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Trashiger Spaß aus dem Meer – Review “Aquaman”

Überladen, chaotisch und extrem witzig. Dieses DC-Unterwasser-Spektakel überzeugt weder mit Logik noch mit Tiefsinn, sondern macht einfach nur verdammt viel Spaß. Hirn aus, Aquaman ab.
| Daniel Rublack |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

©Aquaman | Warner Bros. Pictures

Erlaubnis an Bord zu kommen?!

Oh yeah! Oberkörperfrei, mit wehenden nassen Haaren – wie geht sowas eigentlich – und einem verführerischen Grinsen begrüßt uns Aquaman, begleitet von einem obercoolen Gitarrenriff. Genauso wie der erste Auftritt unseres Fischflüsterers ist auch der gesamte Film: Überzogen, humoristisch und absolut klischeehaft. Schlicht ein geiles Spektakel!

Glücklicherweise nimmt sich dieser Hochglanz-Schwachsinn niemals wirklich ernst, denn dann wäre er verloren. Nüchtern betrachtet ist die Geschichte nämlich nicht nur extrem dämlicher Unfug, sondern auch so vorhersehbar wie eine dauerrote Ampel. Geboren als Kind zweier Welten, kämpft sich Matjes-Mann – diese Witze müsst ihr hier leider ertragen – durch eine typische Origin-Story. Kräfte entdecken hier, Macht erkennen dort und am Ende natürlich die Welt retten. Allerdings packt Aquaman in seine stolzen 143 Minuten Laufzeit auch noch viele andere Dinge rein. Wirklich viele! So gibt es auch eine Sequenz im Stile von Indiana Jones, eine Liebesgeschichte, wobei eigentlich eher zwei und Stress mit dem Bruder hat Mr. Sixpack außerdem noch. Da kann man schon mal den Überblick verlieren! Aber hey, es geht ja eigentlich nicht wirklich um die Geschichte.

Diese krachende Trash-Granate lebt von jeder Menge Action, viel Humor und einem verdammt sympathischen Jason Momoa. Ganz ehrlich, der Typ ist einfach nur cool! Frauen überzeugt bestimmt zuerst sein Charme und danach der stählerne Körper – ganz bestimmt sogar ;) – und als Kerl würde man doch gerne mal ein Bierchen mit diesem Kollegen zischen. So hat der Fischboy mit atlantischen Wurzel direkt alle Sympathien, um danach als Under(water)dog seinen Feinden ordentlich einzuwassern. Zur Seite steht ihm dabei Amber Heard, deren Arbeitsvertrag ich sehr gerne einmal gelesen hätte: „Du musst den Großteil des Drehs übrigens in einem hautengen Fischkostüm rumrennen, welches nebenbei einen riesigen Ausschnitt hat. Ach ja, und deine Haare sind übrigens ständig nass und rot wie die Feuerwehr.“ Mera – 1A Namenswahl – ist als sexy Kampfamazone jedoch eine wirklich gute Ergänzung zu Arthur Curry, vor allem für´s männliche Auge. Bitte keine Vorwürfe, der Film bedient ja schließlich alle Seiten! Erwähnenswert ist alleine wegen seines Namens noch Patrick Wilson als Ocean Master – erste Nennung: Lachflash meinerseits – der gefühlt permanent schreit und komplett Madness geht.

©Aquaman | Warner Bros. Pictures

Auch den Verantwortlichen für die quietschbunten Kostüme, die trotzdem kaum Haut bedecken, scheint man relativ freie Hand gegeben zu haben. Von schwarzer Riesenameise über hautenges Neopren bis zur goldenen Rüstung ist alles dabei. Ähnlich detailverliebt sind die Sets gestaltet, die wirklich gut aussehen und dies rund um den Globus – und in dessen Meeren natürlich. Optisch greift Aquaman viel auf eine dynamische 360°-Kamera bei Kämpfen zurück, was einige coole Bilder kreiert. Zudem nutzt der Film eine Unmenge an Slow-Motion – für mich immer geil – und gönnt dem Zuschauer etliche Highlights wie einen Schlagzeug spielenden Oktopus. Mega der Kollege! Die Computereffekte liefern insgesamt zufriedenstellende Ergebnisse, sie sind weder schlecht noch besonders überragend. Vom Härtegrad ist das Spektakel mit einem FSK 12 passend ausgestattet. Und dem Kollegen vom Ton hat man wohl offensichtlich nur gesagt: „Gib! Einfach! Vollstoff!“ Dieser Streifen drückt wirklich permanent auf die Hupe, überall rappelt und zappelt es und der Subwoofer läuft auf Hochtouren. Wenn jeder Schritt mit Bass unterlegt wird, klatscht das halt ziemlich! Dass Aquaman ständig drüber ist, hatten wir ja schon.

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Dieses überzogene Schauspiel aus Humor, Action und coolen Figuren kann man sich gerne anschauen. Verzichten sollte man dabei allerdings auf Logik, Tiefgang oder irgendeinen Sinn. Das Vehikel ist schlicht aufgepumpter Trash, der gut was für Auge und Ohr bietet und einfach nur richtig Laune macht! Hirn aus, Bier auf, sprecht seinen Namen: Er ist Aquaman!

7,5/10 epischen Wasserschlachten.

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Daniel Rublack

Wollte abends mit einem Kollegen nur kurz über Filme reden und wurde am nächsten Morgen vom Wecker ans Aufhören erinnert. Besonders stolz auf seine eigene Filmsammlung und zudem passionierter Gamer. Als Student bleibt für beide Dinge ja auch genügend Zeit.

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