Buchkritik / Kultur und Medien

All those paper people – Die Romane von John Green

“All those paper people living in their paper houses, burning the future to stay warm.“ [„Und all die Plastikfiguren, die in den Plastikhäusern wohnen und ihre Zukunft verbrennen, damit ihnen warm bleibt.“] Dies ist einer von vielen Sprüchen, die Margo Roth Spiegelman dem Hauptcharakter des Romans „Paper Towns“ (Im deutschen „Margos Spuren“), aber auch uns, den Lesern, mit auf den Weg gibt. Margos Spuren. Den Titel haben viele sicherlich in letzter Zeit schon so einige Male gehört, vor allem, da auch der Film derzeit in den Kinos läuft. Aber worum geht es in dem Buch eigentlich? Und warum ist es so gut? Wer ist John Green und warum werden seine Bücher sogar in der Schule gelesen?
| Ronja Thier |

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

“All those paper people living in their paper houses, burning the future to stay warm.“ [„Und all die Plastikfiguren, die in den Plastikhäusern wohnen und ihre Zukunft verbrennen, damit ihnen warm bleibt.“]

Dies ist einer von vielen Sprüchen, die Margo Roth Spiegelman dem Hauptcharakter des Romans „Paper Towns“ (Im deutschen „Margos Spuren“), aber auch uns, den Lesern, mit auf den Weg gibt. Margos Spuren. Den Titel haben viele sicherlich in letzter Zeit schon so einige Male gehört, vor allem, da auch der Film derzeit in den Kinos läuft. Aber worum geht es in dem Buch eigentlich? Und warum ist es so gut? Wer ist John Green und warum werden seine Bücher sogar in der Schule gelesen?

„Margos Spuren“ ist aus der Sicht eines Jugendlichen namens Quentin geschrieben. Quentin führt ein ziemlich normales Leben und befindet sich derzeit in seinem letzten Jahr an der High School. Das einzige, was in seinem Leben ungewöhnlich ist, ist seine Nachbarin: Margo Roth Spiegelman. Als Kinder haben er und Margo eine Menge zusammen unternommen, aber eines Tages hörte das einfach auf. Sie wurden älter und haben nun nicht mehr viel miteinander zu tun, außer dass sie auf dieselbe Schule gehen. Natürlich ist Quentin in Margo verliebt, weiß aber auch, dass er nie eine Chance bei ihr haben wird, auch weil sie einen Freund hat. All das ändert sich jedoch schlagartig, als Margo nachts an Quentins Fenster erscheint und ihn um einen Gefallen bittet. Sie erklärt ihm, dass in jener Nacht elf Dinge getan werden müssen und sie dafür seine Hilfe braucht. Es dauert nicht lange, ihn zu überzeugen und Quentin erlebt so die abenteuerlichste Nacht seines Lebens.

Doch schon am nächsten Morgen ist Margo spurlos verschwunden und niemand weiß, wo sie ist. Niemand hat sie in der letzten Nacht vor ihrem Verschwinden gesehen. Niemand außer Quentin. Aber auch als Margos Eltern die Suche nach ihrer Tochter aufgeben, da sie schon mehr als einmal von Zuhause weglief, begibt sich Quentin auf die Suche nach ihr und folgt dabei kleinen Hinweisen, die Margo ihm hinterlassen hat. Doch wohin führen ihn Margos Spuren?

„Margos Spuren“ verschafft einem einen sehr authentischen Einblick in das Leben von Jugendlichen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben. Dabei lehrt es uns aber auch, hinter die Fassaden zu sehen und dass Menschen nicht immer die sind, die sie zu sein scheinen. Wie reagieren Jugendliche, wenn sie aus ihrem Alltagstrott geworfen werden? Wie stellen sie sich ihrer Zukunft? Dies sind Fragen, mit denen jeder Jugendliche zu kämpfen hat und die in „Margos Spuren“ so überzeugend dargestellt werden, dass man sie selbst nur allzu gut nachempfinden und sich in die Charaktere hinein versetzten kann.

