Buchkritik / Kultur und Medien

Die Erschaffung eines Monsters

Heute vor genau 215 Jahren, am 30. August 1797, erblickte Mary Shelley das Licht der Welt. Die feministische Autorin schrieb […]
| Robin Thier |

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Heute vor genau 215 Jahren, am 30. August 1797, erblickte Mary Shelley das Licht der Welt. Die feministische Autorin schrieb bereits mit 21 Jahren einen der berühmtesten Romane der Geschichte: Frankenstein.

Mary Godwin, geboren 1797, verbrachte ihre Jugendjahre zusammen mit ihrem Vater, einem Sozialphilosophen, sowie dessen zwei Ehefrauen und erhielt eine Erziehung in allen Bereichen von Kultur und Politik. Auf einer Reise zusammen mit Percy Bysshe Shelley wurde sie bereits im Alter von 17 Jahren schwanger und wurde daraufhin von der Gesellschaft verachtet. Nach dem Tod von Shelleys Ehefrau heirateten er und Mary, bevor Percy 1822 ertrank. Im Sommer 1816 jedoch verbrachte das Paar einige Wochen am Genfer See und traf dort auf Lord Byron, John William Polidori, sowie Claire Clairmont.

Während eines gewittrigen Abends kam den illustren Gästen die Idee, eine Schauergeschichte zu schreiben. Es entstand Shelleys “Frankenstein”, mit seinem vollständigen Titel: “Frankenstein, der moderne Prometheus.”

Shelleys Geschichte ist die einzige, die aus diesem Treffen hervorging, und die Autorin beschrieb später, dass die Idee zu der Geschichte einer Diskussion über die Möglichkeit, künstliches Leben zu erschaffen, entsprungen sei. Der Roman wurde inzwischen schon unzählige Male verfilmt.  Am 1. Februar 1851 starb Mary Shelley an einem erst später als Gehirntumor identifizierten Leiden.

Neben Frankenstein verfasste die Schriftstellerin noch weitere, allerdings weitaus weniger bekannte Texte, darunter: „Valperga“ (1823), „The Last Man“ (1826), „Lodore“ (1835) und „Falkner“ (1837)

 

Buch-Tipp: Frankenstein

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In der Geschichte geht es um den Forscher Viktor Frankenstein. Zu Beginn wird der Protagonist schwer verletzt in der Arktis gefunden und beginnt seine Lebensgeschichte zu erzählen, denn er hütet ein schreckliches Geheimnis: Wie man Tote zum Leben erweckt. Leider geht etwas fürchterlich schief, und seine Schöpfung macht sich selbstständig – mit weitreichenden Folgen.

Trotz, oder gerade wegen seiner großen Bekanntheit sollte man Frankenstein gelesen haben. Das Buch ist spannend geschrieben und trifft als Schauerroman auch in Zeiten von Stephen King und Co. noch den Nerv der Zeit. Es ist aufregend, der teilweise in Briefform verfassten Geschichte zu folgen und macht das Buch zu einem recht kurzweiligen Vergnügen, auch noch fast 200 Jahre nach seiner Entstehung.

In Film und Fernsehen wurde die Geschichte jedoch immer wieder angepasst, und so kamen einige, zum Teil sehr bekannte Elemente niemals in der Originalfassung vor. Zum Beispiel:

  1. Der Name “Frankenstein” bezeichnet den Schöpfer der Kreatur, und nicht, wie einige Filme weismachen wollen, die Kreatur selbst.
  2. Weder die Narben, noch die hohe Stirn, oder gar die Schrauben am Hals des Wesens werden im Buch erwähnt, sie sind Stilmittel aus der Verfilmung von 1931.
  3. Es ist ein Klischee, das Monster würde durch elektrischen Strom oder gar einen Blitz zum Leben erweckt. Im Roman wird nur berichtet, dass es in besagter Nacht regnen würde.
  4. Der berühmte Satz „Es lebt!“ ist ebenfalls filmischen Ursprungs, da der „echte“ Frankenstein kaum etwas spricht. (Siehe Video)
  5. Igor, der buckelige Gehilfe Frankensteins ist eine weitere Neuerfindung.
  6. Oft ist von „Doktor Frankenstein“ die Rede, dabei ist nicht sicher, ob es sich bei der Romanfigur um einen Doktor handelt.

Es lebt! Eine Szene aus dem Klassiker „Frankenstein“ von 1931:

 

Moderne Aufführung unter der Regie von Danny Boyle, u.a. mit Benedict Cumberbatch:

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Quellen:
Wikipedia.de
Shelley, Mary: Frankenstein. Köln: Anakonda-Verlag, 2009.
Frankenstein, Dir. James Whale, Universal, 1931.

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

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