Wissenschaft und Technik

Digital-Painting – Ein Versuch

DIY am Computer
| Robin Thier |

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Robin Thier

Wenn man auf den richtigen Seiten im Internet sucht, stolpert man über unzählige Kunstwerke aus dem Bereich der Digitalkunst, also 3D-Grafik oder auch 2D-Illustration, Digital Painting, Bildmanipulation. Und stets ist man nach wenigen Minuten eingeschüchtert von dem, was man dort sieht. Scheinbar gibt es Menschen, die mühelos die großartigsten Kunstwerke am Computer entwerfen und man selbst tummelt sich eher in den seichteren Gewässern. Daher war es für mich an der Zeit, sich einfach mal vorzuwagen und ein neues Projekt in Angriff zu nehmen. Nur so lernt man schließlich. Der Bereich „Digital Painting“ hat es mir dabei besonders angetan, da ich in letzter Zeit viele Beispiele gesehen habe und es bisher relativ wenig selbst betrieben. Auf ins kalte Wasser!

Ich bin, was Photoshop und digitale Bildbearbeitung angeht kein absoluter Neuling – im Gegenteil. Aber bisher habe ich mich vor allem mit den Werkzeugen zum Bearbeiten von Fotos oder Grafiken beschäftigt und selten damit gemalt. Das Digital Painting ist nämlich genau das – anstatt mit einem Pinsel und Farben malt oder zeichnet man mit den digitalen Pinseln einer Software. Damit das leichter von der Hand geht, kann man anstelle einer Maus ein Grafiktablet nutzen, den Mauszeiger also mit einem Stift steuern.

 

Die Vorzeichnung
Die Vorzeichnung

 

Schon länger schwebte mir das Motiv eines Königs des Waldes vor – oder eines Baummenschen (Herr der Ringe und Doctor Who lassen grüßen). Zunächst musste also Inspiration her. Nachdem ich unzählige Bilder von Bäumen, Pflanzen, Wäldern und letztendlich Menschen durchgewühlt habe, konnte ich mich an eine Vorzeichnung machen. Dabei habe ich noch gar nicht auf Details geachtet, sondern nur das Gesicht unseres Königs gemalt. Im nächsten Schritt folgte das Herausbilden von Licht und Schatten. Erst, als ich damit einigermaßen zufrieden war, suchte ich mir eine ganze Reihe von Texturen für die „Haut“ zusammen und malte in mehreren Schichten eine Struktur in das Gesicht.

Details und Textur
Details und Textur

Der nächste Schritt war zugleich der langwierigste. Jede Struktur, also jeder Riss oder Erhebung in der Haut/Rinde muss auf das Umgebungslicht reagieren, ist also mal heller und mal dunkler. Mit dieser Aufgabe war ich einige Abende beschäftigt. Der Rest war fast simpel. Nach dieser Sisyphus-Arbeit des Schatten-malens, war mir etwas die Motivation für weitere Malvorgänge abhandengekommen, sodass ich den Rest mit Fotos und Farbwirkung ergänzte. Der Hintergrund war schnell auf meinem Rechner zwischen Urlaubsfotos gefunden und auch die Augen sind nicht gemalt, sondern fotografiert. Ich bin höllisch schlecht im Malen von Augen und habe mir einfach meine Kamera genommen, eine ähnliche Lichtsituation wie auf dem Bild hergestellt und ein Selfie gemacht, aus dem ich dann die Augen klauen konnte. Ganz fertig war das Bild aber noch nicht – doch der letzte Teilt war der Lustigste und fiel schon eher wieder in meinen Bereich. Durch gezielte Unschärfe und das Hinzufügen von Umgebungsatmosphäre und Partikeln in der Luft, einigen Vordergrundmotiven, sowie einer konsistenten Farbgebung wollte ich den Eindruck einer märchenhaften Kreatur in einem realistischen Umfeld noch verstärken. Am Ende fügte ich noch etwas Bildrauschen und ein paar sogenannte „Chromatische Aberrationen“ hinzu, sodass die Wirkung eines Fotos entsteht. Fertig.

Details, Licht, Fotos und Bildeffekte - Fertig!
Details, Licht, Fotos und Bildeffekte – Fertig!

Dies war mein zweiter Versuch des Digital Painting und so ganz zufrieden bin ich noch nicht, aber darum geht es ja bei unserem DIY-Thema nicht. Ich habe mich der Aufgabe gestellt und es ist nach einigen Stunden Arbeit ein akzeptables Ergebnis dabei herausgekommen, bei dessen Erstellung ich so einiges gelernt habe.

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Robin Thier

Gründer von seitenwaelzer, studiert in Münster und beschäftigt sich in seiner freien Zeit mit Bildbearbeitung, Webseitengestaltung, Filmdrehs oder dem Schreiben von Artikeln. Kurz: Pixelschubser.

Isabel Schmiedel

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