John Green. Auch bei diesem Namen klingelt einem etwas im Kopf. Er ist der Autor des Buches „Paper Towns“ („Margos Spuren), aber auch von derzeit anderen sehr bekannten Büchern. So zum Beispiel „Looking for Alaska“ („Eine wie Alaska“) und „The fault in our stars“ („Das Schicksal ist ein mieser Verräter“). Jedes dieser Bücher ist ein preisgekrönter Bestseller und beschäftigt sich mit den vielen Tücken des Lebens und des Erwachsenwerdens, mit Trauer und Verlust, aber auch mit Freude und Freundschaft. Zusammen mit seinem Bruder Hank betreibt John Green einen eigenen YouTube Kanal namens „Vlogbrothers“, wo die beiden Brüder über die verschiedensten Dinge miteinander kommunizieren. Jedes ihrer Videos hat inzwischen schon mehr als 250.000 Aufrufe und ihr Kanal mehrere Tausend Fans.

Das Cover der englischen Ausgabe von "Margos Spuren"
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Das Cover der englischen Ausgabe von “Margos Spuren”

John Green ist einer der wenigen Autoren, der es noch zu seinen Lebzeiten schaffte, literarisch so wertvolle Bücher zu schreiben, dass sie sogar als Lektüre in der Schule gelesen werden. So durfte im letzten Schuljahr die zehnte Stufe eines Gymnasiums das Buch „Looking for Alaska“ („Eine wie Alaska“) im Englischunterricht lesen. Dabei kam das Buch erstaunlich gut bei den Schülern an und viele sagten, es sei um einiges besser zu lesen gewesen, aber auch spannender, als die „alten Schinken“, die man sonst so in der Schule liest. Und auch dieses Buch handelt vom Erwachsenwerden, aber auch vom Umgang mit Verlust und davon, das Leben vollkommen neu zu entdecken. Man lernt aber auch, was es bedeutet, wahre Freunde zu haben. Somit kommt es Jugendlichen und vor allem Zehntklässlern ziemlich gelegen.

Und worum geht es in „Looking for Alaska?“

Auch hier ist der Protagonist ein Junge, und sein Name ist Miles. Miles hat nicht viele Freunde und sein Leben ist ziemlich eintönig und langweilig. Also entschließt er sich, auf ein Internat zu gehen, mit der Begründung, sein Vater sei bereits dort gewesen und hätte dort eine tolle Zeit verbracht. Außerdem sucht Miles nach dem „großen Vielleicht“ („the great perhaps“), also mehr oder weniger nach einem Abenteuer und etwas Abwechslung.

Im Internat angekommen, lernt er seinen Zimmergenossen Chip kennen, der später im Buch immer „the Colonel“ genannt wird. Dieser nimmt ihn sofort unter seine Fittiche und stellt ihm ein paar Leute vor, die schon wenig später zu Miles Freunden werden. Darunter ist auch die wunderschöne, durchgeknallte und geheimnisvolle Alaska. Durch sie wird Miles‘ Leben um einiges bunter und aufregender und er erfährt zum ersten Mal, was es bedeutet, echte Freunde zu haben. Aber nach einer Weile muss Miles feststellen, dass auch seine neuen Freunde nicht perfekt sind und einige Geheimnisse mit sich tragen. Sogar die immer fröhliche Alaska birgt einige Schattenseiten in sich…

 

Es gibt vieles, was die Bücher von John Green einzigartig, lesenswert und spannend macht. Sei es sein toller Schreibstil, seine Art, die Geschichten so zu erzählen, dass sie einen mitreißen und mit den Charakteren mitfühlen zu lassen oder sein Können, die Gefühlswelt von Jugendlichen authentisch und überzeugend darzustellen, die Bücher sind es auf jeden Fall wert, mal hineinzulesen und sich vielleicht sogar mitreißen zu lassen.

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Ronja Thier

Hi, ich bin Ronja. Wenn ich nicht gerade wieder viel zu laut Musik höre und nach Konzertkarten suche, studiere ich Englisch und Geschichte an der Universität Münster. Hin und wieder schreibe ich Artikel für seitenwaelzer, bleibe dabei aber meinen Leidenschaften treu, weshalb ihr von mir vor allem Konzertberichte und Band-, Buch-, Film-, oder Serienempfehlungen lesen werdet.

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