruchen kann, der sollte ein angemessenes Sitzfleisch mitbringen, denn in einem gut eingesessenen Kinositz können die zwei Stunden und fünfzig Minuten Laufzeit, unabhängig von den Geschehnissen auf der Leinwand, ins Schmerzhafte übergehen. Jeder Kinobetreiber, der mit liest, sollte sich an dieser Stelle angesprochen fühlen.

Die Story

Wie der Titel schon verrät, legt Interstellar seinen Schwerpunkt auf das Reisen zwischen den Planeten. Der ehemalige NASA-Pilot Cooper (Matthew McConaughey) lebt zusammen mit seiner Tochter Murphy (Mackenzie Foy, Jessica Chastain), seinem Sohn Tom (Casey Affleck) und dem Vater seiner verstorbenen Frau, Donald (John Lithgow) auf einer Farm in den ländlichen Gebieten der USA. Durch den Klimawandel ist die Biosphäre so stark geschädigt, dass es z.B. nicht mehr möglich ist Weizen und Okra anzubauen, Hauptnahrungsmittel der stark dezimierten amerikanischen Bevölkerung stellt Mais dar. Zusätzlich wird die Bevölkerung von stärker werdenden Sandstürmen geplagt, die Menschen leben in Angst vor dem Tod durch Ersticken.

Durch eine Gravitationsanomalie, welche als Koordinaten interpretiert werden kann, findet Cooper zusammen mit seiner Tochter das Hauptquartier der noch im geheimen operierenden NASA. Dort angekommen trifft er auf Professor Brand, dieser kann in zu einer Mission überreden, welche die Rettung der Menschheit in Aussicht stellt. Ziel der Mission ist das Durchfliegen eines Wurmloches im Bereich des Saturns, um „auf der anderen Seite“ nach bewohnbaren Planeten für den Fortbestand der Menschheit zu suchen.

Visuelle und audiophile Feinkost

Wenn Interstellar eines kann, dann ist es auf der audiovisuellen Ebene zu überzeugen. Gerade bei Szenen die in den Weiten des Weltraums stattfinden, wird auf einen sehr simplen, sauberen Look gesetzt, welcher dem gesamten Film beeinflusst. Unterstützt von epischen Klängen klassischer Musik ist es gelungen, eine glaubhafte Gestaltung von interstellarem Reisen zu kreieren. Im Gegensatz zu den meisten im Sci-Fi-Genre angesiedelten Filmen der heutigen Zeit, verzichtet man bewusst auf spektakulär aussehende, futuristische Technik, sondern verleiht dem visuellen Erlebnis eine Art von Retro-Look, welcher vor allem bei Filmen aus dem vergangenen Jahrhundert auf Grund von technischen Einschränkungen zustande kam. Vorherrschendes Farbschema ist das hellgraue, fast weiße Interieur und Exterieur der verwendeten Schiffe, vor dem tiefen Schwarz der unendlichen Weite des Weltraums. Im Zusammenspiel, mit dem schon zuvor in „Gravity“ verwendeten Ansatz der Geräuschlosigkeit (Im All sind keine Triebwerksgeräusche zu hören), ist es gelungen, eine Weltraumatmosphäre zu erzeugen, die ihres gleichen sucht und meiner Meinung nach, ab heute, zum Standard für Sci-Fi-Filme gehören sollte.

Wer braucht den schon einen roten Faden?

Trotz seiner enormen Länge von 169 Minuten, krankt es in vielen Szenen an ausreichendem Aufbau von Story was zu sich überschlagenden Ereignissen führt. Gerade das in den letzten Jahren verstärkt aufkommende Format der Serien in Spielfilmqualität, führt einem vor Augen, dass selbst besagte drei Stunden zu wenig sein können. Fundamentale Ereignisse passieren schnell hintereinander und ehe man sich’s versieht, begleitet man Cooper und seine Crew schon auf dem Weg zum Saturn. Blickt man nun auf die vergangenen Minuten zurück, wirken die Geschehnisse im Zusammenhang mit der vergangenen Zeit oft unglaubwürdig. Andererseits, kann dieser Umstand auch als Geheimrezept von „Interstellar“ verstanden werden. Während der gesamten Laufzeit fühlte ich mich zu keinem Zeitpunkt unzureichend unterhalten und gerade im späteren Verlauf des Filmes, jagte ein Höhepunkt den nächsten.

Spannendes Weltraumabenteuer trifft auf herzzerreißendes Familiendrama

Ein weiterer Pluspunkt ist vor allem die Mischung aus actiongeladenen Ereignissen im All und den persönlichen Nachrichten, welche die Crew mit ihren liebsten auf der Erde per Videobotschaft austauscht. Durch den Umstand der Raumkrümmung, vergeht die Zeit an manchen Orten im Weltraum langsamer als auf der Erde. So müssen Cooper und seine Kollegen zusehen, wie die liebsten daheim um Jahre altern, während für sie lediglich einige Stunden vergehen. Das Versprechen einzuhalten, was Cooper seiner Tochter gegeben hat, nämlich zu ihr zurück zu kehren, macht dieser Umstand nicht unbedingt leichter und die Beteiligten der Mission müssen abwägen, wie viel Zeit sie erübrigen können.

Fazit

Gemeinhin wird „Interstellar“ gerne als der beste Sci-Fi-Film des Jahres tituliert. Diesen Titel träg in meinem persönlichem Ranking nach wie vor „Guardians of the Galaxy“, aber die Silbermedaille vergebe ich definitiv an Christopher Nolans Weltraum-Epos. Eine meisterhafte Darstellungskunst vereint mit glaubhafter Handlung und überzeugenden Charakteren und alles zusammen in Überlänge, hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Für Freunde des Genres ist eine definitive Empfehlung auszusprechen aber auch diejenigen, die bei den Stichworten „Weltraum“ und „Wurmloch“ normalerweise die Augen verdrehen, sollten es auf einen Versuch ankommen lassen. Weiterhin empfehle ich definitiv einen Kinobesuch der Heimvariante vorzuziehen, denn ein grummelnder Bass, welcher die Sitze vibrieren lässt, erreicht man wohl in den wenigsten Wohnzimmern.

 

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2 Antworten zu “Kinokritik: Interstellar”

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